Der schlimmste Satz, den ich kenne…

Der schlimmste Satz, den ich kenne…

ist “Jeder soll es machen, wie er will”. Den gibt es ja in vielen Variationen. “Jeder soll machen was ER will” oder “soll doch jeder denken, was er will” oder, auch sehr beliebt, “soll sie später mal selbst entscheiden” oder “DU musst doch wissen, was Du willst”.
Lapidar oder im Brustton der Überlegenheit dahingesagt:
damit wird jede vernünftige Bewertung abgeschossen, jeder Konflikt begraben, jede Debatte im Keim erstickt.  Immer mehr herrscht das universelle “Toleranzverdikt”: und wehe, Du machst nicht, was Du gerade willst, koste es, was es wolle.

BOUND TO BIKINIDer Clou an der Freiheit ist ja gerade die Normalität der Limitierung, Eingrenzung.
Der Clou an der Autonomie ist, daß Bindung und Verbindlichkeit im Zusammenleben herrschen.
Der Clou an der Übertretung ist, daß es Regeln gibt.

Sie nehmen der Freiheit, der Autonomie, der Übertretung jede Würze, jede Spannung, jedes Glück. Billig und wohlfeil, wertlos.
Sie nennen es Freiheit und Toleranz und verstecken dahinter Faulheit, Gleichgültigkeit und Verantwortungslosigkeit.

Diese Freiheit nenne ich Narrenfreiheit.
Diese Toleranz nenne ich Ignoranz.
Diese Autonomie nenne ich krankhafte Ungebundenheit.

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In Wahrheit steckt hinter dem ganzen Geschwafel nur ein genervtes
“mach doch was Du willst, ist mir doch egal” oder
“ich mach’, was ich will, Du kannst mich mal kreuzweise”.

Das Recht, Regeln, Gesetze, Konventionen sind soziale Übereinkünfte zum Schutz der Schwächeren. Das ist ihr Sinn.

“Mach’ was Du willst” bombt uns wirklich geistig in die Steinzeit zurück.

Es ist der verschlafene Abgesang auf alle zivilisatorischen Errungenschaften zugunsten eines gnadenlosen “survival of the fittest”.

Für mich ist dieses stets als “Machtwort” gesprochene “jeder soll machen wie er will” das erste Gebot der Ganovenethik. Und es beunruhigt mich seit einiger Zeit, wie dieses Credo allgemein ohne Gegenwehr abgenickt wird. Als gehörte es zum guten Ton…

Christus mein König, Dir allein…

Christus mein König, Dir allein…
…schwör ich Liebe stark und rein, bis in den Tod die Treue

Maria Elisabeth Stapp Maria unter dem Kreuz Ravensburg Christkönig © Hildegard Steinmetz Erben

Maria Elisabeth Stapp
Maria unter dem Kreuz
Ravensburg Christkönig
© Hildegard Steinmetz Erben

Wer diesen Blog verfolgt, der weiß, daß das Hochfest Christkönig hier einen besonderen Stellenwert hat. Die Autorin ist ein Nachkriegskind und in einer Christkönigskirche aufgewachsen. Für meine Generation waren Krieg, Leid und Schuld noch sehr real und in vitalen Zeugen erlebbar. Heute ist der Krieg “auf eigener Haut” eine abstrakte Vorstellung geworden. Das Mitgefühl mit den von Kriegshandlungen Geschundenen nimmt ab und belegt die mentale und emotionale Entfernung der jüngeren Zeitgenossen zu dieser grausamsten Wirklichkeit, der Menschen überhaupt begegnen können.

Quo vadis, Europa?

Kaum segnen die Zeugen das Zeitliche, leisten sich die Nachgeborenen wieder leichtfertige Kriegsrhethorik. Der Krieg steht in der Ukraine wieder auf europäischem Boden und vor der Haustür, zwischen Euphrat und Tigris, in heiligem Land. Weiterlesen

Eine Lanze für Kardinal Kasper

Eine Lanze für Kardinal Kasper
…ein Einspruch!

Kardinal Kasper Mooshausen 2007 @ A.Wolf

Kardinal Kasper
Mooshausen 2007
@ A.Wolf

Seit Monaten, spätestens jedoch seit Beginn der Vorbereitungen zur Familiensynode 2015 in Rom, beobachte ich eine ausgesprochen unsympathische Hetze gegen Kardinal Kasper.

Grundsätzlich habe ich nichts gegen sachliche und, zu Zeiten, auch emotional gefärbte Kritik an Klerikern, gleich welchen Ranges. Wer gelernt hat, mit Kritik gut umzugehen und bereit ist, sich selbst zu hinterfragen, sich zu reflektieren, der kann das Stroh auch sehr erbitterter Gegner zu Gold verspinnen.

Was mir allerdings ganz und gar nicht gefällt, ja mir sogar menschlich widerlich ist, sind diese unverhohlenen Anleitungen zu Mißachtung, Schmähung und Vorurteil, die ich in Netzpublikationen zur Kenntnis nehmen muß.
Ich sage “muß”, denn man begegnet diesem Phänomen inzwischen so flächendeckend, daß man ihm kaum ausweichen kann, will man auf den gängigsten Wegen über “catolica” auf dem Laufenden bleiben.

So weit das nun meinen ehemaligen Bischof betrifft, nehme ich das durchaus persönlich.
Ich habe folgende Geschichte mit Walter Kasper: Weiterlesen

Christ?!…Ach!…Was macht man denn da so?

Christ?!…Ach!…Was macht man denn da so?
Die Plaßmann – Challenge

Norbert Kebekus vom Erzbischöflichen Seelsorgeamt in Freiburg hat in seinem Blog “Sendezeit” die katholischen Blogger dazu aufgerufen, die Frage aus dem Cartoon von Thomas Plaßmann zu beantworten, die “Plaßmann – Challenge”.

ExotenDie Ankerperlenfrau antwortet so:

Gleich bei der Veröffentlichung des Cartoons durch Thomas Plaßmann dachte ich lachend, ja auf diese Frage habe ich jahrzehntelang gewartet. Müssen Christen erst zu gesellschaftlichen Exoten geworden sein, damit ihr Anderssein interessiert?

In meiner Lebensgeschichte hieß es nie: „Was macht man da so“; Weiterlesen

Soldat aus Stalingrad

Soldat aus Stalingrad
eine Begegnung

stalingrad-madonnaHeute nacht ist mir Ehre widerfahren…ein 90 – jähriger hat zu mir gesagt “Bischt a nett’s Mädele” und hat mir einen Luftkuß zugeworfen. Jetzt bin ich doch selbst schon im Großmutteralter und doch war das “Mädele” wie ein Geschenk.
Der alte Herr war dankbar für einen Dienst. Weiterlesen

Seid frei!

Seid frei!
Die Zusage des Herrn

Es gibt Themen, die beunruhigen. Nicht kurz, wie Tagesschlagzeilen.
Man atmet sie und sie lassen nicht los.
Eines dieser Themen für mich ist die Haltung “im Westen” zur “Sterbehilfe”, zum “assistierten Suicid”, wie er für Behinderte, Schwerkranke und Sterbende eingefordert wird – es beschäftigt mich dauernd, auch aus schlimmen persönlichen Erfahrungen heraus.

Was aber kann wach halten in der “Zivilisation des Todes”, wie der Heilige Johannes Paul das genannt hat? Unbestechlich?

Alle Dinge sind möglich dem der glaubt. (Markus 9,23)

Die Heiligen der MATER ET MAGISTRA

Die Heiligen der
MATER ET MAGISTRA

Wie hält man einer Zeit stand, die einem mit aller Macht klar machen will, daß es unwürdiges, unerträgliches und unerwünschtes Leben gibt, das jederzeit in menschlicher Verfügungsgewalt liegt (oder künftig liegen soll).
Wie erträgt man es, das diese Art der “Todestrance” auch noch “Barmherzigkeit” genannt werden darf? Weiterlesen

Es gibt noch Zeichen und Wunder…

Es gibt noch Zeichen und Wunder…

Wolf Biermann im Deutschen Bundestag zum “elenden Rest”:

Bei seiner Ausbürgerung 1976 war ich fünfzehn Jahre alt und es war der Anfang vom Ende der DDR Diktatur (und btw. es begann der Katzenjammer der DDR – System – Fans im Westen). Weiterlesen

Die Sache mit der Treue…

Die Sache mit der Treue…
eine unchristliche Entgegnung

netzfund

netzfund

Heute hat mir eine Endvierzigerin aus dem Bekanntenkreis einen empörten Vortrag gehalten, daß ihr letzter Lebensabschnitts-partner sie BETROGEN habe, sie materiell und emotional AUSGEBEUTET habe, notorisch UNZUVERLÄSSIG sei und überhaupt.
Zunächst schaute ich bedröppelt und Mitgefühl wollte sich in mir ausdehnen doch -
M O O O M E N T – (bevor ich nun wieder mit dem falschen Gefühl andocke, wie Bruno Jonas sagen würde) – ist das nicht eine der Frauen, die ich mit meinen altertümlichen katholischen Wertvorstellungen zum Totlachen reize? Die mich für eine “fade Nock’n” oder “frigide Nudel” hält, weil es nur einen Mann in meinem Leben gibt (R.I.P.)?
Und während ich so mein Laub zusammen reche (Kehrwoche, you know…), denke ich darüber nach… Weiterlesen

Allerheiligen im Steffl

Allerheiligen im Steffl
Ein Gastbeitrag

© wikipedia

© wikipedia

Wer sich in diesen Wochen als Christ bedroht und ängstlich fühlt, ist im Stephansdom – von den Wienern zärtlich „Steffl“ genannt – sehr gut aufgehoben.
Trotz seiner Größe ist er wie ein katholisches Wohnzimmer, hier trifft sich sozusagen die Weltkirche zur Messe, die Tag für Tag Stunde um Stunde gehalten wird. Jedes Mal, wenn ich ihn aufsuche, umfängt und beschützt er mich wie eine gute Mutter.

Allerheiligen war der Steffl voll und ich hatte das Gefühl, daß  die Gemeinschaft der Gläubigen besondere Nähe suchte.
Die Österreicher  danken seit 1683  an jedem 12. September  zu „Maria Namen“ für die Rettung Wiens “aus der höchsten und letzten Türkennoth” – für die Errettung von den Türken, die vor Wien standen.
Vielleicht ist diese latente „Alarmbereitschaft“ oder alertness in diesen Tagen angemessener als unsere deutsche Neigung zum Schlaf der Gerechten.
Es war gut, von den Märtyrern zu hören, von den Unruhigen, Suchenden, den Gezeichneten. Weiterlesen