Rosenkranz + Pilgerzeichen

Gebet – Kunst – Geschichte

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29. Oktober 2015
von ankerperlenfrau
2 Kommentare

Wen beten wir an?

Wer oder was wird von Menschen katholischen Glaubens angebetet?
Eh‘ klar, sagen manche Christen.
Hört man jedoch der Alltagssprache zu, dann bemerkt man schnell, daß auch fromme und wohlunterrichtete Katholiken eine unklare Sprache führen.
Im Rosenkranzmonat Oktober und kurz vor Allerheiligen daher ein klärendes Wort:

Dreieinigkeit St. Sebastian, Neuhausen/Enz um 1600

Dreieinigkeit
St. Sebastian, Neuhausen/Enz
um 1600

Anbetung gebührt allein und ausschließlich dem Dreifaltigen Gott, Gott Vater, Gott Sohn, Gott Heiliger Geist.
Das schließt für uns Katholiken die Eucharistische Anbetung mit ein, da wir an die Realpräsenz, also die Gegenwart Jesu Christi in Brot und Wein, die in der Eucharistiefeier gewandelt wurden, glauben. In all unseren Kirchen bewahren wir gewandeltes Brot (Hostien) auf. Das „Allerheiligste“ befindet sich im Tabernakel, einem kunstvoll gestalteten, verschließbaren Gehäuse, das sich, je nach Größe oder Bauzeit einer Kirche, im Zentrum des Altarraumes, in einer Sakramentskapelle oder an einem Seitenaltar befindet.  Wir erkennen die Gegenwart Gottes im gewandelten Brot an einer brennenden roten Kerze oder Lampe neben dem Tabernakel. In Kirchen und Kapellen ohne Tabernakel gilt unser Gruß dem geweihten Altar, dem heiligen Ort, wo Wandlung (Transsubstantiation) in der Liturgie stattgefunden hat und der Symbol für Jesus Christus ist. Alle Zeichen der Anbetung wie das Bekreuzigen, Knien, Verbeugen oder Verneigen im Gotteshaus gelten allein dem dreieinigen GOTT.

Quasi codiert ist die Ausrichtung all unserer  Akte der Anbetung im Vollzug des Kreuzzeichens, mit dem wir jedes Gebet beginnen und abschließen und dabei sprechen:
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Wir beschließen unser Gebet üblicherweise mit dem „kleinen Lobpreis“, der Doxologie:
„Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit, Amen.“

Wie kommt es aber zu dem Mißverständnis, daß wir ZU Maria, den Engeln und Heiligen BETEN und zu dem falschen Eindruck Anders- oder Nichtgläubiger, daß wir mit der Marien- oder Heiligenverehrung eine Art „Götzendienst“ vollziehen und Gott verunehren, gar lästern?

Zunächst liegt die Wurzel des Mißverständnisses in der Sprache selbst. Das Wort BETEN hat im Deutschen die gleiche Herkunft, wie das Wort BITTEN. Im Italienischen wird gar nur ein Wort, „pregare“, sowohl für bitten, als auch beten verwendet: prego – ich bitte.
Ob wir nun das Eucharistische Hochgebet mitbeten, den Rosenkranz betrachten, unseren Schutzengel anrufen oder einen Heiligen verehren, wir nennen es GEBET mit dem Tätigkeitswort „beten“. Kein Wunder also, wenn sowohl jene, die uns beobachten und nichts über unseren Glauben wissen, als auch wir selbst immer wieder in (Sprach – ) Verwirrung geraten.

Eine weitere Quelle für Mißverständnisse ist unsere katholische Auffassung von „Kirche“. Kirche ist für uns weder allein ein Gebäude, eine Organisation oder Institution, menschengemacht und zeitbedingt. Kirche = ecclesia ist für uns jene „Leib Christi Gemeinschaft“, die eine diesseitige, geschichtliche und eine jenseitige, ewige Wirklichkeit umschließt. Wenn wir von „wie im Himmel so auf Erden“ sprechen, dann meinen wir genau diesen Umstand: „Himmel“ ist dabei die Sphäre der Erlösten, jener, die „im Angesicht Gottes“ leben, die auf unaussprechliche Weise mit Gottes Wirklichkeit verbunden sind und dazu beitragen, „daß SEIN Wille geschehe“. „Erde“ hingegen ist der Ort, wo wir Person werden, wo Gott uns „bei unserem Namen ruft“, wo wir im Schweiße unseres Angesichts und unter Tränen unser Brot essen, wo wir den Tod erleiden und getrieben werden von Sehnsucht nach Gott „wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so lechzt meine Seele, o Gott, nach Dir!“.
Nur, wenn wir Erde und Himmel als unüberbrückbar getrennt und geschieden voneinander begreifen, wird die Erde schrecklich und dieser „unerreichbare“ (veruntreute) Himmel macht krank (oder böse).

Katholisch heißt „das Ganze betreffend“. Wer also katholischen Glaubens ist, der weiß um „das Ganze“, der weiß, daß Himmel und Erde untrennbar zusammengehören und nicht auseinanderdividiert werden dürfen. Wir begreifen den für uns unsichtbaren, „jenseitigen“ Teil der Kirche als unendlich viel größer und umfassender, als das, was HIER von der Kirche zu sehen und zu erfahren ist. (Lumen Gentium, Kapitel VII, DER ENDZEITLICHE CHARAKTER DER PILGERNDEN KIRCHE UND IHRE EINHEIT MIT DER HIMMLISCHEN KIRCHE)

Wir glauben an den einen Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
der alles geschaffen hat,
Himmel und Erde,
die sichtbare und die unsichtbare Welt.

Und an den einen Herrn Jesus Christus,
Gottes eingeborenen Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
Gott von Gott,
Licht vom Licht,
wahrer Gott vom wahren Gott
gezeugt nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;
durch ihn ist alles geschaffen.

Für uns Menschen und zu unserem Heil
Ist er vom Himmel gekommen,
hat Fleisch angenommen
durch den Heiligen Geist
von der Jungfrau Maria
und ist Mensch geworden.

Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus
Hat gelitten und ist begraben worden,
ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift
und aufgefahren in den Himmel.

Er sitzt zur Rechten des Vaters
Und wird wiederkommen in Herrlichkeit,
zu richten die Lebenden und die Toten;
seiner Herrschaft wird kein Ende sein.

Wir glauben an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht
der mit dem Vater und dem Sohn
angebetet und verherrlicht wird,
der gesprochen hat durch die Propheten
und die eine, heilige katholische und apostolische Kirche.

Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.
Wir erwarten die Auferstehung der Toten
und das Leben der kommenden Welt.
Amen.

Jeder liturgische Vollzug, jedes Gebet und jede „im Namen des Vaters“ erfolgte Liebestat oder Barmherzigkeit eines Gläubigen, jede Umkehr zum Guten geschieht in Verbindung mit der „unsichtbaren“ Seite des Reiches Gottes.
Und weil wir „irdischen“ Kinder Gottes nur zu genau unsere Grenzen, Einschränkungen und Sünden kennen, vertrauen wir uns der Fürsprache, dem Beistand und dem Vorbild von Engeln und Heiligen und „all derer, die bei Dir Gnade gefunden haben, von Anbeginn der Welt“ an. Kurz und salopp gesagt, sind wir der Überzeugung, daß wir auf unserem Weg durch die Zeit und bei dem Versuch Jesus Christus nachzufolgen und Gott gehorsam zu sein, allerhand Hilfe und himmlischen Beistand nötig haben.

Detail Apsismosaik S. Maria Maggiore, Rom © A. Wolf

Detail Apsismosaik
S. Maria Maggiore, Rom
© A. Wolf

Ich erinnere mich an eine ganz außerordentliche Gotteserfahrung in meinem Leben, die in die Frage mündete, was bliebe mir jetzt als einzige Möglichkeit, um dies zu beschreiben, zu feiern? Und die Antwort aus Innen war, ich müsste ein Oratorium schreiben können, einen Jubel über Gott, einen ungehörten Lobgesang. Wie sonst könnte ich mein Glück, meine Freude, meine Dankbarkeit über die Liebe Gottes ausdrücken? Bei Vivaldi, Bach, Mendelssohn – Bartholdy z.B. fand ich Annäherungen an den gefühlten Jubel, aber letztlich vertraute ich mein Gloria und Sanktus der unsichtbaren Kirche, den heiligen Engeln an.
Welche Erleichterung, daß mein Dank, mein Lobpreis nun diese „Verstärkung“, aber vor allem die Unermüdlichkeit der Engel gefunden hat.
Ist nicht jedes Gebet ein Einstimmen in diesen himmlischen Jubel über Gott?

Und unsere Heiligen, Märtyrer und Bekenner, Bekannte und Unbekannte?
Ich schließe mich ihrem Lobpreis an, mehr nicht. „Wunderkraft kommt nicht aus Dir, ist ein Ding von Gottes Gnad, der uns all erschaffen hat.“ , sagt Josef Weiger über den Heiligen Antonius. Ich lehne mich an sie an und bestaune ihre Geschichte mit Gott dem Allmächtigen, der uns die Freiheit zu jeder Sünde und Verfehlung  läßt und gleichzeitig in unendlichem Erbarmen unsere Rettung will. Es ist gut zu wissen, daß es fehlbare Menschen waren und sind, die zu Gottes Willen bedingungslos JA sagen und ihm dienen konnten. Sie sind die Zeugen für die Untrennbarkeit von Himmel und Erde. All unser Beten, unser Denken und Sprechen von Gott sollte diese Einheit widerspiegeln. Allzu oft klingt in unserem Beten und Bitten eine gedachte Kluft zwischen „hüben und drüben“ an, die es so gar nicht gibt: Gott sei Dank!

Papst Paul VI. schreibt im Credo des Volkes Gottes (Sollemni hac Liturgia):

„Wir glauben, daß die große Schar derer, die mit Jesus und Maria im Paradies vereinigt sind, die himmlische Kirche bildet. Dort schauen sie in ewiger Glückseligkeit Gott so, wie er ist. Dort sind sie auch, verschieden dem Grad und der Art nach, Teilhaber jener göttlichen Herrschaft, die der verherrlichte Christus ausübt, zusammen mit den heiligen Engeln. Sie legen für uns Fürsprache ein und helfen uns in unserer Schwachheit durch ihre brüderliche Sorge.

Wir glauben an die Gemeinschaft aller Christgläubigen: derer, die hier auf Erden pilgern; derer, die nach Abschluß des Erdenlebens geläutert werden; und derer, die die himmlische Seligkeit genießen; sie alle bilden zusammen die eine Kirche. Wir glauben desgleichen, daß in dieser Gemeinschaft die barmherzige Liebe Gottes und seiner Heiligen stets unseren Gebeten Gehör schenkt, wie uns Jesus gesagt hat: “Bittet und ihre werdet empfangen.” Mit ebendiesem Glauben und ebendieser Hoffnung erwarten wir die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Gepriesen sei der dreimalheilige Gott! Amen.“

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6. Oktober 2015
von ankerperlenfrau
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In diesem Glauben will ich leben

Dom zu Eichstaett

Dom zu Eichstaett

An sie, die so unendlich rein ist,
weil sie auch so unendlich gütig ist.
An sie, die so unendlich reich ist,
weil sie auch so unendlich arm ist.
An sie, die so unendlich erhaben ist,
weil sie so unendlich gering ist.
An sie, die so unendlich freudenreich ist,
weil sie auch so unendlich schmerzenreich ist.
An sie, die so unendlich jung ist,
weil sie auch so unendlich mütterlich ist.
In diesem Glauben will ich leben und sterben.

Charles Péguy

Quelle: „Freuden und Leiden Mariens“, Würzburg 1978 (Bildband mit Texten großer Dichter)

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5. Oktober 2015
von ankerperlenfrau
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Denn wer kennt und liebt Christus mehr als sie?

Johannes Paul II. in Pompeji Oktober 2002

Johannes Paul II.
in Pompeji
Oktober 2002

„Denn was ist eigentlich der Rosenkranz? Er ist ein Kompendium des Evangeliums, das uns ständig zu den wichtigsten Ereignissen im Leben Christi zurückführt, um uns sein Geheimnis gleichsam »einatmen« zu lassen. Der Rosenkranz ist ein bevorzugter Weg der Kontemplation. Er ist sozusagen der Weg Marias. Denn wer kennt und liebt Christus mehr als sie?“

Ansprache beim Beten des Rosenkranzes in Pompeji, 7. Oktober 2003

Szenenbild "Maria von Nazareth" BR

Szenenbild
„Maria von Nazareth“
BR

 

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2. Oktober 2015
von ankerperlenfrau
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Denn er hat seinen Engeln befohlen

Aus dem Oratorium ‚Elias‘ op. 70 (MWV A 25) von Felix Mendelssohn-Bartholdy

Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir,
dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen,
denn er hat seinen Engeln befohlen über dir,
dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen

Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir,
dass sie dich auf den Händen tragen
und du deinen Fuss nicht an einem Stein stossest
Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir,
dass sie dich auf den Händen tragen
dass sie dich auf den Händen tragen
dass sie dich auf den Händen tragen,
dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.

Weil heute das Schutzengelfest ist und zudem der Vorabend des 3. Oktober, dieser wunderschöne Chorgesang aus Felix Mendelssohn – Bartholdys Oratorium Elias für Euch.
Schönster Audruck evangelischer Frömmigkeit. Vorgetragen vom Dresdner Kreuzchor, einem der wenigen Knabenchöre, die nicht schrill und pathetisch werden…die Aufnahme ist von 1993.

Und dazu fällt mir ein Erlebnis ein: Weiterlesen →

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1. Oktober 2015
von ankerperlenfrau
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Rosenkranzmonat Oktober – da ist er wieder

Der Oktober ist für diesen kleinen Blog ROSENKRANZ + PILGERZEICHEN wetterunabhängig immer golden. Es gibt mehr Zugriffe und Leser interessieren sich wirklich für die spezifischen Rosenkranzbeiträge. Große Freude, auch „alte Artikel“ finden neue Leser.

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In diesem Jahr verstehe ich besonders gut, warum die Bischofssynode in Rom immer um diese Zeit stattfindet: unsere, unter Mitwirkung des Heiligen Geistes, gewählten Oberen brauchen unser Gebet.
Und dieses Jahr brauchen Sie es nötiger denn je, meint man. Die Synode tagt zum Thema Ehe und Familie und im Vorlauf wurde mit „harten Bandagen“ gekämpft und gestritten, gemutmaßt und geargwöhnt, polemisiert und manipuliert…jetzt ist es genug, finde ich!
Jetzt ist es an der Zeit, die Rosenkränze (oder Dein Lieblingsgebet) auszupacken und „alle guten Geister“ nach Rom auszurichten. Nicht um den Himmel zu bestürmen, daß DEIN oder MEIN Wille geschehe, nein, nein. GOTTES WILLE GESCHEHE und er leite seine Kirche seiner Wege. Weiterlesen →

Fra Angelico 
Verkündigung, 
Museo Diocesano Cortona

29. September 2015
von ankerperlenfrau
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Früher waren mehr Engel…

…Loriots Opa Hoppenstedt Zitat „Früher war mehr Lametta“ darf ich heute am Fest der Erzengel mal bemühen.

Rembrandt Jakob und Engel

Rembrandt
Jakob und Engel

Ja, früher waren mehr Engel im katholischen Alltag. Am häufigsten wurde von den Schutzengeln geredet. Als Kind bin ich mit dem Fahrrad gestürzt. Damals waren Brillen noch aus veritablem Glas gemacht und meine zersplitterte bei dem Sturz eindrucksvoll. Beim Anblick der kleinen Schrammen um mein Auge rief meine Mutter erleichtert aus: „Gott sei Dank, da hast Du aber einen guten Schutzengel gehabt. Du hättest ein Auge verlieren können!“
Irgendwie war das stehende Rede, wann immer uns Kindern Unbill mit glücklichem Ausgang widerfahren ist: der Schutzengel war stets zur Stelle und hat Schlimmeres verhütet.
Ich will Sie nicht mit der biographischen Fortentwicklung meines Engelsglaubens ermüden.
Sei nur gesagt, die Überzeugung, daß sie existieren, daß sie „Schlimmeres verhüten“ und uns Menschen ganz nahe und ganz ähnlich sind, hat es unbeschadet in mein drittes Lebensviertel geschafft.
An einen persönlichen Schutzengel zu glauben, ist relativ leicht…tatsächlich habe ich zahlreiche Geschichten von unerklärlichen und wundersamen Rettungen gehört, vom Begleitetsein und Gehaltenwerden…oft zu privat, um erzählt zu werden, wie meine eigenen Erlebnisse…unter Christen ein wissendes Kopfnicken – Gott sei Dank, Schutzengel. Weiterlesen →

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26. September 2015
von ankerperlenfrau
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Herr, gib Frieden in unseren Tagen

…komm uns zu Hilfe mit deinem Erbarmen…

Liebe Leser von ROSENKRANZ + PILGERZEICHEN,

nach einer heilsamen „Auszeit“ geht es hier nun weiter.

Gottes Segen und einen guten Sonntag wünscht

die Ankerperlenfrau

Zuhause

16. Juli 2015
von ankerperlenfrau
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Unsere liebe Frau…

Muttergottes Tannheim

…vom Berge Karmel ist neben dem Heiligen Martin die wichtigste Beschützerin unseres Dorfes. Seit der Zeit der Schwedenkriege, als das Dorf nach der Schwedenbelagerung Memmingens fast ganz aufgerieben war und nachher noch von der Pest heimgesucht wurde, vertraute man auf die Fürsprache „der Mutter vom Berge Karmel“ und feierte das Skapulierfest.
„Der Gedenktag Unserer Lieben Frau auf dem Berge Karmel am 16. Juli ist erstmals 1386 in englischen Karmelitenklöstern als Eigenfest des Ordens am 17. Juli bezeugt. 1595 wurde die Feier dieses Gedenktags von der vatikanischen Ritenkongregation auch außerhalb des Ordens ermöglicht, 1726 wurde er von Papst Benedikt XIII. für die ganze katholische Kirche eingeführt. Weiterlesen →

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15. Juli 2015
von ankerperlenfrau
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Tibet – ein Lehrstück

420630_10151362527480527_5255058_nDiese Woche war der 80. Geburtstag des Dalai Lama. Das wusste ich nicht. Aber manchmal gerät man auf merkwürdigen Umwegen in eine Position, von der man selbst überrascht wird – ich setze mich für ein „tibetisches Thema“ ein.

Die Tibet – Frage beschäftigt jede einigermaßen unterrichtete Person. Sie hat zwei Seiten: einmal die geopolitische Bedeutung des Landes und zum anderen die Fragen der Menschenrechte und Religionsfreiheit.
Geopolitisch ist u.a. bedeutsam, daß das kommunistische China mit Tibet das Ursprungsgebiet von fünf asiatischen Strömen und damit die Wasserversorgung von 47 % der Weltbevölkerung kontrolliert.
Das tibetische Volk mit seinem Schicksal steht stellvertretend für alle Minderheitsbevölkerungen, die planvoll ihrer Rechte beraubt und von autoritären Staaten bedrängt und bedroht, ja ausgelöscht werden.
Tibet und die Tibeter haben mit dem Dalai Lama, ihrer inoffiziellen Exilregierung in Dharamsala / Indien und weltweiter Unterstützung durch „Free Tibet“ Aktivisten sicherlich eine Sonderstellung.
Es nützt nur nichts! Die kommunistische Diktatur in China herrscht ungebrochen und blüht und gedeiht an Macht und letztlich Unkontrollierbarkeit.

Meine „China“ – Geschichte ist völlig unerheblich, gemessen an den wirklich existentiellen Fragen der Zeit.
Und doch zeigt sie etwas Exemplarisches über das kommunistische China, die Machtverhältnisse in der Welt und die Verlogenheit und Doppelmoral westlicher „Wertevertreter“.

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Wie facebook Leser wissen, bin ich glückliche Besitzerin zweier Hunde. Wie es das Schicksal wollte, ausgerechnet TIBET TERRIER. Eine uralte, in Tibet als „Landschlag“ gezogene Rasse, ein Klosterwächter und Nomadenbegleithund. Weiterlesen →

Detail Apsismosaik
S. Maria Maggiore, Rom
© A. Wolf

5. Juli 2015
von ankerperlenfrau
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Maria Laetitia – Marias Freuden

IMG_1344Maria Laetitia, die Freuden Marias, ist ein Gedenktag im Franziskanerorden. Vielleicht ist Ihnen schon aufgefallen, daß in den franziskanischen Orden (Franziskaner, Kapuziner, Klarissen) ein Rosenkranz mit sieben Gesätzen zum Habit gehört.

Das Marienlexikon* schreibt dazu:
„Das Fest der sieben Freuden Mariens am 5. Juli pflegten vor allem die Franziskaner. Dazu zählen meist Verkündigung, Heimsuchung, Geburt Christi, Anbetung der Könige, Darstellung im Tempel, Auferstehung Jesu und Marias Aufnahme in den Himmel, wobei Anzahl und Art der Geheimnisse manchen Wandlungen unterworfen sind. Fast immer aber sind Verkündigung, Geburt Christi, Anbetung der Könige und Darstellung im Tempel enthalten. Häufig sind die sieben Freuden den sieben Schmerzen Marias zugeordnet.“

Gebetet wird der Franziskanerrosenkranz nach den Regeln des ROSARIUM VIRGINIS MARIAE, allerdings mit 7 x 10 Ave Maria mit folgenden Clausulae, die allesamt auch bei Dominikus von Preussen vorkommen:

Jesus, den du, o Jungfrau, vom Hl. Geist empfangen hast. (Lk 1, 35-38)
Jesus, den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast. (Lk 1, 41-45)
Jesus, den du, o Jungfrau, in Bethlehem geboren hast. (Lk 2, 16-19)
Jesus, den du, o Jungfrau den drei Weisen zur Anbetung gezeigt hast. (Mt 2, 9-11)
Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast. (Lk 2, 46 ff)
Jesus, der von den Toten auferstanden ist. (Mt 28, 7 ff)
Jesus, der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat. (Kol 1, 12) Weiterlesen →

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4. Juli 2015
von ankerperlenfrau
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Catholic in Brooklyn

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Zum ersten Mal empfehle ich den Lesern von Rosenkranz + Pilgerzeichen einen Blog zur Lektüre: eine US amerikanische Katholikin aus dem traditionalistischen Umfeld innerhalb der Katholischen Kirche bloggt seit Jahren unter CATHOLIC IN BROOKLYN – The Journey Of ONE Catholic In A World Gone Mad. Ich lese ihren Blog schon lange, weil sie klug und maßvoll schreibt. Auch bei Themen, die mir „nicht so sehr liegen“, lege ich Wert auf ihre Meinung und vor allem auf die Ehrlichkeit, mit der sie schreibt. Zudem recherchiert sie sehr gut und weiß meist zwischen Nachricht und Meinung zu trennen, was ja eine publizistische Maxime zu sein scheint, die allgemein immer mehr in Vergessenheit gerät.

Für mich füllt sie beim Lesen von katholischen Blogs eine Lücke: bei uns deutschen Katholiken bedauere ich nämlich eine ziemlich ungute Entwicklung in den letzten Jahren. Weiterlesen →

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3. Juli 2015
von ankerperlenfrau
6 Kommentare

Ja was ist denn da los…

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Rom Mai 2015 © A.Wolf, Kath. Blogger

Ja, was ist denn da los, werden sich die Stammleser von ROSENKRANZ + PILGERZEICHEN fragen. Tja, was soll ich sagen?
Im schönen Monat Mai hat mich „der Hafer gestochen“ (oder die Möwe gepickt): Dein Blog braucht mal bissel Tapetenwechsel.
Nach fast drei Jahren der laienhaften Bastelei an einem selbst-„gehosteten“ WordPress Blog war ich der Ansicht, es müsse mal ein Profi drüber schauen. Hat er gemacht und richtig böse Fehler wurden nicht gefunden. Schön! Das neue Layout gefällt Euch, hoffe ich.

Beim Durchforsten meiner Linkliste ist mir ein herber Verlust aufgefallen. Weiterlesen →

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20. Juni 2015
von ankerperlenfrau
2 Kommentare

Gelobt seist Du, mein Herr

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Gelobt seist Du, mein Herr
…eine katholische Erfahrung

Der Dokumentarfilmer Reinhard Kungel hat einen Film über die „Babyboomer“, die Jahrgänge 1958 – 1965 gedreht und nennt sie „Generation Waldsterben“.  Sehenswert!
Für uns Kinder der frühen Sechziger hat alles im Wald begonnen: mangels Unterhaltungsindustrie hielten wir uns in jeder freien Minute dort auf zum Spiel mit Freunden. Die Natur und unsere Freunde waren vielen von uns mehr Zuhause, als das Gebäude in dem unsere „wirtschaftswundergebeutelten“ Eltern unser Bett aufgestellt hatten und uns reichlich Essen verabreichten…zwischen ihren Terminen.
Gestern habe ich von Pierre Brice geschrieben, Indianerlager, Hütten im Wald waren beliebt und Holzgewehre waren noch kein Anlaß für Moralpauken zuhause. Das war eine ziemlich freie Kinderwelt, noch nicht durchseucht von pädagogischen Experimenten.

Keinem von uns Waldkindern konnte entgehen, was das Wirtschaftswachstum, dieses goldene Kalb, um das alle unablässig tanzten, mit unserer direkten Umgebung anstellte. Weiterlesen →