Ein lebender Heiliger – Don Gaetano Nicosia

Ein lebender Heiliger – Don Gaetano Nicosia

P. Gaetano Nicosia SDB © A.Wolf, Kath. Blogger

P. Gaetano Nicosia SDB
© A.Wolf, Kath. Blogger

Bei der Generalaudienz in Rom am 13. Mai 2015 ist mir bei den Rollstuhlfahrern in meiner Nähe immer wieder ein alter Herr in priesterlicher Kleidung mit seinem jungen Begleiter aufgefallen. Es war sehr heiß und der junge Mann achtete sorgsam auf die Beschattung seines Schützlings, gab ihm zu trinken, umsorgte ihn, wie es ein liebevoller Enkel mit seinem zerbrechlichen Großvater machen würde. Verschiedene Kleriker begrüßten in großer Ehrerbietung den alten Priester. Kardinal Zen Ze-Kiun, selbst 83 Jahre alt und zur salesianischen Familie gehörig, setzte sich zu ihm und unterhielt sich herzlich. Die Szene fesselte meine Aufmerksamkeit und je mehr sich der Frühlingssonnenbrand auf meiner Haut ausbreitete, umso mehr machte ich mir Gedanken um den Greis und sein Wohlergehen.
Wahrhaftig eine denkwürdige Begegnung, die sich eingeprägt hat. Die Kirche lebt aus ihren Heiligen, den Reben aus dem ewigen Weinstock: wieviel Bestärkung und Hoffnung darin liegt. Erst nach der Audienz fand ich heraus, wer da dem Heiligen Vater die Ehre gegeben hat. Pater Gaetano Nicosia, Salesianer Don Boscos ist 1915 in Sizilien geboren, fühlte bereits als Kind seine Berufung, den Leprakranken beizustehen und folgte noch im Kindesalter dem Weg Don Boscos nach China. Auf Macao machte er seinen Traum der Jesus Nachfolge wahr und diente unter widrigsten Bedingungen den Leprösen, die auch dort Ausgestoßene waren.

© Paul Haring CNS

© Paul Haring CNS

April 3rd, 2015 will be the birthday of Fr. Gaetano Nicosia, of the Salesian Order, who will turn 100. His elder brother, still living in Sicily is 104 years old.

Nicosia’s father was killed in the trenches during WW1 – Italy had joined the fray on 24 May 1915 – leaving his mother alone to raise their children. He grew up in his native Sicily and one day, going through the pictures of a magazine showing Chinese lepers, he felt the urge to help them. Because of this he entered the Salesian order founded by Don Bosco in Turin and afterwards he demanded to be sent abroad to assist lepers. He landed in Hong Kong in 1935, moving then to Macau.

When WWII broke out in 1941, Macau was spared the actual fighting but people suffered enormously because the Japanese Army controlled the supply of food. After the war he helped to build an agricultural school in Coloane for the orphans and for the refugees who were moving in from mainland China. In 1963 he started the Salesian Mission for the Hansenians in Macau, and in Coloane the Missao de Nossa Senhora das Dolores. In 1984 he founded the Escola D. Luis Versiglia de Ka Ho, close to that village.

About one hundred lepers lived in the Ka Ho leprosy, in the island of Coloane; but they were abandoned to themselves, and in urgent need of care. The situation was so desperate that people began to commit suicide. In fact, the colony was located near a cliff, and several of them threw themselves off it.

Between 1963 and 1980, Fr. Nicosia lived in Ka Ho together with his lepers. It is still a mystery how leprosy spread, perhaps through droplets emitted by people sneezing, but not all people can be infected and Nicosia was spared. The village was isolated, and it could only be reached by boat but even boatmen refused to disembark, and provisions were pulled ashore with a rope. With his arrival, the village underwent a drastic transformation: real doctors and nurses were called in to visit the infected people. The diet became adequate, the environment became clean and tidy and the huts were completely restored. Everyone received a task not to remain idle: the colony’s inhabitants became carpenters, mechanics and drivers. It was then that the village became self-sufficient; with a large water tank and electricity.

By 1970, according to a report published by the Catholic Herald, forty people had been healed and reinstated in society, and another seventy remained in the Ka Ho village. Fr Nicosia endeavoured to find work and financial support for those who had been completely healed and were leaving the leper colony. But unfortunately all were considered outcasts, some not even accepted back into their own families. Hence, a good number of them requested to be allowed back. One of them told to Fr. Nicosia:
“This place has been turned from an Inferno into Paradise!” Other people started to visit the leper colony. Bishop Tavares, for instance, elected it as his special resort in which he sought rest and where he could meditate and pray. The same for Fr. Allegra, translator of the Bible in Chinese, a good friend and a Sicilian like Nicosia, used to visit and stay at regular basis. {…}

© Paul Haring, CNS

© Paul Haring, CNS

Fr. Gaetano Nicosia was never afraid to be infected, he kissed and embraced his lepers, sharing their daily life and remaining at their side, always full of optimism and hopeful in the Divine Providence. He is now living at St.Mary’s Home for the Aged, Aberdeen, Hong Kong and he is proud above all of the fact that the grown up children of his lepers enjoy a prestigious status in society. Among them there are professors, doctors, solicitors and skilled professionals, all living a good life with their family, because Hell had been pushed back by this saintly little priest.

Quelle

P. Gaetano Nicosia, SDB © A.Wolf, Kath. Blogger

P. Gaetano Nicosia, SDB
© A.Wolf, Kath. Blogger

In den Berichten über die Audienz fand ich auch die Bilder von Paul Haring von CNS (Catholic News Service), der die Begegnung mit Papst Franziskus dokumentiert hat.

Dank sei Gott für solche Glaubenszeugen!

Effata – vom falschen Schweigen

Effata – vom falschen Schweigen

Ein Text zum Nachdenken von Ida Friederike Görres

“Daß es zahllose Sünden und Verfehlungen durch das Reden gibt, bedarf keiner Erörterung. Die Schrift weiß, daß ein vollkommener Mensch ist, der nicht durch die Zunge fehlt. Daß es in der viel zu lauten, übergeschwätzigen, in Wortgeräusch ertrinkenden Zeit ein Zuviel an Schweigen geben kann, das uns ebenfalls in Schuld und Sünde verstrickt, steht weit weniger in unserem Bewußtsein.

Jesus heilt den Taubstummen

Jesus heilt den Taubstummen

Zuviel Schweigen? Weiterlesen

Mutter vom Guten Rat

Mutter vom Guten Rat

Mutter vom guten RatIch bitte dich, heilige Mutter Maria,

bei der Freude und bei der Wonne, die du hattest von unseres Herren Kindheit, da du das Knäblein auf deinem Schoße nährtest, es an deine Brust legtest, es mit deinen Armen umfingst, küßtest, stilltest und in süßem Mutterglück mit aller Sorge und Pflege umhegtest:
daß du mich erhörest in allen meinen Ängsten
und Nöten!
Amen.

aus dem Gebetbuch der Königin Agnes um 1300

 

Quelle: “Maria in Dichtung und Deutung” herausgegeben von Otto Karrer, Manesse Bibliothek der Weltliteratur, Zürich 1962

Ein Kind dieser Zeit

Ein Kind dieser Zeit

“Ich bin nicht ein Kind dieser Zeit, es fällt mir schwer, mich nicht geradezu ihren Feind zu nennen.
Nicht, daß ich sie nicht verstünde, wie ich es so oft behaupte. Dies ist nur eine fromme Ausrede.
Ich will einfach, aus Bequemlichkeit, nicht ausfällig oder gehässig werden, und also sage ich, daß ich das nicht verstehe, von dem ich sagen müßte, daß ich es hasse oder verachte.

Ich bin feinhörig, aber ich spiele einen Schwerhörigen. Ich halte es für nobler, ein Gebrechen vorzutäuschen als zuzugeben, daß ich vulgäre Geräusche vernommen habe.”

Joseph Roth, Kapuzinergruft

Nichts als “guter, alter Judenhass” – zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz

Nichts als “guter, alter Judenhass” – zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz

Am 27. Januar erinnert sich die zivilisierte Welt an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz Birkenau. In New York hat sich am 22. Januar 2015 Folgendes zugetragen:
(ich übernehme den Blogartikel von “Tapfer im Nirgendwo”)

“Am 22. Januar 2015 wurde im New Yorker Stadtrat über eine Resolution gesprochen, die in Gedenken an den 70. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau verabschiedet werden sollte. Aktivisten, die auf dem Balkon der Kammer saßen, unterbrachen jedoch die Sitzung mit lautem Gebrüll und entrollten eine Flagge Palästinas. David Greenfield (Democrat) hielt daraufhin eine Rede, die jeder hören muss:

“Ich zittere am ganzen Leib. Ich bin wütend. Ich sage aber auch frei heraus: Ich bin froh darüber, was wir hier heute zu sehen bekommen haben. Weiterlesen

Danke, Freund!

Danke, Freund!

nun_730x_Mein Blogger Freund Andreas hat geschrieben, was meine Seele tröstet:

“Die Tugend der pietas gebietet, Anteil zu nehmen und das Herz zu rühren ob der Opfer des Anschlags auf die Redaktion von Charlie Hebdo - Menschen aus verwandtem Lebenskreis wurden aus ihrem und dem Leben ihrer Angehörigen gerissen; ihr Tod rührt an, auch weil sie uns in der Gestalt ihrer Tage nahe waren. Darüber hinaus gebietet die pietas, nicht jener zu vergessen, die Tag um Tag in uns ferneren Ländern und Kulturen von Islamisten getötet und abgeschlachtet werden.

Zu den Entfaltungen der pietas zählt aber auch, daß man nicht schamlos höhnend und billig in den Dreck zieht, was anderen Menschen heilig ist und hehr (ganz gleich, was man selbst davon halten mag). Wie wenig die Bluttat von Paris eine Rechtfertigung finden kann, so wenig sollten wir der Gebote – aller Gebote – der pietas vergessen: sie sind abendländisches Erbe, das wir nicht leichtfertig der Barbarei opfern wollen.”

Mir fällt zur Gewalt dieser Tage (auch der verbalen Gewalt) nichts mehr ein.
Das Böse macht sich immer mehr die Menschen untertan und es ist so unendlich traurig, daß unser “geistiges Immunsystem”, das von recht verstandener religiöser Praxis gesund und kräftig gehalten werden könnte, so gänzlich versagt.

Allein den Betern

Allein den Betern kann es noch gelingen,
Das Schwert ob unsern Häuptern aufzuhalten
Und diese Welt den richtenden Gewalten
Durch ein geheiligt Leben abzuringen.

Denn Täter werden nie den Himmel zwingen:
Was sie vereinen, wird sich wieder spalten,
Was sie erneuern, über Nacht veralten,
Und was sie stiften, Not und Unheil bringen.

Jetzt ist die Zeit, da sich das Heil verbirgt,
Und Menschenhochmut auf dem Markte feiert.
Indes im Dom die Beter sich verhüllen,

Bis Gott aus unsern Opfern Segen wirkt
Und in den Tiefen, die kein Aug’ entschleiert,
Die trockenen Brunnen sich mit Leben füllen.

Reinhold Schneider

…bis GOTT aus unserem Leiden und ihrem Opfer, dem Opfer der Unschuldigen,
Segen wirkt.

Adventskalender, das 21. Türchen

Adventskalender, das 21. Türchen

stern_nr21In drei Tagen also…
Der Advent ist in diesem Jahr ganz anders.
So ernst und still und schmucklos.
Wie all die Jahre vorher wollte ich schmücken, Besinnung halten und mich freuen auf das große Geburtsfest…
Es gelingt mir nicht.
Nein, nein, ich bin nicht etwa schwermütig oder “herabgestimmt”. Es war ein gutes Jahr, da war auch Glück, Freundschaft, Lehrreiches, ich hatte immer das “täglich Brot”, Wasser, Seife, Wärme…

Ich kann nicht vergessen, wie es den christlichen Familien in den Flüchtlingslagern ergehen mag. Wie sie in zugigen Zelten die Winterkälte aushalten müssen. Ausgelieferte, denen es am Nötigsten fehlt. Wie bitter wird es sein, Weihnachten so entblößt verbringen zu müssen…

Auf der Flucht vor dem "IS"

Auf der Flucht vor dem “IS”

Zu viele schreckliche Bilder haben sich in diesem Jahr eingebrannt und ich kann sie nicht “los werden”. Ich schäme mich, daß an meinem Tisch kein Vertriebener sitzen wird und ich schäme mich, daß mein Land nicht unbürokratisch und ohne Aufhebens und ätzende Asyldiskussionen Menschen aus der Kälte holt – einfach den Winter über…unser Land konnte das schon mal: 14 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene wurden untergebracht in der dürftigen Nachkriegszeit.
Und daher soll es dürftig sein in diesem Jahr, es ist gut so. Weiterlesen

Der schlimmste Satz, den ich kenne…

Der schlimmste Satz, den ich kenne…

ist “Jeder soll es machen, wie er will”. Den gibt es ja in vielen Variationen. “Jeder soll machen was ER will” oder “soll doch jeder denken, was er will” oder, auch sehr beliebt, “soll sie später mal selbst entscheiden” oder “DU musst doch wissen, was Du willst”.
Lapidar oder im Brustton der Überlegenheit dahingesagt:
damit wird jede vernünftige Bewertung abgeschossen, jeder Konflikt begraben, jede Debatte im Keim erstickt.  Immer mehr herrscht das universelle “Toleranzverdikt”: und wehe, Du machst nicht, was Du gerade willst, koste es, was es wolle.

BOUND TO BIKINI Weiterlesen