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ADVENIAT – zu uns komme Dein Reich

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ADVENIAT – zu uns komme Dein Reich

Adveniat_LogoLiebe Leser von Rosenkranz und Pilgerzeichen,
heute hat Papst Franziskus zur Spende an Adveniat aufgerufen. Als langjähriges Mitglied der lateinamerikanischen Bischofskonferenz weiß er sehr gut, wie wichtig ADVENIAT seit 52 Jahren für die Menschen in Lateinamerika ist:


Wortlaut des Grußwortes von Papst Franziskus zur Adveniat-Aktion 2013:

Liebe Brüder und Schwestern in Deutschland,

Gott ist verrückt nach uns Menschen, verrückt aus Liebe. Er ist keine unnahbare Gottheit, er will vielmehr unter den Menschen wohnen und zeigt sich uns in einer menschlichen Person, als der Gott mit uns. In seinem Herzen gibt es einen bevorzugten Platz für die Armen. Er geht zu den Ärmsten, wird geboren in einer Höhle, in einem dürftigen Stall. Im Kind von Betlehem macht Gott uns das Geschenk seiner Liebe. Die Liebe ist eine geistliche Kraft, die uns verwandeln will. Er, der unseretwegen arm wurde, lädt uns ein, ihm ähnlich zu werden: hinauszugehen, uns klein zu machen mit den Kleinen und arm mit den Armen.

Helfen wir unseren Brüdern und Schwestern, die in Not sind, dass sie sich nicht allein fühlen. In Europa, wo Wohlstand herrscht, ist uns manchmal nicht bewusst, wie groß die Armut in der Welt ist. Es fehlt an so vielem, nicht nur an Nahrung und Unterkunft, sondern auch an ärztlicher Versorgung, an Bildung, an einem gesunden Sozialgefüge.

Die Bischöfliche Aktion Adveniat wie auch die anderen großen kirchlichen Hilfswerke leisten hier seit vielen Jahren eine verlässliche und nachhaltige Unterstützung. Die Menschen in Lateinamerika, in Afrika und Asien wie auch in Osteuropa und im Nahen Osten brauchen unsere Hilfe. Vergessen wir sie nicht und geben wir ihnen von unserem Überfluss, ja helfen wir mit, eine gerechtere Welt aufzubauen.
Jesus sagt uns, dass alles, was wir einem unserer geringsten Brüder und Schwestern Gutes tun, das Gleiche bedeutet, als hätten wir dies dem Sohn Gottes getan (vgl. Mt 25,40). Ich vertraue auf euer großes Herz, das, je mehr es sich verschenkt, umso mehr mit Gottes Gaben neu gefüllt wird.
In diesem Sinne erteile ich euch allen gerne den Apostolischen Segen.
Papst Franziskus
Radio Vatikan

Ich darf diesen Aufruf durch eine persönliche Erfahrung ergänzen:

San Cristobal Mercado Sto. Domingo6

San Cristobal Mercado Sto. Domingo
© A. Wolf

Projektbetreuung hat bei Adveniat NICHTS mit Verwaltung zu tun, sondern es heißt, daß Adveniatmitarbeiter (Fachleute für eine bestimmte Region) Projekte besuchen und Antragsteller auf solide Finanzierung und Förderungswürdigkeit im Sinne der Evangelisierung „abklopfen“. Ich habe selbst erlebt, wie der Antrag französischer Ordensfrauen, die eine Ferieneinrichtung für Bischöfe ausbauen wollten unter dem LABEL „Exetitienhaus“ nach Besichtigung abgewiesen wurde.
Die Adveniat Vertreterin hat die Projektbesuche auf der Reise zu einer Internationalen Konferenz Katholischer Frauen „mitgenommen“, ist per Holzklasse und Billigflieger, Microbus und rappeligen PKW durch’s Land gereist und ich konnte die Dankbarkeit der Menschen: Laien, Priester, Ordensfrauen, die so ärmlich leben, wie es sich hier niemand vorstellt mit eigenen Augen sehen. Ein Priester zeigte uns stolz sein blankgeputztes Fahrrad, mit dem er täglich Kilometerweit durch seine weitläufige Gemeinde fährt (er schaute dabei wie einer, der einen Mercedes präsentiert)
(Ich habe alle meine Unkosten selbst gezahlt und DURFTE sie begleiten und sehen, wieviel Gutes da gestiftet wird.)

In einer unendlich ärmlichen Kirche – die Menschen umringten uns wie ein „Wunder“ und viele standen barfuß auf eiskaltem Steinboden in der kleinen Kolonialkirche, die bis heute das einzige feste Gebäude im Dorf ist und dankten uns, daß wir aus Europa zu ihnen kommen, an sie denken…ich habe mich damals meiner warmen Klamotten, teuren Schuhe und kleinen Adveniat – Spenden geschämt, angesichts dieser unglaublichen Dankbarkeit, die uns entgegen gebracht wurde: ausgemergelte Menschen, die uns küßten, umarmten, mit Blumen schmückten und alles Essen im Dorf zusammentrugen, um uns zu bewirten! Die Ordensfrau, die uns begleitete sagte: nehmt das Essen an um ihre Ehre zu wahren, aber gebt es dann den Kindern weiter, denn es ist alles, was sie haben…
Xaltepec_gemeindeIch werde das nie vergessen!

Obwohl Adveniat ein „großes Hilfswerk“ ist, hat es ungeheuer gute (persönliche) Verbindungen in alle lateinamerikanischen Länder und kann schnell und unbürokratisch helfen. Seit seiner Gründung (informell 1961, offiziell 1969) ist die Weihnachtsaktion von ADVENIAT eine wichtige Hilfe für die Bischöfe und Orden dort. Die Kontakte sind so vielfältig und langjährig, daß selbst Kleinstprojekte gut geprüft eine gute Chance haben, durch das „große“ Adveniat unterstützt zu werden.
Die Hilfsaktion ist aus dem jungen Bistum Essen hervorgewachsen und Franz Hengsbach hat quasi „per Schulterklopfen“ die ersten Mitarbeiter (anfangs gab es nur eine handvoll) rekrutiert „Du könntest doch bei Adveniat mitmachen“…man hat regelrecht bei Null angefangen.
In 50 Jahren ist so ein Netz der Hilfe und des Vertrauens gewachsen, das man nur als erstaunlich bezeichnen kann.

In Wikipedia heißt es: „Laut Aussagen des Hilfswerkes fließen mehr als 90 Prozent der Spenden direkt in die Projekte vor Ort, und 6,2 Prozent[1] werden für Verwaltungsaufgaben eingesetzt. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen in Berlin, vergibt regelmäßig seine Spendensiegel an Adveniat. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers zählte Adveniat 2005/2006 zu den drei transparentesten gemeinnützigen Organisationen Deutschlands.“
Und darum wurde aus Glaubensgründen gerungen seit Existenz des Werkes und nicht erst seit Skandale (z.B. Unicef) die Spendenwilligkeit erschütterten.

Was mich als Augenzeuge sehr beeindruckt hat, ist, wie nachhaltig die Begleitung der Projekte ist und daß es ein „Hand in Hand“ Arbeiten mit Misereor gibt. Da wird dauerhafte „Infrastruktur“ aufgebaut UND erhalten.
So sieht aus, was die Menschen aus eigener Kraft schaffen (und sie geben dafür wirklich vom Allernötigsten!): Das hat er mit den Männern seiner Gemeinde eigenhändig gebaut!
Als genug Geld zusammen war, haben sie ein Stück Land nebenan gekauft und den Kirchturm drauf gestellt:Kirche von Don Camillo_tnKirche von Don Camillo1_tnSo sehen die „Beratungen“ vor Ort mit der Adveniat – Beauftragten aus:

Kirche von Don Camillo2_tnDon Camillo Guadalajara_tnDaß die Adveniat Mitarbeiterin (Elisabeth Prégardier, eine der ersten hauptamtlichen Mitarbeiterinnen) hier umringt ist von anderen „Europäerinnen“ war dem Umstand geschuldet, daß sie von Teilnehmerinnen der Internationalen Konferenz Katholischer Frauen in Guadalajara begleitet wurde nach Ende der Konferenz.
Der Priester in speckiger Soutane, mit Zähnen, die nicht repariert werden mangels Geld, ich nannte ihn „Don Camillo“, hat diesen Acker inmitten einer Satellitensiedlung von Guadalajara (die Stadt wuchs in den letzten 20 Jahren „explosionsartig“) gekauft, einen Kirchturm draufgestellt und damit „markiert“, daß das jetzt seine Gemeinde ist.

Zu unserem Entsetzen erzählte er, wie sie mit evangelikalen Sekten zu kämpfen haben, die mit viel Geld aus den USA kommen und die Gemeinden spalten (das haben wir nachher noch oft gehört…). In der Ferne zeigte er uns den gewaltigen Sektentempel, der ganz Guadalajara überragte. Unterm Kirchturm pflanzt er seinen Mais, den er zum Leben braucht.
Hier sollte also Adveniat zum Bau der „richtigen“ Kirche helfen: und hat es getan.
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ADVENIAT REGNUM TUUM

Heute wird „(Neu-) Evangelisierung“ gefordert: und wer weiß noch, daß die Deutsche Kirche schon so lange eine so erfolgreiche Aktion zur „Evangelisierung Lateinamerikas“ unterhält?
Möge die Jungfrau von Guadalupe ADVENIAT weiterhin beistehen und neue engagierte Menschen senden, die bereit sind, von ihrem Wohlstand ein kleines Stück zu geben.
Fiesta in der Kirche von Colonias2Laßt uns als deutsche Katholiken am 25. und 26. Dezember in der Weihnachtskollekte „Flagge zeigen“ und „schmeißen wir ins Adveniat – Körble, was der Geldbeutel hergibt“.
¡vámonos! – Laßt uns los gehen!
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"Heizstrahler"

„Heizstrahler“

ADVENIAT  REGNUM  TUUM

Euch allen ein FROHES und GESEGNETES WEIHNACHTSFEST im aufstrahlenden Licht unseres Erlösers, der wie der Ärmste zu uns kam, weil kein Platz in der Hergerge war…

Eure Ankerperlenfrau

Das schöne Bild stammt von Braut des Lammes.
Es ist ein schönes Sinnbild dafür, was unser „Zehnter“ bei den Ärmsten bewirken kann: bringe es allein die Wärme unserer Zuwendung: „Daß Ihr in Europa an uns denkt“ hat der mexikanische Katechet zu uns gesagt….


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5 Kommentare

  1. Ich wäre versucht, zu sagen: Möge der Weihnachtssegen auf dich, liebe Ankerperlenfrau, reich niederperlen. Klingt kitschig? Ich sag’s trotzdem – voll und ganz und ernsthaft … alsdann: Gesegnete Weihnachten! Andreas

  2. Lieber Andreas, ich danke Dir von Herzen: und ja „es perlt“…ich habe richtig doll Grippe und das beschert mir das ungewöhnlichste, ruhigste und innerlichste Weihnachten seit vielen Jahren: „der liebe Gott tut nichts als fügen“ sagen sie im Ruhrgebiet.
    Ich wünsche Dir auch den Segen der Heiligen Zeit: möge ER immer neu in unseren Herzen geboren werden.
    Gloria in excelsis Deo.

  3. Liebe Ankerperlenfrau, ich wünsche Dir ganz herzlich gute Besserung und weiterhin eine gesegnete Weihnachtszeit! Viele liebe Grüße

  4. Ein Weihnachtslied, dass von einem Ehrenbürger und ehemaligen Bürgermeister meiner Gemeinde verfasst wurde und bei uns in den Weihnachtsmessen voll Inbrunst geschmettert wird – leider kann ich die schöne Melodie nicht mitsenden:
    „Staune Himmel, staune Erde, Meeresgrund und Sternenfeld. Dass er uns Versöhner werde, kam als Knecht der Herr der Welt. In des Himmels hohe Chöre stimmet Christen, Gott sei Ehre, in der Geister Harfenklang töne unser Lobgesang. Aller Himmel Feste bebet, und der Engel selge Schar, die zur Erde niederschwebet, bringt des Heiles Botschaft dar. In des Himmels hohe Chöre stimmet Christen, Gott sei Ehre, in der Geister Harfenklang töne unser Lobgesang. Gottes Wort ist Fleisch geworden, nach des Paradieses Fall öffnen sich die Himmelspforten in dem niedren Hirtenstall. In des Himmels hohe Chöre stimmet Christen, Gott sei Ehre, in der Geister Harfenklang töne unser Lobgesang. Gott von Gott und Licht vom Lichte scheint er in die Dunkelheit, lehrt des Ewigen Gerichte, zeigt den Weg zur Seligkeit. In des Himmels hohe Chöre stimmet Christen, Gott sei Ehre, in der Geister Harfenklang töne unser Lobgesang. Alle Finsternisse weichen mit dem Geisterheer der Nacht. Vor des Heilands Licht erbleichen aller Torheit Glanz und Pracht. In des Himmels hohe Chöre stimmet Christen, Gott sei Ehre, in der Geister Harfenklang töne unser Lobgesang!“ (Otto Karch).

  5. Auch ich wünsche dir gute Besserung! Und wenn es wieder gut geht, wartet natürlich alle Welt auf deine Beiträge. Das ist kein Scherz, wie es ausschaut, hast du vielen Menschen wirklich etwas zu sagen und so warten wir – ich auch – eben geduldig. 🙂

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