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Gebet – Kunst – Geschichte

Allerheiligen im Steffl

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Allerheiligen im Steffl
Ein Gastbeitrag

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Wer sich in diesen Wochen als Christ bedroht und ängstlich fühlt, ist im Stephansdom – von den Wienern zärtlich „Steffl“ genannt – sehr gut aufgehoben.
Trotz seiner Größe ist er wie ein katholisches Wohnzimmer, hier trifft sich sozusagen die Weltkirche zur Messe, die Tag für Tag Stunde um Stunde gehalten wird. Jedes Mal, wenn ich ihn aufsuche, umfängt und beschützt er mich wie eine gute Mutter.

Allerheiligen war der Steffl voll und ich hatte das Gefühl, daß  die Gemeinschaft der Gläubigen besondere Nähe suchte.
Die Österreicher  danken seit 1683  an jedem 12. September  zu „Maria Namen“ für die Rettung Wiens „aus der höchsten und letzten Türkennoth“ – für die Errettung von den Türken, die vor Wien standen.
Vielleicht ist diese latente „Alarmbereitschaft“ oder alertness in diesen Tagen angemessener als unsere deutsche Neigung zum Schlaf der Gerechten.
Es war gut, von den Märtyrern zu hören, von den Unruhigen, Suchenden, den Gezeichneten.

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„Und ich erfuhr die Zahl derer, die mit dem Siegel gekennzeichnet waren. Es waren hundertvierundvierzigtausend aus allen Stämmen der Söhne Israels, die das Siegel trugen:
Danach sah ich: eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen; niemand konnte sie zählen. Sie standen in weißen Gewändern vor dem Thron und vor dem Lamm und trugen Palmzweige in den Händen.
Sie riefen mit lauter Stimme: Die Rettung kommt von unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und von dem Lamm.
Und alle Engel standen rings um den Thron, um die Ältesten und die vier Lebewesen. Sie warfen sich vor dem Thron nieder, beteten Gott an und sprachen: Amen, Lob und Herrlichkeit, Weisheit und Dank, Ehre und Macht und Stärke unserem Gott in alle Ewigkeit. Amen.
Da fragte mich einer der Ältesten: Wer sind diese, die weiße Gewänder tragen, und woher sind sie gekommen?
Ich erwiderte ihm: Mein Herr, das musst du wissen. Und er sagte zu mir: Es sind die, die aus der großen Bedrängnis kommen; sie haben ihre Gewänder gewaschen und im Blut des Lammes weiß gemacht.“                                                
Offenbarung 7, 4.9-14

Es war so gut, sich in der Gegenwart der Heiligen zu beruhigen, dicht an dicht als Gemeinde Mut im Gebet zu schöpfen und sich in der Größe und dem Ernst der Liturgie zu erholen, das Wunder der Eucharistie zu empfangen und zu teilen, vielstimmig und doch einig den Glauben zu bekennen.

Selten war ich so dankbar über die Vielen, die sich jeden Tag auf der Welt für Christus sammeln,  die unermüdlichen Beter, die Märtyrer und Opfer.  Danke, guter Gott.

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Ein Kommentar

  1. Ich habe auch schon viele Kirchen, Dome und Kapellen gesehen und bewundert. Es geht ein Segen von diesen Plätzen aus. Erst jüngst habe ich ein Wunder erlebt. Wir waren an der Grenzen zwischen Deutschland und Frankreich, dort, wo 1914 und 1939 die blutigsten Kämpfe statt gefunden haben. Die Kapelle wurde zu Ehren des Heiligen Josef erbaut. Jedes Jahr am 15. August findet dort eine Messe statt, zu der viele Pilger kommen, Franzosen wie Deutsche. Als wir von zuhause nach Ormesviller gefahren sind, vergaß ich einen Topf von meinem Elektroherd zu nehmen. Er brodelte auf Stufe „Eins“ ruhig vor sich hin. Wir waren ca. 3 Stunden unterwegs. Es hätte ein Brand entstehen können, doch der heilige Josef hat mich davor bewahrt. Es war wirklich ein kleines Wunder für mich.

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