Rosenkranz + Pilgerzeichen

Gebet – Kunst – Geschichte

Anleitung Rosenkranzgebet

Eröffnung: Du beginnst, wie bei jedem Gebet,  mit dem Kreuzzeichen

Maria Elisabeth Stapp
Kreuzzeichenrelief

 

 

 

Im Namen den Vaters und des Sohnes

und des Heiligen Geistes. Amen.

 

 

 

 

Mit dem Kreuz  Deines Rosenkranzes in der Hand sprichst Du dann das

Apostolische Glaubensbekenntnis (1)

Ich glaube an Gott,

den Vater, den Allmächtigen,

den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,

seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

empfangen durch den Heiligen Geist,

geboren von der Jungfrau Maria,

gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich des Todes,

am dritten Tage auferstanden von den Toten,

aufgefahren in den Himmel;

er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;

von dort wird er kommen,

zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,

die heilige katholische Kirche,

Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden,

Auferstehung der Toten

und das ewige Leben.

Amen.

Dann, im Zwischenraum zwischen Kreuz und erster großer Perle, sprichst Du die Doxologie, den Lopreis des dreieinigen Gottes:

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.  Amen

Bei der ersten großen Perle (2) sprichst Du dann das Vater Unser, das Gebet des Herrn:

Vater unser,

der Du bist im Himmel,

geheiligt werde Dein Name,

Dein Reich komme,

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel,

so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von den Bösen.

Amen

Dann folgen drei kleine Perlen (3)  und Du betest um die drei göttlichen Tugenden GLAUBE – HOFFNUNG – LIEBE. Bei jeder kleinen Perle betest Du das Ave Maria (Gegrüßet seist Du Maria) und dem Namen Jesu fügst Du Deine Bitte an:

Gegrüßet seist Du, Maria, voll der Gnade,

der Herr ist mit Dir,

Du bist gebenedeit unter den Frauen,

und gebenedeit ist die Frucht Deines Leibes, Jesus, …

1. Perle: …der in uns den Glauben vermehre. Heilige…

2. Perle: …der in uns die Hoffnung stärke. Heilige…

3. Perle: …der in uns die Liebe entzünde. Heilige…

Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder

jetzt und in der Stunde unseres Todes.

Amen.

Die Eröffnung (auch Glaube – Liebe – Hoffnung – Absatz genannt) schließt Du jetzt mit der Doxologie ab:

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie im Anfang,               so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.  Amen

Skizze Daniel Tibi OSB

Hauptteil, das eigentliche Rosenkranzgebet: Jedes „Gesätz“ beginnt mit einem Vater unser  (damit beginnst Du an der zweiten großen Perle am „Glaube, Liebe, Hoffnungs – Absatz“ (4) Deines Rosenkranzes). Es folgt dann zehnmal das Ave Maria (5) und dem Namen Jesu wird zehnmal das jeweilige „Geheimnis“ (eine Glaubenswahrheit aus dem Evangelium) angefügt. Solch einen „Zehnerpack“, also das Gesätz mit Betrachtung des Geheimnisses für die Dauer von zehn Ave Maria, schließt Du dann immer mit der Doxologie, dem Ehre sei dem Vater… ab.

Jeder Rosenkranz (bzw. jeder Teil des „Psalters“) hat einen Namen, der zu den Heilsereignissen im Leben Jesu passt:

Freudenreiche Geheimnisse: Geburt und Kindheit Jesu

Den du, o Jungfrau, vom heiligen Geist empfangen hast.

Den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast.

Den du, o Jungfrau, in Bethlehem geboren hast.

Den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast.

Den du, o Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast.

Lichtreiche Geheimnisse: Wirken Jesu in der Welt

Der von Johannes getauft worden ist.

Der sich bei der Hochzeit in Kana offenbart hat.

Der uns das Reich Gottes verkündet hat.

Der auf dem Berg verklärt worden ist.

Der uns die Eucharistie geschenkt hat.

Schmerzhafte Geheimnisse: Passion und Tod Jesu

Der für uns Blut geschwitzt hat.

Der für uns gegeißelt worden ist.

Der für uns mit Dornen gekrönt worden ist.

Der für uns das schwere Kreuz getragen hat.

Der für uns gekreuzigt worden ist.

Glorreiche Geheimnisse: Auferstehung und Himmelfahrt

Der von den Toten auferstanden ist.

Der in den Himmel aufgefahren ist.

Der uns den Heiligen Geist gesandt hat.

Der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat.

Der dich, o Jungfrau im Himmel gekrönt hat.

In der Zeit von Bedrängnis und Verfolgung durch die Machthaber des 20. Jahrhunderts beteten die Katholiken deutscher Sprache noch den „Christkönig“ – Rosenkranz mit den endzeitlichen Geheimnissen,die

Trostreichen Geheimnisse: Jesus Christus verläßt uns nicht

Jesus, der als König herrscht.

Jesus, der in seiner Kirche lebt und wirkt.

Jesus, der wiederkommen wird in Herrlichkeit.

Jesus, der richten wird die Lebenden und die Toten.

Jesus, der alles vollenden wird.

Hast Du alle fünf Gesätze eines Rosenkranzes vollendet, dann kannst Du ein schönes Mariengebet oder Marienlied sprechen oder singen. Ich mag das „Salve Regina“ am liebsten (Gotteslob Nr. 540 / Neu Nr. 666,4) oder das Magnificat (Gotteslob Nr. 689 /Neu Nr. 634,4). An Feiertagen und im Mai oder Oktober bete ich manchmal die „Lauretanische Litanei“ (Gotteslob Nr. 769 / Neu Nr. 566).

Ein Geheimnis zehn Ave Maria lang beten und betrachten heißt „ein Gesätz“ (eine Reihe von Sätzen = clausulae) beten.

Die Eröffnung und fünf Geheimnisse beten, heißt „einen Rosenkranz“ beten.                    

Alle (drei) vier „Geheimnispacks“ hintereinander beten, heißt einen „Psalter“ beten.

Das Stundengebet der Kirche umfasst die 150 Psalmen des Alten Testamentes, die im Laufe einer Woche von den Geweihten zu beten sind. Für Laien und nicht Schriftkundige ist seit frühester Zeit bezeugt, daß sie statt dessen 150 Vaterunser beteten. Vor ca. 500 Jahren, als sich diese Sitte zum Rosenkranzgebet fortentwickelte und die „Leben-Jesu-Betrachtung“ nach der Schrift in Form der Geheimnisse (Clausulae) in den Mittelpunkt rückte, hielt man an der Zahl 150 fest (3 x 50 Ave Maria, Namen Jesu und Geheimniss). Da heutzutage das Stundengebet auch den Laien offen steht, hat B. Johannes Paul II. die so entstandene Begrenzung auf 15 Geheimnisse zugunsten der Betrachtung des öffentlichen Wirkens Jesu aufgebrochen und die fünf „Lichtreichen Geheimnisse“ hinzugefügt. Im deutschen Sprachraum hat sich zudem seit nun bald 100 Jahren das Beten der „Trostreichen = endzeitlichen Geheimnisse“ verbreitet. 

Mit der Kirche beten wir:

Sonntag         glorreicher Rosenkranz
Montag          freudenreicher Rosenkranz
Dienstag        schmerzhafter Rosenkranz
Mittwoch       glorreicher Rosenkranz
Donnerstag   lichtreicher Rosenkranz
Freitag           schmerzhafter Rosenkranz
Samstag        freudenreicher Rosenkranz

Sie können die Anleitung zum Rosenkranzgebet auch als PDF herunterladen: Kurze Anleitung Rosenkranzgebet als PDF

Zum Fest des Evangelisten Lukas 2012
Ihre Ankerperlenfrau

Wenn Sie eine gute und ausführliche Anleitung in Händen halten wollen, empfehle ich das kleine Buch von F. Daniel Tibi OSB: Glaubensperlen

Aus Marialis Cultus Papst Paul VI::

show_yourself„49. Der Rosenkranz der seligen Jungfrau Maria, wie wir ihn durch die Überlieferung von Unserem Vorgänger, dem heiligen Pius V., empfangen haben und er von ihm maßgeblich festgelegt worden ist, besteht aus verschiedenen, organisch angeordneten Elementen:

a) der Betrachtung in Gemeinschaft mit Maria einer Reihe von Heilsmysterien, die in kluger Weise auf drei Zyklen verteilt sind, die die Freude der messianischen Zeit, das Erlöserleiden Christi und die die Kirche erfüllende Herrlichkeit des Auferstandenen zum Ausdruck bringen; eine Betrachtung, die ihrer Natur nach zu praktischen Überlegungen und zu verpflichtenden Lebensnormen führt;

b) dem Gebet des Herrn oder Vaterunser, das wegen seines unermeßlichen Wertes die Grundlage des christlichen Gebetes bildet und dieses in seinen verschiedenen Ausdrucksformen adelt;

c) der litaneiartigen Aufeinanderfolge des Ave-Maria, das sich aus dem Gruß des Engels an die Selige Jungfrau (vgl. Lk l, 28) und aus der Seligpreisung Elisabets (vgl. Lk 1, 42) zusammensetzt, denen das Bittgebet der Kirche Heilige Maria folgt. Die fortlaufende Reihe der Ave-Maria ist ein besonderes charakteristisches Kennzeichen des Rosenkranzes, und ihre Zahl, in der typischen und vollständigen Form von hundertfünfzig, stellt eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Psalterium dar und ist eine Gegebenheit, die bis zum Ursprung selbst dieser frommen Übung zurückreicht. Aber eine solche Zahl, die nach bewährtem Brauch in Gesetze von zehn Ave-Maria in Verbindung mit den einzelnen Geheimnissen aufgeteilt ist, verteilt sich auf die drei obengenannten Zyklen. Auf diese Weise ergibt sich der bekannte Rosenkranz von fünfzig Ave-Maria, der als normales Maß für diese Übung in Brauch kam und als solcher von der Volksfrömmigkeit angenommen und durch die päpstliche Autorität festgesetzt wurde, die sie auch mit zahlreichen Ablässen versehen hat;

d) der Doxologie „Ehre sei dem Vater”, die entsprechend einer allgemeinen Grundausrichtung der christlichen Frömmigkeit das Gebet mit dem Lobpreis des dreieinigen Gottes abschließt, von dem, durch den und in dem alles existiert (vgl. Röm 11, 86).

50. Dies sind die Elemente des heiligen Rosenkranzes. Jedes von ihnen hat seine ihm besondere Eigenart, die, wenn sie verständnisvoll erfaßt und gewertet wird, sich im konkreten Gebet widerspiegeln muß, damit der Rosenkranz seinen ganzen Reichtum und seine Vielfalt zum Ausdruck bringt. Er wird deshalb ehrfurchtsvoll im Gebet des Herrn; preisend und lobend in der ruhigen Folge der Ave-Maria; betrachtend in der aufmerksamen Besinnung auf die Geheimnisse; flehend im Bittgebet; anbetend in der Doxologie. Und dies in jeder der Arten, in denen man den Rosenkranz zu beten pflegt: sei es privat, wobei der Betende in innerer Vertrautheit seinem Herrn begegnet; sei es gemeinschaftlich, in der Familie oder unter Gläubigen, die sich zu Gruppen zusammenfinden, um die Voraussetzung für eine besondere Gegenwart des Herrn zu schaffen (vgl. Mt 18, 20); oder sei es öffentlich in Versammlungen, die für die kirchliche Gemeinschaft zusammengerufen wurden.

Siehe auch: Rosenkranz und Jesusgebet
Die Clausulae des Dominikus von Preußen
Die Irrtümer des Alanus de Rupe
und Falsche Anleitung zum Rosenkranzgebet