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Die Armen Seelen

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Die Armen Seelen

Engel Jüngstes Gericht Giotto, Padua

Engel
Jüngstes Gericht
Giotto, Padua

Das Wort „die Armen Seelen“ ist innig und voll liebender Sorge; es enthält aber auch viel Kleines und Verkleinerndes. Die „Toten in Gottes Hand“ haben nichts an sich, was Bemitleidung verdiente. Sie stehen in einem unausdenkbaren Leiden; aber dieses Leiden ist würdig.
Wenn wir einen Menschen sehr liebten, und er wäre einen falschen Weg gegangen; eines Tages aber träfe ihn das Licht, und wir sähen ihn nun, wie er in der tiefen Not des Umwerdens stünde – würden wir ihn ‚bemitleiden‘? Wir würden um ihn bangen, seine Bedrängnis mittragen, aber immer wissen, daß da etwas Großes geschieht, welches Ehrfurcht fordert.
So müssen wir vom Bilde der Heimgegangenen alles abstreifen, was kleinlich ist; alles, worin sich der verborgene Wunsch des Menschen ausdrückt, den anderen leiden zu sehen; alle Geschäftigkeit des Helfens, alles Zudringen der Barmherzigkeit. Die Schrift lehrt uns, anders über den Menschen zu denken. Es sind Söhne und Töchter Gottes, die in der Not, aber auch zugleich im Triumph der ‚Befreiung zur Freiheit der Herrlichkeit‘ stehen (Röm. 8,21) …
Wenn einer in der Liebe schon mehr erfahren hat und inniger in das Geheimnis eingeweiht ist, mag er daran denken, daß jenes neuschaffende Leiden aus der Erlösung kommt, und sein eigenes Lieben und Leiden mit dem erlösenden Willen Christi zu vereinigen suchen.

ROMANO GUARDINI, Die letzten Dinge

Der Auferstandene Oeffnet die Vorhoelle Schoeppinger Altar 15. Jahrh. Anni Borgas

Der Auferstandene Oeffnet die Vorhoelle
Schoeppinger Altar
15. Jahrh.
Anni Borgas

O Seele, warum betrübst du mich?
Welt, warum bedrängst du mich?
Nie und nimmer übergebe ich mich dir,
ich vertraue auf Gott, meinen Herrn,
der mir alles zum Besten schickt.
Des Ewigen, nicht des Zeitlichen wegen
bin ich erschaffen und erlöst worden.
Amen.

Gebet des Heiligen Petrus Canisius

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