Rosenkranz + Pilgerzeichen

Gebet – Kunst – Geschichte

Da werden wir verwandelt in dein Bild

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Da werden wir verwandelt in dein Bild

„Warum betrachten und meditieren wir überhaupt einzelne Stationen und Situationen aus dem Leben Jesu?  Ein modernes Lied, das die Jugend sehr gern singt, bringt das auf den Punkt: „Im anschauen deines Bildes, da werden wir verwandelt in dein Bild.”
Rosenkranzbeten heißt eigenttlich nichts anderes, aber auch nichts geringeres als das: Mit Maria auf Jesus schauen und sich auf einen Prozeß der Wandlung einlassen.

Je mehr ich auf Christus schaue, je mehr ich ihm in meinem Leben Raum gebe, umso mehr geschieht ganz still und zunächst unbemerkt etwas, was über kurz oder lang meine ganze Person erfaßt: Ich werde innerlich „umgestaltet”. Ich werde nach und nach der Mensch, der so ist, wie Jesus es will:

„Im Anschauen deines Bildes, da werden wir verwandelt in dein Bild.” –

Im Rosenkranzgebet trete ich in einen geistigen Raum ein, in dem ich Christus begegnen und auf ihn schauen kann. Ich lasse mich auf einen Prozeß der Umgestaltung ein. Ich will, daß mein Leben mehr und mehr „Christus – konform” wird!“

im_schauenDiese Sätze aus der Predigt von Abt Columban haben mich nicht losgelassen. Ich wollte unbedingt das zitierte Lied finden (und habe mir sogar den „Troubadour“, das alte Liederbuch der Kolpingjugend gekauft).

anima_christi„Im Schauen auf dein Antlitz da werden wir verwandelt in dein Bild.“

Der Satz klingt so simpel und doch läßt er aufhorchen. Johannes Paul II. hat über den Rosenkranz gesagt „mit Maria das Antlitz Christi betrachten“ und Romano Guardini drückt es ähnlich aus: „Der Rosenkranz ist ein Verweilen in der Lebenssphäre Mariens, deren Inhalt Christus ist.“ Ja, das tun wir, wir betrachten das Leben Jesu in den Heilsgeheimnissen des Rosenkranzes, wir beobachten ihn, gehen seine Wege nach, wie ein Erstklässler mit dem Finger die Zeile entlang fährt, die er gerade liest…. Wir tun es immer wieder, immer neu, über viele Jahre immer gleich…verweilen und betrachten…Jesus und Maria…. Wozu?
Und dann sagt das kleine Lied nichts Geringeres als: „Im Schauen auf dein Antlitz werden wir verwandelt in dein Bild“ – Imitatio Christi. Und Abt Columban sagt ganz schlicht, was dem Anschauen folgt: mit dem Beten des Rosenkranzes lasse ich mich auf einen Verwandlungsprozeß ein, der aus einer Begegnung kommt, aus der Begegnung mit Maria und Jesus von Nazareth. Still und zunächst unbemerkt erfasst es mich.
Ihnen absichtslos begegnen, empfänglich sein oder wie Hilde Domin sagt, „dem Wunder, leise wie einem Vogel die Hand hinhalten“ und es geschieht an mir. Ich kenne Gesichter von alten Rosenkranzbetern und sie haben etwas Wiedererkennbares in ihren zeitgegerbten Gesichtern…. Geduld, Stille, Sanftmut, Erbarmen und etwas Lauschendes, ein Warten auch Schmerz. Ist das nicht das eigentliche Wunder des Rosenkranzes unserer lieben Frau?

Ach, Herr, komm‘ und verwandele mich! Maranatha! Amen.

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