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Gebet – Kunst – Geschichte

Das innere Tun

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Das innere Tun

Vorübung bei voller Konzentration

Die Sammlung entsteht nicht von selbst, sondern muß gewollt und geübt werden. Man hört oft die Meinung, nur jenes Gebet und religiöse Tun sei echt, das unwillkürlich und von selbst aus dem Inneren komme. Doch das ist falsch. Beten und religiöses Tun ist Leben. Leben aber besteht nur zu einem Teil aus dem, was von selbst geschieht: das meiste ist Dienst und Arbeit und mindestens ebenso wichtig wie jenes.
Wir brauchen so oft das Wort „Gottesdienst“. Wollen wir es nicht einmal ernst nehmen? Dienst bedeutet jenes Tun, das nicht aus dem Drang des Inneren entspringt, sondern im Gehorsam getan wird, wenn seine Stunde kommt. Da es aber im Dienst vor Gott ist und nicht vor Menschen, ist es nicht nur ein äußeres, sondern vor allem ein inneres Tun. Der innere Mitvollzug, das ist der Gottesdienst. So müssen wir ihn lernen, immer wieder aufs neue üben – stets wacher, tiefer, wahrer zu vollbringen suchen.

Romano Guardini

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4 Kommentare

  1. So wie ich das Innere Tun verstehe, entspricht es eigentlich dem, was im 1.Gebot von uns gefordert wird: „Ich bin der Herr, Dein Gott, Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ In Situationen, wo irgendetwas wichtiger erscheint, was nicht Gott ist, und das sind ja ehrlich gesagt leider die allermeisten… da hilft es, das erste Gebot zu bedenken, um, loszulassen, zu tun, was zu tun ist, aber mit innerer Freiheit. Weil die Tätigkeit an sich nicht das Entscheidende ist, sondern das völlige Vertrauen auf Gott. (Gelingt nur sehr punktuell, das wirklich zuzulassen)

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