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Das Leben der Anderen

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Das Leben der Anderen

(Fortsetzung zu: VERLEUMDUNG ist direkter Ausdruck Satans )

Ulrich Mühe
Das Leben der Anderen

…war einer der wichtigsten Filme, die im Nachkriegsdeutschland gedreht worden sind. Unvergleichlich stellt Ulrich Mühe (+) einen Stasi – Spitzel dar, der dem Bösen abschwört. Drehbuchautor und Regisseur des Films ist der Neffe des Abtes von Heiligenkreuz im Wienerwald, er hat auch dort, in der Ruhe des Zisterzienserklosters große Teile des Drehbuches geschrieben.

Die zerstörerische Kraft von Bespitzelung und Verleumdung wurde selten so treffend und erschütternd gezeigt. Die Diktaturen der Welt, die Unrechtsstaaten setzten zu allen Zeiten auf Verleumdung, Zersetzung, Rufschädigung und Ehrenmord (wohlgemerkt: Mord an der Ehre einer Person!). Wir Deutschen haben dabei das ruhmlose „Verdienst“ in zwei Diktaturen die Verbrechen an der Menschlichkeit, der Menschenwürde, die Niedertracht ins graue Gewand der „Normalität“, der Pflichterfüllung und „Ordnungsliebe“ verkleidet zu haben: Wahnsinn der Normalität (Arno Gruen).

Die DDR – Diktatur unterhielt zur Ausbildung in den „Techniken der Niedertracht“ eine eigene Hochschule in Potsdam und Mitarbeiter der Stasi nutzten ein Handbuch mit detaillierten Anweisungen zur „Zersetzung“, zur Schwächung und Ausschaltung von Gegnern: MfS Richtlinie „Zersetzung“

„Bewährte Formen der Zersetzung sind:

– systematische Diskreditierung des öffentlichen Rufes, des Ansehens und des Prestiges auf der Grundlage miteinander verbundener wahrer, überprüfbarer und diskreditierender sowie unwahrer, glaubhafter, nicht widerlegbarer und damit ebenfalls diskreditierender Angaben;

– systematische Organisierung beruflicher und gesellschaftlicher Mißerfolge zur Untergrabung des Selbstvertrauens einzelner Personen;

– zielstrebige Untergrabung von Überzeugungen im Zusammenhang mit bestimmten Idealen, Vorbildern usw. und die Erzeugung von Zweifeln an der persönlichen Perspektive;

– Erzeugen von Mißtrauen und gegenseitigen Verdächtigungen innerhalb von Gruppen, Gruppierungen und Organisationen;

– Erzeugen bzw. Ausnutzen und Verstärken von Rivalitäten innerhalb von Gruppen, Gruppierungen und Organisationen durch zielgerichtete Ausnutzung persönlicher Schwächen einzelner Mitglieder;

– Beschäftigung von Gruppen, Gruppierungen und Organisationen mit ihren internen Problemen mit dem Ziel der Einschränkung ihrer feindlich-negativen Handlungen;

– örtliches und zeitliches Unterbinden bzw. Einschränken der gegenseitigen Beziehungen der Mitglieder einer Gruppe, Gruppierung oder Organisation auf der Grundlage geltender gesetzlicher Bestimmungen, z.B. durch Arbeitsplatzbindungen, Zuweisung örtlich entfernt liegender Arbeitsplätze usw.

Bei der Durchführung von Zersetzungsmaßnahmen sind vorrangig zuverlässige, bewährte, für die Lösung dieser Aufgaben geeignete IM einzusetzen.
Bewährte Mittel und Methoden der Zersetzung sind:

– das Heranführen bzw. der Einsatz von IM, legendiert als Kuriere der Zentrale, Vertrauenspersonen des Leiters der Gruppe, übergeordnete Personen, Beauftragte von zuständigen Stellen aus dem Operationsgebiet, andere Verbindungspersonen usw.;

– die Verwendung anonymer oder pseudonymer Briefe, Telegramme, Telefonanrufe usw.; kompromittierender Fotos, z.B. von stattgefundenen oder vorgetäuschten Begegnungen;

– die gezielte Verbreitung von Gerüchten über bestimmte Personen einer Gruppe, Gruppierung oder Organisation;

– gezielte Indiskretionen bzw. das Vortäuschen einer Dekonspiration von Abwehrmaßnahmen des MfS;

– die Vorladung von Personen zu staatlichen Dienststellen oder gesellschaftlichen Organisationen mit glaubhafter oder unglaubhafter Begründung.

Diese Mittel und Methoden sind entsprechend den konkreten Bedingungen des jeweiligen Operativen Vorganges schöpferisch und differenziert anzuwenden, auszubauen und weiterzuentwickeln.“

Ich habe im Raum der Kirche in den letzten Jahren Dinge hören und lesen müssen, die mich völlig fassungslos zurückließen und zu denen mir nur das Eine einfällt:

Crux sancta sit mihi lux 
Non draco sit mihi dux
Vade retro satana
Numquam suade mihi vana
Sunt mala quae libas 
Ipse venena bibas
Das heilige Kreuz sei mein Licht
Nicht der Drache sei mir Führer
Weiche von mir Satan
Führe mich niemals zur Eitelkeit
Böse ist, was du mir einträufelst (einflüsterst):
Trinke du selbst dein Gift.
So beten wir seit Jahrhunderten und bitten im Benediktussegen um Schutz vor den „Nachstellungen des Bösen“. Ich kann nicht fassen, mit welchen Mitteln manche Katholiken meinen, ihre Interessen vertreten zu müssen. Oder wie halten wir es mit der Liebe, wenn wir Menschen, die uns nicht passen als „Krebsgeschwüre am Leib der Kirche“ bezeichnen? Wer „das Leben der Anderen“ entwürdigt, in Verruf bringt, verleumdet, der kämpft nicht „den Kampf der guten Menschen“. Vergleichen Sie einmal Sachverhalte, die Ihnen selbst „untergekommen sind“ mit der zitierten  MfS – Richtlinie zur Zersetzung und fragen Sie sich, wo sie das in der innerkirchlichen Auseinandersetzung erlebt, gehört oder gelesen haben. Allein die Wahl der Mittel zeigt, wes‘ Geistes Kind einer ist. Alles, was uns Jesus Christus, was uns die Kirche lehrt, verbietet uns, „das Leben der Anderen“ zu vergiften, zu beschmutzen, mit „Schimpf und Schande“ zu überziehen.
Es ist eben nicht jedes Mittel recht, selbst für eine vermeintlich „gute Sache“. Bestimmte Formen der Auseinandersetzung nenne ich „geistige Umweltverschmutzung“. Papst Franziskus hat sie mit Recht wiederholt geächtet!
Gott sei Dank!
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