Rosenkranz + Pilgerzeichen

Gebet – Kunst – Geschichte

Das persönliche Gebet in der Heiligen Messe

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Das persönliche Gebet in der Heiligen Messe

junge_beterAuf die Frage einer Freundin, die vor nicht allzu langer Zeit zum römisch – katholischen Glauben konvertiert ist, was ich denn neben der Liturgie während der Heiligen Messe bete, gab ich folgende Antwort und die mag eventuell auch anderen Lesern dieser Seite nützlich sein:

Wenn ich in die Kirchenbank (an meinen Platz) trete, knie ich mich hin, sammle meine Aufmerksamkeit und mache mir bewußt, daß Gott im Allerheiligsten gegenwärtig ist. Ich bete: „Hochgelobt und gebenedeit sei das Allerheiligste Sakrament des Altares von nun an bis in Ewigkeit – O Jesus, Dir leb‘ ich, O Jesus, Dir sterb ich, O Jesus, Dein bin ich, tot und lebendig, Amen.“ Dann füge ich einen persönlich formulierten Dank an, daß Gott mich HEUTE hierher geführt hat gegen alle innerlichen und äußerlichen Widerstände. Ich bitte um ein offenes Herz.

Wenn im Hochgebet die Bitte für die Verstorbenen kommt, dann nenne ich innerlich die Namen der Verstorbenen, die mir jeweils besonders präsent sind, immer jedoch „alle Verstorbenen meiner Familie“.

Vor dem Kommunionempfang bei dem Gemeindegebet: „Herr ich bin nicht würdig, daß Du eingehst unter mein Dach, aber sag nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.“ frage ich mein Gewissen, ob ich kommunizieren darf (trotz „nicht würdig“). Meist ist die Antwort: ja!

Der eigentliche Ort für das persönliche Gebet ist nach dem Kommunionempfang. Mit der Körperhaltung separiere ich mich von der Gemeinde (ich knie, schließe die Augen und / oder stütze den Kopf in die Hände) und bete: „Herr Jesus Christus, ich danke Dir, daß Du  zu mir gekommen bist, ich bete Dich an, Du bist der Herr, mein Gott, ich bitte Dich: xxxxx“ da folgen dann meine persönlichen Danksagungen und Bitten für alles, was mich bewegt, auch persönliche Reue und Bitte um Befreiung, Fürbitte für Freunde, Verwandte, Fremde, die Welt – in allen Anliegen eben.

Wenn ich mich wieder aufrichte und der Gemeinde zuwende, folgt ein Dank- bzw. Hingabegebet:

Seele Christi, heilige mich!
Leib Christi, rette mich!
Blut Christi, tränke mich!
Wasser der Seite Christi, wasche mich!
Leiden Christi, stärke mich!
O guter Jesus, erhöre mich!
Verbirg in deinen Wunden mich!
Von dir lass nimmer scheiden mich!
Vor dem bösen Feind beschirme mich!
In meiner Todesstunde rufe mich,
und heiße zu Dir kommen mich,
mit deinen Heiligen zu loben dich
in deinem Reiche ewiglich! Amen.

Das bete ich seit ich ein kleines Kind bin (das kein Wort verstand!) und noch immer öffnet es weitere Fenster…

Manchmal ist die Gemeinde schneller und das Danklied hat schon begonnen. Da sage ich mir mal „nur keine unchristliche Hast“ und vollende mein Gebet. Mal stimme ich in den Gesang ein.

Nach dem Segen, dem Schlußlied und dem Auszug des Priesters knie ich mich noch einmal hin, richte meine Aufmerksamkeit auf das Allerheiligste und bedanke mich für diese Heilige Messe, die Worte, die ich mir „zu Herzen nahm“ und spreche erneut das „Hochgelobt sei das Allerheiligste Sakrament…“

Je nachdem „besuche“ ich noch die Muttergottes mit einer Kerze und einem „Ave Maria“ oder den Heiligen Antonius mit einem „Scheinchen“…(you know, he wants to see cash for the poor…) im Advent und der Weihnachtszeit die Krippe (oft auch mit ein paar Münzen).

In Wartezeiten (wenn ich zu früh da bin) oder bei geistloser Predigt (gibt es leider hie und da) bete ich ein Gesätz vom Rosenkranz – das hat sich als „Medizin“ in allen Lebenslagen sehr bewährt und hält mich gesammelt.

So mache ich das also. Wer das gerne kommentieren, ergänzen, verbessern möchte, ist herzlich eingeladen!

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3 Kommentare

  1. Ich bete bzw. singe immer ein Lied, bevor die Messe beginnt, was ich kennengelernt hab, als ich in der Jugendschola unserer Gemeinde gesungen habe:

    „Herr, ich komme zu dir, und ich steh‘ vor dir ,so wie ich bin. Alles, was
    mich bewegt, lege ich vor dich hin. Herr, ich komme zu dir, und ich schütte
    mein Herz bei dir aus. Was mich hindert ganz bei dir zu sein, räume aus!
    Meine Sorgen sind dir nicht verborgen, du wirst sorgen für mich. Voll
    Vertrauen will ich auf dich schauen. Herr, ich baue auf dich!
    Gib mir ein neues ungeteiltes Herz. Lege ein neues Lied in meinen Mund.
    Fülle mich neu mit deinem Geist, denn du bewirkst ein Lob in mir.“

    Ich finde, das sagt alles aus, was für die Sammlung vor der Heiligen Messe wichtig ist. Ich kann das, was mich belastet, ablegen, ruhig werden und mich auf das konzentrieren, was jetzt wichtig ist: das Lob Gottes!

  2. Oh, Gottvertrauen ist aber ein schöner nickname! Willkommen hier und vielen Dank für den Beitrag.

  3. Ich bete nach der Kommunion am liebsten: Mein Herr und mein Gott, nimm alles mir, was mich hindert zu dir, gib alles mir, was mich fördert zu dir, nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir“ (Nach Niklaus von Flüe). Vor Beginn der Messe danke ich Gott dafür, dass ich hier bin und dass er da ist. Ich sammele mich, indem ich mit allen Sinnen im Hier und Jetzt anwesend bin und bringe meine Gedanken und Gefühle zum Schweigen, um ganz offen für Gott zu sein. Nach der Messe lobe und preise ich Gott, ich danke ihm für alles und bitte darum, dass er mir helfen möge, in meinem Alltag seinen Willen zu tun.

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