Rosenkranz + Pilgerzeichen

Gebet – Kunst – Geschichte

Das Rosenkranzbeten nach den Regeln der Kirche

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mutter_teresa2Das Rosenkranzbeten nach den Regeln der Kirche

Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung
Direktorium über die Volksfrömmigkeit und die Liturgie
Grundsätze und Orientierungen (Artikel 197 – 202)

Der Rosenkranz

197. Der Rosenkranz oder das Psalterium der Jungfrau Maria ist eine der hervorragendsten Gebete zur Mutter des Herrn. 234

Deshalb „haben die Päpste die Gläubigen wiederholt zum häufigen Gebet des heiligen Rosenkranzes aufgerufen, ein Gebet biblischen Charakters, das sich um die Betrachtung der heilbringenden Ereignisse des Lebens Christi dreht, mit denen die jungfräuliche Mutter eng vereint war. Bezüglich des Wertes und der Wirksamkeit dieses Gebetes gibt es zahlreiche Zeugnisse von Hirten und solchen Menschen, die sich um ein heiliges Leben bemühen.“ 235

Der Rosenkranz ist wesentlich ein betrachtendes Gebet, dessen Rezitation „einen ruhigen Rhythmus und ein fast zögerndes Überdenken erfordert, der beim Betenden die Betrachtung der Geheimnisse des Lebens des Herrn fördert.“ 236
Er wird für die Ausbildung und das geistliche Leben der Kleriker und Ordensleute ausdrücklich empfohlen. 237

rosenkranzMutterTeresa198. Die Kirche zeigt ihre Hochachtung für das Gebet des heiligen Rosenkranzes, indem sie einen Ritus für die Segnung d. Rosenkränze vorsieht. 238
Dieser Ritus hebt den Gemeinschaftscharakter des Rosenkranzgebets hervor. Der Segen des Rosenkranzes geht mit dem Segen derjenigen einher, die die Geheimnisse des Lebens, des Todes und der Auferstehung des Herrn betrachten, damit sie „einen vollendeten Einklang zwischen Gebet und Leben bewirken können.“ 239
Darüber hinaus könnte die Segnung des Rosenkranzes noch besser „unter Teilnahme des Volkes“ durchgeführt werden, wie es das Benediktionale empfiehlt, etwa bei Wallfahrten zu Marienkirchen, an Festen der seligen Jungfrau Maria, besonders am Rosenkranzfest am Ende des Monats Oktober. 240

Benedikt_XVI._Rosenkranz199. Nachstehend werden jetzt einige Empfehlungen gegeben, welche das Wesen des Rosenkranzes schützen und dieses Gebet noch nützlicher machen können.
Das Gebet des Rosenkranzes kann bei einigen Gelegenheiten einen festlichen Ton annehmen: „durch die Verkündigung der biblischen Schritte bezüglich jedes Geheimnisses, die Ausführung einiger Teile durch Gesang, eine kluge Verteilung der verschiedenen Aufgaben, das festlichen Begehen der Momente der Eröffnung und Beendigung des Gebetes.“ 241

200. Für diejenigen, die ein Drittel des Rosenkranzes beten, teilt die Gewohnheit zu bestimmten Tagen der Woche die verschiedenen Geheimnisse wie folgt auf:
die freudenreichen (Montag und Samstag),
die lichtreichen (Donnerstag)
die schmerzhaften (Dienstag und Freitag)
und die glorreichen (Mittwoch,  Sonntag).

giovanni-paolo-ii-10-Diese Aufteilung kann bei strenger Beachtung zuweilen einen Gegensatz zwischen dem Inhalt der Geheimnisse und dem des liturgischen Tages verursachen, wenn beispielsweise die schmerzhaften Geheimnisse an Weihnachten, das auf einen Freitag fällt, zu beten sind. Man kann sich in diesen Fälle daran orientieren, dass „der liturgische Charakter eines bestimmten Tages wichtiger ist als seine Stellung in der Woche, ebenso, dass ein angemessenes Auswechseln von Geheimnissen an besonderen Tagen des liturgischen Jahres nicht der Natur des Rosenkranzes widerspricht, so dass es erlaubt ist, die Andachtsübung der liturgischen Zeit anzugleichen“. 242

So handeln zum Beispiel die Gläubigen korrekt, die am sechsten Januar, dem Fest der Erscheinung des Herrn, die freudenreichen Geheimnisse und als „fünftes Geheimnis“ die Anbetung der Könige anstelle des Wiederfindens des zwölfjährigen Jesus im Tempel zu Jerusalem betrachten. Selbstverständlich muss dieser Austausch in Anlehnung an die Heilige Schrift und an das liturgische Eigengut ausgewogen gehandhabt werden.

201. Um die Betrachtung zu fördern, aber auch „damit der Geist mit der Stimme übereinstimmt“, 243 haben Hirten und Gelehrte mehrfach vorgeschlagen, den Gebrauch der Clausula wiederzubeleben, eine alte Weise des Rosenkranzes, die zudem nie ganz verschwunden war. Die Clausula, die gut zur wiederholenden und betrachtenden Natur des Rosenkranzes passt, besteht in einem Satz, der dem Namen Jesus folgt und an das entsprechende Geheimnis erinnert. Eine korrekte Clausula, festgelegt für jedes Gesätz, kurz in der Aussage, treu zu Schrift und Liturgie, kann eine wertvolle Hilfe für ein meditierendes Beten des heiligen Rosenkranzes bilden.

St. Gallener Rosenkranz 19. Jahrhundert Silber / Holz

St. Gallener Rosenkranz
19. Jahrhundert
Silber / Holz

202. „Will man den Gläubigen der Wert und die Schönheit des Rosenkranzes erklären, dann sollen Ausdrücke vermieden werden, die andere hervorragende Gebetsformen in den Schatten stellen oder ungenügend auf andere marianische Gebete achten, selbst wenn sie von der Kirche anerkannt sind“; 244 oder die ein Schuldgefühl bei denjenigen erzeugen können, die ihn nicht zu beten gewohnt sind:
„Der Rosenkranz ist ein hervorragendes Gebet, dem gegenüber sich der Gläubige frei fühlen soll, wenn er aufgefordert wird, in besinnlicher Ruhe und in seiner ihm innewohnenden Schönheit zu ihm zu greifen.“ 245

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234 Bezüglich der gewährten Ablässe vgl. EI, Aliae concessiones 17, 62. Bezüglich eines

Kommentars zum Ave Maria vgl. KKK 2676-2677.

235 KONGREGATION FÜR DEN GOTTESDIENST, Rundbrief Orientamenti e proposte

per la celebrazione dell’Anno mariano, 62.

236 PAUL VI., Apostolisches Mahnschreiben Marialis cultus, 47.

237 Vgl. CIC cann. 246 § 3; 276 § 2, 5°; 663 § 4; KONGREGATION FÜR DEN KLERUS,

Direttorio per il ministero e la vita dei presbiteri, Vatikanstadt 1994, 39.

238 Vgl. RITUALE ROMANUM, De Benedictionibus, Ordo benedictionis coronarum Rosarii, a.a.O., 1183-1207.

239 Ebd.

240 Vgl.  ebd., 1183-1184.

241 KONGREGATION FÜR DEN GOTTESDIENST, Rundbrief  Orientamenti e proposte

per la celebrazione dell’Anno mariano, 62 a.

242 Ebd., 62 b.

243 Vgl.  SC (Sacrosanctum Concilium) 90.

244 KONGREGATION FÜR DEN GOTTESDIENST, Rundbrief  Orientamenti e proposte

per la celebrazione dell’Anno mariano, 62 c.

245 PAUL VI., Apostolisches Mahnschreiben Marialis cultus, 55.

Pope-praying-rosary_largeDieser Blog ist der Absicht gewidmet, im Jahr des Glaubens den Suchenden und Gläubigen eine Fülle von Informationen zum „Rosarium Virginis Mariae“, dem Rosenkranzgebet der Kirche zur Verfügung zu stellen. Im Felde dieser uralten Andachtsübung, die über die Zeitläufte hin geradezu zum „Markenzeichen“ des Katholiken geworden ist, existiert besonders im Internet ein gewaltiger Wildwuchs und manche Desinformation. Wer lernen will, mit dem heiligen Rosenkranz die Frohe Botschaft von Geburt, Leben, Wirken, Tod und Auferstehung unseres Erlösers Jesus Christus zu beten, dem empfehle ich, bei der Tradition des Gebetes zu bleiben.
Jede ernstzunehmende Andachtsübung folgt einer bewährten Ordnung und aszetischen Disziplin, die man nicht ohne Not aufgeben sollte. Aszese heißt Übung. Der Rosenkranz ist eine Übung, deren Reichtum sich nur dem ernsthaft Übenden erschließt. Daher rate ich dringend dazu, der scheinbaren Vielfalt, die das Netz suggeriert, zu widerstehen und sich dem  w a h r e n  Rosenkranzbeten der Katholischen Kirche zuzuwenden.
Anleitung zum Rosenkranzgebet mit der Kirche
Mit der Bibel Rosenkranz beten
Die Clausulae des Dominikus von Preußen von 1410

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