Rosenkranz + Pilgerzeichen

Gebet – Kunst – Geschichte

Demenz

| Keine Kommentare

Demenz

17025536
Seit acht Wochen sorge ich – fern der Heimat – für ein altes Ehepaar. Es sind freundliche Menschen und ich kenne sie schon viele Jahre. Im kommenden Jahr feiern sie, so es Gottes Wille ist, die Gnadenhochzeit.

Der alte Vater lebt mit fast 90 im Frühstadium einer Demenz und kürzlich fragte er mich „was ist das“ angesichts seiner Tomate zum Abendbrot.

Wie ich dann später in meinem „Kämmerlein“ saß und Rosenkranz betete, überfiel mich eine ungekannte Angst: was ist, mein Herr und Gott, mein Retter, mein Heil, wenn ich einmal frage: „wer ist das?“… Was ist, wenn mir die Worte des Rosenkranzgebetes nicht mehr einfallen?
Es ist mir bis dahin noch nie in den Sinn gekommen, daß ich einmal IHN vergessen könnte. Daß all mein Vertrauen, alle Hoffnung, aller Trost und alle Zuversicht, das Wissen um Gottes unendliche Barmherzigkeit versinken könnte im Nebel des Vergessens.

Und jetzt verstehe ich die Angst und den Zorn der mit Vergessen Geschlagenen:
Mein Herr und mein Gott halte mich wach, geduldig und liebevoll und schenke mir die Gnade, daß ich Dich niemals vergessen muß. Danke Herr, daß ich noch die Worte habe, Dich zu loben und zu preisen. Danke Herr, daß ich Dich noch erkenne als meinen Retter.
Heilige Maria Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde des Vergessens.
Heilige Mutter Anna, bitte für uns! Amen.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.