Rosenkranz + Pilgerzeichen

Gebet – Kunst – Geschichte

Der Rosenkranz als modisches Accessoire…ist das o.k.?

| Keine Kommentare

Der Rosenkranz als modisches Accessoire…ist das o.k.?

Foto: Wolf

Anfang des 21. Jahrhunderts wurde der Rosenkranz von Stars und Sternchen als modisches Accessoire entdeckt. Madonna, Britney Spears und David Beckham lösten einen regelrechten Modetrend aus und plötzlich kramten Teenager in Omas Schubladen, schossen die Preise bei dem Internetauktionshaus in die Höhe und bekannte Modelabels führten „rosary for men – trendy“ oder „rosary – shabby chic“ im Sortiment.

Die „Gothic“ – Szene war ja schon immer hinter Kruzifixen her: „with skull“ (mit Totenkopf) und „rosaries with skulls“ waren dort eh und je „der Renner“.

Schon in den 80ern begann „Madonna“ und presste religiöse Symbole ins „Popgeschäft“.

Ihre Tochter nannte sie gar „Lourdes“, was wie „Jesus“ für uns ungewohnt, aber  z.B. in Mexiko  ein durchaus gebräuchlicher Mädchenname ist.

Je laiizistischer es in der Welt zugeht, desto mehr schaffen es christliche Symbole in die Popkultur. Ein erstaunlicher Vorgang. An der Stelle, die früher für Hopi- oder Navajo – Schmuck, indische Malas und afrikanische Schamanensymbole, tibetische Amulette als Zierde reserviert war, hängt jetzt die Gebetsschnur der Katholiken und Orthodoxen.

Heißt das, wir sind im Populärbewußtsein in die Nische der „aussterbenden Ethnien“, „versunkenen Kulturen“ und ins Volkskundemuseum geraten? Oder verbindet der ein oder andere „Accessoire – Träger“ einen religiösen Sinn, eine Aussage mit seinem Schmuckstück?

Wer weiß das schon. Fakt ist, der Trend hält jetzt seit Jahren an und hat inzwischen auch die Tattoo – Szene erobert. Neben klassischen Motiven wird der Rosenkranz immer beliebter…

…an durchaus empfindlicher Stelle und quasi unauslöschlich trägt da jemand den Rosenkranz „unter der Haut“.

Was bewegt sie / ihn dazu?

Ist das wirklich nur Mode?

Ohne Aussage?

Ohne innere Haltung?

Was weiß die Person von dem Motiv, das sie da gewählt hat?

Psychologen sagen, Schmuck (auch Tattoos) drücken Identität oder Status aus. Soll man da immer von „falscher Identität“ ausgehen?

Verkaufswerbung
mit David Beckham

Viele gläubige Katholiken kritisieren den Gebrauch ihres religiösen Symbols in der Popkultur. Einige Traditionalisten sind geradezu schockiert, empört und sehen das Böse am Werk, das sich des Heiligen Rosenkranzes bemächtigen will.

Gott schreibt auch auf krummen Zeilen         gerade.“ Paul Claudel (1868-1955)

Da ist der Rosenkranz selbst bei vielen Katholiken als „veraltet“ und „gestrig“ in den Schubladen verschwunden. Die „Zeitgeistkultur“ hängt die Kreuze im öffentlichen Raum ab, um die „Gefühle“ Un- oder Andersgläubiger zu schonen…

Robbie Williams mit
Rosenkranz auf
haariger Brust

Und was machen die „Kidz“? Sie pflastern in ihrer „Popkultur“ den öffentlichen Raum mit Kreuzen und religiösen Symbolen. Die „Alten“ räumen auf und ab. Die Jungen „rüsten“, wenigstens symbolisch, auf. Ich kann daran nichts Kritikwürdiges sehen.

Mögen manche „Idole“ tatsächlich nur als „Trendsetter“ und Mode-Ikonen unterwegs sein. Die jungen Leute, die dem Trend folgen, haben sicher ihre eigenen Motive, werden mit Oma ins Gespräch kommen, werden angesprochen auf ihren „Schmuck“, zeigen etwas von sich. Auf jeden Fall ist er wieder im Blickfeld und „im Gespräch“ der gute alte Rosenkranz. Und – Gott ist groß – vielleicht wird bei dem Einen und der Anderen etwas „hängenbleiben“ vom Sinn dieser schmucken „Gebetsschnur“.

Der kultivierte „Mann von Welt“ trug auch in früheren Jahrhunderten den Rosenkranz als Schmuck, wie Tizian bezeugt:
rosenkranz_als_schmuck

Tizian
Federico Gonzaga, I. Duke of Mantua
1529

In einer alten Chronik aus Biberach heißt es sinngemäß:

„Wer seinen Rosenkranz nicht öffentlich getragen hat, den hat man nicht für einen Christenmenschen gehalten:“

Übrigens trägt der Fürst einen Rosenkranz mit fünf oder sechs Gesätzen bereits in der Aufteilung, wie wir sie kennen von den Kartäusern aus Trier und Köln.

Wie die jungen Frauen auf den Pollerwiesen in Köln, kurz nach dem  Weltjugendtag…wirklich nur modisches Accessoire?

Köln 2008
Foto: Wolf

Die „Unterteufel“ hat uns C.S. Lewis als trickreich vorgeführt. Aber wer sagt uns, daß Engel und Heilige ihnen unterlegen sind? Die „Generation JPII“ ist so frei…

Kurz und gut: ich freue mich jedes Mal, wenn ich ihn sehe, meinen lieben Rosenkranz. Und ich bete für die Kinder, die schönen jungen Menschen, die den Mut haben, ihn öffentlich zu tragen!

P.S. Aus einer Internetverkaufsanzeige: „Perlenkette mit totem Mann an Kreuz, vermutlich Jesus…“….aua…

Buchempfehlung: C.S. Lewis, Dienstanweisungen für einen Unterteufel von diesem shop habe ich das Werbebild mit dem beckham – rosenkranz…

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.