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Der schlimmste Satz, den ich kenne…

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Der schlimmste Satz, den ich kenne…

ist „Jeder soll es machen, wie er will“. Den gibt es ja in vielen Variationen. „Jeder soll machen was ER will“ oder „soll doch jeder denken, was er will“ oder, auch sehr beliebt, „soll sie später mal selbst entscheiden“ oder „DU musst doch wissen, was Du willst“.
Lapidar oder im Brustton der Überlegenheit dahingesagt:
damit wird jede vernünftige Bewertung abgeschossen, jeder Konflikt begraben, jede Debatte im Keim erstickt.  Immer mehr herrscht das universelle „Toleranzverdikt“: und wehe, Du machst nicht, was Du gerade willst, koste es, was es wolle.

BOUND TO BIKINIDer Clou an der Freiheit ist ja gerade die Normalität der Limitierung, Eingrenzung.
Der Clou an der Autonomie ist, daß Bindung und Verbindlichkeit im Zusammenleben herrschen.
Der Clou an der Übertretung ist, daß es Regeln gibt.

Sie nehmen der Freiheit, der Autonomie, der Übertretung jede Würze, jede Spannung, jedes Glück. Billig und wohlfeil, wertlos.
Sie nennen es Freiheit und Toleranz und verstecken dahinter Faulheit, Gleichgültigkeit und Verantwortungslosigkeit.

Diese Freiheit nenne ich Narrenfreiheit.
Diese Toleranz nenne ich Ignoranz.
Diese Autonomie nenne ich krankhafte Ungebundenheit.

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In Wahrheit steckt hinter dem ganzen Geschwafel nur ein genervtes
„mach doch was Du willst, ist mir doch egal“ oder
„ich mach‘, was ich will, Du kannst mich mal kreuzweise“.

Das Recht, Regeln, Gesetze, Konventionen sind soziale Übereinkünfte zum Schutz der Schwächeren. Das ist ihr Sinn.

„Mach‘ was Du willst“ bombt uns wirklich geistig in die Steinzeit zurück.

Es ist der verschlafene Abgesang auf alle zivilisatorischen Errungenschaften zugunsten eines gnadenlosen „survival of the fittest“.

Für mich ist dieses stets als „Machtwort“ gesprochene „jeder soll machen wie er will“ das erste Gebot der Ganovenethik. Und es beunruhigt mich seit einiger Zeit, wie dieses Credo allgemein ohne Gegenwehr abgenickt wird. Als gehörte es zum guten Ton…

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