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Die Ferula – Ecce homo

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Die Ferula – Ecce homo!

Gespräch unter Freunden: Die Ferula und der Selige Johannes Paul II.

A: Stellt Euch vor, da sind welche, die nehmen Anstoß daran, daß Papst Franziskus die Ferula von „Il Papa“ (so nennen wir NUR Johannes Paul II. aus alter, lieber Gewohnheit) wieder benutzt.

B: Was, wieso das denn?

A: Manche Tradis finden sie hässlich, manche finden, sie sei ein Symbol für den „unsäglichen Montini – Papst“ (wie sie sagen) und das „gräßliche Konzil“, das an allem Schuld ist…(Kopfschütteln)…außerdem soll es nicht zum liturgischen Stil von Papst Benedikt gepasst haben.

C: Was für ein Quatsch! Wer sagt denn so etwas?

B: Woher weißt Du das denn?

A: Ich habe es in Blogs und Foren gelesen und war ziemlich überrascht und entsetzt. Es gibt sogar ausländische Blogs, wo die Ferula von Scorzelli  als „teuflisch“ gebranntmarkt wird. Ich bin ziemlich verärgert, wie über die Päpste, speziell über Paul VI. geredet wird.

B: Und was haben sie an dem Kreuzstab auszusetzen? Der gehört doch zu Johannes Paul II. wie ein Körperteil, wie angewachsen…

C: Ja und der leidende Christus auf den er immer schaute, das war doch ein wichtiges Symbol, das hat doch die Menschen ergriffen, damit haben sie sich identifiziert.

A: Ja, so sehe ich das auch, ich hänge sehr an dem Kreuz (auch wenn ich es am Rosenkranz nicht mag), als „Bischofsstab“ des Papstes ist es perfekt. Nun tut man so, als habe Franziskus den Kreuzstab von Benedikt abgelehnt und geheimnisst da alles Mögliche rein.

B: Zu Benedikt haben beide Kreuze sehr gut „gepasst“. Das Goldene finde ich sehr festlich und schön und das Silberne ist der Hirtenstab „zum Arbeiten“, zum „unter den Menschen sein“.

C: Anfangs sah Franziskus etwas unbeholfen damit aus, wie ein Gondoliere hat er sich damit „abgestossen“….Ich liebe meinen Rosenkranz, den Johannes Paul II. mir 1980 in Mainz geschenkt hat – da ist das Kreuz schön groß und nicht so „staksig“ wie manche Souvenirs aus Rom.

B: Das stimmt mit dem „Gondoliere“, das sah witzig aus, auch mit dem goldenen Kreuz, als er durch den ganzen Petersdom zur „Inthronisation“ eilte.

A: Jedenfalls tut es mir weh, wenn sie so abschätzig über den Kreuzstab reden. Für mich war der Blick auf das Kreuz immer wichtig und durch Johannes Paul II. ist es im kollektiven Bewußtsein der Menschheit verankert worden: Kreuz, Mitra, segnende Hand, das vergißt doch niemand mehr. Ob’s den Leuten nun „gefällt“ oder nicht, DAS ist doch seine Bedeutung. Und die Kreuzigung des Gottessohnes ist ja nun mal das ultimative „Skandalon“. Wie kann man das nicht sehen, verstehe ich nicht.

C: Es ist einfach der Stab eines Wanderers auf dem Weg, ein Pilgerstab, der Papst geht mit Jesus Christus. Für mich ist das wie ein lebendiges Bild der Kirche – wie Franziskus gesagt hat: sich auf den Weg machen, Kirche mit den Menschen bauen und dem Kreuz folgen…das goldene Kreuz ist mehr ein statisches Symbol für die Rolle des Papstes (wie ein Gipfelkreuz), der alte Kreuzstab ist „beweglich“, zum Gehen gedacht…

B: Das alte Kreuz ist nicht „schön und ansehnlich“, aber es zeigt den Opfertod Jesu und auch das Leiden der Märtyrer: das mögen die Leute halt nicht…

A: Ja, das wird’s wohl sein, sie haben ja auch die Nase gerümpft, daß Johannes Paul II. sein Altwerden und Sterben so offen und ungeschminkt zeigte. Ich werde nie vergessen, wie er manchmal an dem Kreuz hing und mit dem Schmerzensmann eins wurde. Dabei hat ihn das in meinen Augen zum Heiligen gemacht: das war die stärkste Demonstration gegen die „Zivilisation des Todes“. „Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben“ – niemand hat das mehr verkörpert (vor aller Augen) als JP II.

B: Ich finde in besonders feierlicher Liturgie in Rom soll Franziskus die feierliche goldene Ferula nehmen und auf Reisen und im Volk die alte Silberne.

C: Gute Lösung, damit sollten dann auch die „Meckerer“ zufrieden sein. Es hat auch etwas mit dem jeweiligen ästhetischen Gefühl zu tun. Für uns war halt das Kreuz von Johannes Paul wichtig. Vielleicht müssen die Jüngeren heute mit so viel profaner Häßlichkeit leben, daß sie sich nach Gold, Brokat, nach Schönheit sehnen und dann mögen sie das neue Kreuz mehr.

A: Hoffentlich hast Du recht – wenn ich so in amerikanischen Tradi – Seiten lese, dann wird mir ganz schlecht…der Kreuzstab Pauls VI. muß ja als Symbol für die sogenannten „Progressisten“ (Schimpfwort) herhalten…

(Das weitere Gespräch hatte dann mit den „Flügelkämpfen“ in der Kirche, der Piussekte und nicht mehr mit der Ferula zu tun…)

Nach diesem interessanten Gespräch, an dem ich Sie, liebe Leser teilhaben ließ, sollen Bilder sprechen:

Siehe auch: Die Ferula von Lello Scorzelli und Die Ferula, der Hirtenstab des Papstes

(Die Bilder stammen aus einer unbezeichneten Sammlung – sollten Urheberrechte verletzt sein, bitte ich um eine kurze Nachricht, ich werde dann das Bild entfernen oder eine evtl. fällige Lizenzgebühr zahlen.)

 

 

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