Rosenkranz + Pilgerzeichen

Gebet – Kunst – Geschichte

Die Heilige Barbara – Rosenkranz aus Ostpreussen

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Die Heilige Barbara – Rosenkranz aus Ostpreussen

eine schöne Pilgermedaille der Schutzpatronin der Bergleute

Rosenkranz Bernstein / Silber
Ostpreussen – Polen
2005

In meiner Heimat, einer uralten Bergbauregion, wird die Heilige Barbara als Schutzpatronin der Bergleute und der Handwerker verehrt. In fast jeder Kirche findet man ein Abbild der Heiligen. Im gesamten Raum, Saarland, Lothringen, den Be – Ne – Lux – Staaten, Nordfrankreich, dem Ruhrgebiet gehört sie zu den „allgegenwärtigen“ Heiligen und viele Frauen tragen ihren Namen. Als Kind fand ich die „Anhänglichkeit“ der „harten Männer“ an die Heilige sehr anrührend. Die Grubenunglücke in Luisenthal und Lengede waren noch in aller Munde und allgemein herrschte große Hochachtung vor den Bergleuten. Als in diesem Jahr die letzte Grube im Saarland geschlossen wurde, konnte man die Verbundenheit, dieses regionale Wissen um die Gefahren, das Ausgeliefertsein im Berg, beim Festakt noch spüren. (Grubenunglücke)

Dieser Rosenkranz war ein Geschenk von einer sehr lieben Freundin, die in Masuren die Erinnerungsplätze ihrer Familie besuchte im Jahr, als Johannes Paul II. starb. Auch die polnischen Bergleute vertrauen auf die Fürsprache der hl. Barbara. Die kleine Barbara Medaille stammt aus Frankreich um die Zeit des Ersten Weltkrieges herum.

Verehrung

„Die heilige Barbara zählt zu den Vierzehn Nothelfern, und ihr Verhalten im Angesicht von Verfolgung und Tod gilt als Symbol der Wehr- und Standhaftigkeit im Glauben. Darauf weist ihre Darstellung mit ihrem Attribut hin, dem Turm. Sie wird daher gegen Gewitter, Feuergefahr, Fieber, Pest und allgemein gegen plötzlichen und unvorhersehbaren Tod angerufen. Vielleicht deswegen ist Barbara Schutzpatronin der Bergleute, Hüttenleute, Geologen, Glöckner, Glockengießer, Schmiede, Maurer, Steinmetze, Zimmerleute, Dachdecker, Elektriker, Architekten, Artilleristen, Kampfmittelbeseitiger, Pyrotechniker, Feuerwehrleute, Helfer des Technischen Hilfswerks (THW), Totengräber, Hutmacher, der Mädchen und der Gefangenen. Zusammen mit Katharina von Alexandrien und Margareta von Antiochia, die um die gleiche Zeit ihr Martyrium erlitten haben, gilt Barbara als „Schützerin des Wehrstandes, des Nährstandes und des Lehrstandes“. Da die Heilige der Legende nach von einem Felsen geschützt wurde, der sich öffnete und sie verbarg, wählten die Bergleute sie zu ihrer Patronin. Auch unter Tage wurden daher in vielen Bergwerken Schreine eingerichtet, in denen die heilige Barbara dargestellt ist.

Barbara wird auch als Schutzpatronin der Artillerie verehrt, was möglicherweise auf eine Legende aus der Zeit der Maurenkriege in Spanien zurückgeführt werden kann. Danach konnten die Geschosse der christlichen Belagerer einer heidnischen Stadt an den Gestaden Afrikas deren Mauern nicht durchdringen. Erst die Anrufung der Heiligen durch die frommen Belagerer erreichte, dass das Feuer der zur Verstärkung gebrachten Geschütze gleich nach den ersten Schüssen die Mauern zum Einsturz brachte. Die Heiden mussten sich ergeben, viele davon nahmen wegen des Wunders den christlichen Glauben an. Weiter berichtet die Legende, dass die frommen Artilleristen aus Dankbarkeit vor der Heimfahrt in den Pulverkammern ihrer Schiffe das Bildnis der heiligen Barbara anbrachten. Als dann auf dem Rückweg nach Spanien auf einem der Schiffe Feuer ausbrach, erloschen wie durch Wunder die Flammen, als sie sich dem Bild der Schutzheiligen näherten. Die heilige Barbara ist deshalb auch Patronin der Büchsenmacher. Die Pulverkammer wird auf französischen Schiffen französisch La Sainte Barbe und auf deutschen „Barbette“ (kleine Barbara) genannt.

Darstellung

Die heilige Barbara wird dargestellt als vornehme Jungfrau und meist mit einem dreifenstrigen Turm, oft weiter mit Hostie und Kelch oder auch mit Märtyrerpalme und Schwert. Zu ihren Attributen gehören auch Bergbauwerkzeuge, Buch, Fackel und die Kanone.

Oft wird die heilige Barbara gemeinsam mit zwei anderen jungfräulichen Märtyrinnen und Nothelferinnen dargestellt, Katharina von Alexandrien und Margareta von Antiochia. Hieraus ergab sich der folgende Merkspruch, mit dem auf die Attribute der drei heiligen Frauen verwiesen wird: Margareta mit dem Wurm, Barbara mit dem Turm, Katharina mit dem Radl, das sind die drei heiligen Madl.“ (Wikipedia Heilige Barbara)

Andachtsbild Heilige Barbara
frühes 19. Jahrhundert
Prag

Am Barbaratag, dem 4. Dezember wurden in meiner Kindheit Zweige von Obstbäumen geschnitten, die dann um den Weihnachtsabend herum aufblühten.

Mettenschicht im Juni 2012 zum Ende des Bergbaus im Saarland, Saarknappenchor

Die Bergleute waren ein „besonderer Schlag“ und das Saarland wird sich ohne diese Kultur verändern. Möge die Fürsprache der Heiligen Barbara jetzt den Nachkommen helfen, die Gefahren zu meistern, denen sie ausgesetzt sein werden.

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