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Die Sache mit der Treue…

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Die Sache mit der Treue…
eine unchristliche Entgegnung

netzfund

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Heute hat mir eine Endvierzigerin aus dem Bekanntenkreis einen empörten Vortrag gehalten, daß ihr letzter Lebensabschnitts-partner sie BETROGEN habe, sie materiell und emotional AUSGEBEUTET habe, notorisch UNZUVERLÄSSIG sei und überhaupt.
Zunächst schaute ich bedröppelt und Mitgefühl wollte sich in mir ausdehnen doch –
M O O O M E N T – (bevor ich nun wieder mit dem falschen Gefühl andocke, wie Bruno Jonas sagen würde) – ist das nicht eine der Frauen, die ich mit meinen altertümlichen katholischen Wertvorstellungen zum Totlachen reize? Die mich für eine „fade Nock’n“ oder „frigide Nudel“ hält, weil es nur einen Mann in meinem Leben gibt (R.I.P.)?
Und während ich so mein Laub zusammen reche (Kehrwoche, you know…), denke ich darüber nach…

Ist das nicht mehr als interessant, daß meine Zeitgenossen exzessive Libertinage und Unverbindlichkeit predigen und leben (die ich streckenweise furchterregend finde) und im Fall der Verletzung ihrer eigenen Interessen werden sie plötzlich „päpstlicher als der Papst“, hoch regelversessen und schreien voll des gerechten Zorns nach Rache und Vergeltung, nach Verfolgung des Frevels an ihrem Wohl?

Über den psychobefreiten Volkshochschul – Buddhisten, den ultraliberalen Aktienbesitzer, den opiumabstinenten Linken und den protestantischen Lebensformversteher bricht jetzt scheinbar die ganze (sonst laut verlachte) jüdisch – christlich – abendländische Ethik wie eine Naturgewalt herein.  Plötzlich werden Monogamie, wahre Freundschaft, Treue, Verlässlichkeit, Respekt, Wertschätzung, Fairness und sogar Manieren und gute Sitten beschworen, um die Untat im grellstem Licht gerechtfertigter Entrüstung erscheinen zu lassen.

facebook Fund

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Jenseits dessen, was ich gewöhnlich an Verständnis, Einfühlung und Bedauern für’s Scheitern in Beziehungen aufbringe, meinem Ruf als „Katholiban“ zum Trotz, hier entscheide ich mich ausnahmsweise für Mitleidlosigkeit.
Wer sich seine Alltagsethik selbst strickt, sie mir vorhält, um mich bei passender Gelegenheit in der überlegenen Pose des Aufgeklärten als „katholischen Moralapostel“ vorzuführen, der soll bitte nicht ausgerechnet meinen Wertekanon bemühen, um mich als Co – Entrüstete zu gewinnen, wenn bei ihr / ihm die Hütte brennt.
Nope, darling – stick with your own fxxxing values and leave me alone! 

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