Rosenkranz + Pilgerzeichen

Gebet – Kunst – Geschichte

Ein alter Rosenkranzkatalog – Benziger um 1908

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Eine Seite aus dem Katalog der Firma Benziger, Einsiedeln. Eine Mark von damals entspricht ungefähr 9,50 € heute. Man kann also sagen, die Rosenkranzpreise sind stabil geblieben…

Der abgebildete Rosenkranz hat ein für das 20. Jahrhundert typisches Mittelstück in Herzform mit Marienmonogramm und das Credokreuz, das bis zum Ende des 19. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum obligatorisch war, fehlt. Das „Filigrankreuz“ ist gestanzte Industrieware und die Abschlußöse am unteren Passende des Kreuzes trägt ein „Engelsköpfchen“. Das sind kleine Details, die bei der Datierung eines Rosenkranzes helfen können.

Etliche Verlagshäuser u.a. die Firma Benziger und Co. in Einsiedeln in der Schweiz kauften bei Perlenmachern und Silberschmieden ihr Material und ließen Rosenkränze in Heimarbeit fertigen. Man fragt sich bei Betrachtung der Preisliste, was wohl die Heimarbeiter für einen handgekettelten Rosenkranz verdient haben mögen. Bis zum Ersten Weltkrieg funktionierte das „Verlagswesen“ und die Handelsvertreter zogen mit ihren Musterkoffern durch die Devotionalienhandlungen der Wallfahrtsorte. Kirchweihstände und fahrende Krämer hatten Rosenkränze im „Sortiment“. Seit der Zeit der Zünfte lebten viele gut vom Rosenkranzhandwerk. Heute würde der Wiener „Betenkrämer“ wohl eher verhungern…

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