Rosenkranz + Pilgerzeichen

Gebet – Kunst – Geschichte

Ein alter Rosenkranzkatalog – Benziger um 1908

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Eine Seite aus dem Katalog der Firma Benziger, Einsiedeln. Eine Mark von damals entspricht ungefähr 9,50 € heute. Man kann also sagen, die Rosenkranzpreise sind stabil geblieben…

Der abgebildete Rosenkranz hat ein für das 20. Jahrhundert typisches Mittelstück in Herzform mit Marienmonogramm und das Credokreuz, das bis zum Ende des 19. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum obligatorisch war, fehlt. Das „Filigrankreuz“ ist gestanzte Industrieware und die Abschlußöse am unteren Passende des Kreuzes trägt ein „Engelsköpfchen“. Das sind kleine Details, die bei der Datierung eines Rosenkranzes helfen können.

Etliche Verlagshäuser u.a. die Firma Benziger und Co. in Einsiedeln in der Schweiz kauften bei Perlenmachern und Silberschmieden ihr Material und ließen Rosenkränze in Heimarbeit fertigen. Man fragt sich bei Betrachtung der Preisliste, was wohl die Heimarbeiter für einen handgekettelten Rosenkranz verdient haben mögen. Bis zum Ersten Weltkrieg funktionierte das „Verlagswesen“ und die Handelsvertreter zogen mit ihren Musterkoffern durch die Devotionalienhandlungen der Wallfahrtsorte. Kirchweihstände und fahrende Krämer hatten Rosenkränze im „Sortiment“. Seit der Zeit der Zünfte lebten viele gut vom Rosenkranzhandwerk. Heute würde der Wiener „Betenkrämer“ wohl eher verhungern…

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4 Kommentare

  1. Aus dem Nachlaß meiner Vorfahren (Sudetenland, altkatholisch) habe ich einen Rosenkranz welcher
    s e c h s Gesätze
    aufgefädelt hat. Was mag das bedeuten, eine Besonderheit bei den Alt-Katholiken? Danke für eine Erklärung!
    Herzliches Grüß GOTT!

  2. Mit sechs Gesätzen (die Art der Rosenkranzdevotion wird der Hl. Birgitta von Schweden zugeschrieben) gedachte man der angenommenen 63 Lebensjahre Mariens: 60 + 3. Mit „altkatholisch“ hat das eher nichts zu tun.

    „Die Zahl der noch gebeteten und mehr noch der historisch nachweisbaren Koronen ist kaum zu überblicken. Mindestens sieben sind durch kirchliche Ablassverleihungen besonders ausgezeichnet worden. Die wohl bekannteste und verbreiteste Korone ist die Corona Sanctae Birgittae. Sie besteht aus 63 Aves (entsprechend den 63 legendarischen Lebensjahren Mariens), 7 Paternoster (zu Ehren der sieben Freuden und sieben Schmerzen Mariens) und dem siebenmaligen Gebet des Credo.35 Die Herleitung dieser Korone von der hl. Birgitta von Schweden ist nur legendarisch. Sie könnte in Wirklichkeit auch franziskanischer Herkunft sein.36
    Noch eine weitere Korone wird (ebenfalls legendarisch) auf die hl. Birgitta zurückgeführt. Diese Corona war aber wohl wenig verbreitet. Bezeugt ist sie durch ein beigebundenes Heftchen in einer Inkunabel der Stadtbibliothek Trier.37“

    Siehe den hervorragenden Artikel von Heinz Finger: http://www.dombibliothek-koeln.de/index1.html?/veranstaltung/rosenkranz/rosenkranz_finger_rosenkranzgebet.html

    Liebe Grüße,
    A.

    • Ganz lieben herzlichen Dank für diese schnelle Antwort, habe mich gefreut, nun kann ich diesen Rosenkranz mit einem lieben verständnisvollen Blick betrachten.
      Vergelts GOTT !
      Anita Maria

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