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Gebet – Kunst – Geschichte

Ein Pilgerbuch führen

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Ein Pilgerbuch führen
Empfehlung und Anleitung für Wallfahrer

Oktavheft als Pilgerbuch

Oktavheft als
Pilgerbuch

Das empfehle ich jedem, der auf Pilgerfahrt, Wallfahrt geht. Unter dem Wort „Pilgerbuch“ wird manchmal ein Buch mit Gebeten und Gesängen anläßlich einer Gruppenwallfahrt verstanden und immer öfter auch die Reisebeschreibung eines einzelnen Pilgers im Buchhandel. Insbesondere für Santiago de Compostela Pilger tauchen im Handel vorgefertigte „Pilgerbücher“ zum Einsammeln der Pfarreistempel auf den letzten 100 km der Fußwallfahrt zum Heiligen Jakob auf, die man benötigt, um die begehrte Wallfahrerurkunde zu bekommen.

In diesem kleinen Artikel möchte ich zum Führen eines persönlichen Pilgerbuches ermuntern. (Ich kenne den Brauch aus meiner Pfadfinderzeit und habe ihn vor Jahren wieder aufgenommen.)
Pilgerbuch_AssisiMan nimmt ein unliniertes Oktavheft mit möglichst festem Umschlag (es soll zum Schutz in eine Ausweishülle passen) und gestaltet es nach Geschmack – bei mir wird es von einem Bild der „Madonna von Pötsch“ aus dem Wiener Stephansdom geziert. (Die kleinen Hefte von ® moleskine haben sich unter Belastung bewährt.)

Bei jeder Pilgerreise legt man dann eine Seite an mit Datum, Anlaß und Ziel der Reise und macht sich eine kleine Liste der „gläubigen Vollzüge“ – Sakramentsempfang, Primizsegen, Eucharistischer – oder Pontifikaler Segen, kurze Notizen zu heiligen Stätten usw.. Zu jeder Wallfahrt läßt man sich, wenn die Gelegenheit vorhanden ist, in der Sakristei oder im Pfarrbüro das Kirchensiegel oder den Pfarreistempel geben. Andachtsbilder oder wichtige Gebetstexte kann man hinzufügen. Im Laufe der Jahre kommt dann einiges zusammen und das Pilgerbüchlein wird zur kostbaren Erinnerung. Reisetagebücher und ähnliche „Andenken“, auch Fotographien und Drucksachen verschwinden mit der Zeit in Schubladen und „Archivordnern“. Siegel_Basilica_San_Paolo

Dieses kleine Pilgerbuch bleibt „up to date“, da man es immer wieder mitnimmt und man blättert gerne darin wie in einem Reisepass mit vielen Einreisestempeln und läßt die Erlebnisse und Erfahrungen, die auch unser Gehirn allzu schnell ins „unbeleuchtete Archiv“ legt, vorüberziehen.

Unser „Pilgerweg“ der geistlichen Erfahrung bleibt uns so präsent und je mehr wir diese Wallfahrten mit (Glaubens-) Leben gefüllt haben, desto schöner ist es, sie Revue passieren zu lassen.
Zudem darf ich nicht verschweigen, daß auf der Suche nach dem Stempel wunderschöne Begegnungen zustande kommen:

Siegel_Santa_Maria_sopra_MinervaDer alte Dominikaner, der mich im Sauseschritt durch die langen Flure seines Klosters bei S.Maria Sopra Minerva „schleift“, weil er noch schönere Stempel hat, die er dann auch wirklich aus einer uralten Registratur zieht und mit Schwung und breitem Lächeln in mein Pilgerbuch haut; Oder der alte Benediktinerbruder in Maria Einsiedeln, der mir zum Stempel noch ein selbstgedichtetes Gebet in Handschrift schenkt…; Oder der Kapuzinerpater in Altötting, der einen langen und liebevollen Segen über mich und die Meinen spricht. Leider finden ja solche Reisen oft in großen Gruppen und angetrieben von gehetzten Busfahrern statt. Da muß man leider auf diese schönen „Stempelbegegnungen“ verzichten – das Poststempel_AltoettingPilgerbüchlein führt man einfach weiter.
Manchmal gibt es sogar einen Poststempel vor Ort, wie beim Papstbesuch in Altötting: auch nicht schlecht.
Um mit dem Büchlein zu beginnen, kann man ruhig seine Pilgerreisen der letzten Jahre chronologisch nachtragen und mit den vorhandenen Erinnerungsbelegen versehen. Wenn schon ein guter Anfang da ist, macht es mehr Freude, das Buch auch wirklich mitzunehmen. Wenn ich ab und an darin blättere, fällt mir auf: „oh, schon zwei Jahre nirgends mehr gewesen“ und los geht’s mit der Planung. Siegel_Bruder_Klaus_Sachseln
Siegel_Goettweig

 

 

 

 

 

 

 

Aber: „Schummeln gilt nicht“ – oder wie P. Fridolin sagt: „Ebenso sollen die Wallfahrten nicht der Neugier und Zerstreuungssucht dienen; sie müssen im Gegenteil aus Bußgeist unternommen, in guter Meinung vollführt und dabei eifrig Gebet und Betrachtung geübt und die heiligen Sakramente würdig empfangen werden.“ Siegel_Maria_dell'_AnimaSiegel_Maria_Einsiedeln

 

 

 

 

 

Pilgerbuero_RomAlso, liebe Blogleser, besonders Jungpilger, holt Euch Eure verdienten Stempel und habt Freude daran! Wenn Ihr mal „alt und grau“ und nicht mehr so unterehmungslustig seid, könnt Ihr mit Eurem Pilgerbuch die heiligen Stätten im Geiste besuchen und die Erfahrung im Herzen behalten.

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