Rosenkranz + Pilgerzeichen

Gebet – Kunst – Geschichte

Gebet für die Feinde

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Aus dem Jugendgebetbüchlein „Jugend vor Gott“ von Alfonso Pereira SJ,

das wir in alter und neuer Fassung bei den Pfadfinderinnen in Speyer „im Rucksack“ hatten: „Gebet für die Feinde“

Das hat mich als Jugendliche schwer beeindruckt:  Daß man für jemanden beten soll, der einem das Leben schwer macht, der „gegen“ mich ist.

Es beschäftigt mich eigentlich bis heute: der gerechte Ausgleich zwischen dem „für sich selbst einstehen“, Position beziehen, mir nicht „die Butter vom Brot nehmen lassen“ und dabei im Konflikt doch den Anderen als „von Gott geliebt“ und gleichberechtigt anzusehen.

Wenn meine Autonomie, mein Recht verletzt wird, dann stehen mir Wut und Groll am meisten im Weg. Was also tun, wenn der ganze innere Mensch auf „Kampfkurs“ ist? Und es wird auf dieser Rosenkranzseite nicht verwundern, wenn ich sage, daß ich mich auch dann an meiner „Ankerkette“ halten kann, um mich selbst zu regulieren, den „Feind“, den Gegner Gott anzuvertrauen und mich selbst betend zu beruhigen.

Mit den Perlen in der Hand kann ich den Kämpfer in mir bändigen, ohne mich oder den Anderen klein zu machen; bleibe konzentriert auf das Wesentliche im Leben und bleibe bei der Idee vom gerechten Interessenausgleich.

Manchmal hilft im Umgang mit „dem Feind im Alltag“ ein bißchen Abstand und BETEN.

Ich kann ehrlicherweise nicht von „Feindesliebe“ sprechen, das ist wahr. Aber „Feindesachtung“, die bringe ich schon auf. Und das ist doch was in einer Welt voller Konflikt, Feindschaft, Krieg und Haß…

Zu den Pereira – Gebetbüchern hat ein Rezensent bei Amazon geschrieben: „Jugend vor Gott – Da fühlte sich seinerzeit eine ganz Generation angesprochen. Neben der fröhlichen Aufmachung, den unverbrauchten Texten und den ansprechenden Fotos wirkten die herkönmmlichen Gebetbücher wie verstaubt. Mag auch heute vieles nicht mehr zeitgemäß sein – auch die Gebetsfrömmigkeit verändert sich – zum Erinnern an eine neue und schöne Zeit des Betens vor 50 Jahren ist das Büchlein auch heute noch gut.“

Das stimmt echt. Ab und zu taucht es antiquarisch auf: ZVAB

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2 Kommentare

  1. „Jugend vor Gott“ hat mich ebenfalls in den jungen Jahren meines Lebens begleitet und bei der Vorbereitung so manchen Gottesdienstes für Kinder und Jugendliche, kam dieses Büchlein zur Hilfe.

    Vielen Dank für die Erinnerung an das „Gebet für die Feinde“. Das kann man wahrlich in jedem Alter gebrauchen. Es heißt zwar, daß sich so manche Probleme in reiferen Jahren abschleifen, aber es bleibt das Schwierigste, den persönlichen Gegenern, wohlgesonnen zu sein. Eine Herausforderung, darum zu bitten, daß sie trotz ihrer Taten einen freundlichen Blick bekommen sollen. Es gibt aber wohl auch nichts Vergiftenderes, als Groll im Herzen.

  2. Hallo liebe Geschwister im Glauben,
    das Gebet beeindruckt mich sehr.
    Es ist aktuell vorallem für die vielen verfolgten Christen auf unserer Erde. Aber auch im Alltag der westlichen Welt braucht man ein vergebendes Herz. Für andere und sich selbst gegenüber auch. Und dennoch seinem „Mobber“ mit Gottes Gnadengaben zu überhäufen das über fordert mein Herz. Und zugleich beeindruckt es mich stark weil das ein Wesenszug unseres Heilands ist. Nur Er hat ein demütiges und sanftes Herz und ohne seine Hilfe kann dieses Gebet kaum ehrlich gebetet werden. Herzlichen Dank Schalom Brigitte Bross

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