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Gegenwärtige Gelegenheiten nutzen

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Gegenwärtige Gelegenheiten nutzen

Parallel zur Lektüre von „Evangelii Gaudium“ ist mir der folgende Text des Heiligen Franz von Sales in die Hände gefallen und ich muß sagen, da hat mein Schutzengel wieder „Humor bewiesen“, daß er mich diesen „Kommentar“ lesen läßt: der Text stammt aus Alfons Heilmanns Sammlung „Meditationen großer Gottesfreunde“, Freiburg 1963.
Die von Alfons Heilmann (* Oedheim / Württ. 5. Okt. 1883 – † 23. Jun. 1968 München, Priester, Päpstl. Hausprälat, Dr. theol. ) 1912 herausgegebene „Katholische Volksbibel“ mit den Abbildungen von Gebhard Fugel dürfte noch in vielen katholischen Haushalten vorhanden sein. Er war Chefredakteur verschiedener katholischer Zeitschriften, in Tübingen wird er zum Umfeld von Romano Guardini gezählt. Wie Guardini, Weiger, Lippert, Roncalli und so viele andere gehört er zur „großen Generation“ von Theologen und Priestern im „katholischen Frühling“ nach dem ersten Weltkrieg.
Doch hören wir Franz von Sales:

Man muß alle gegenwärtigen Gelegenheiten nutzen

Hl. Franz von Sales

Hl. Franz von Sales

Es gibt Seelen, die große Absichten haben, unserem Herrn ausgezeichnete Dienste zu leisten durch großartige Taten und außerordentliche Leiden, zu denen aber im Augenblick die Gelegenheit fehlt und die sich vielleicht niemals bieten wird.
Und doch glauben sie, durch ihre Absichten und Entwürfe große Liebe bewiesen zu haben. Doch sie täuschen sich darin oft sehr, denn es zeigt sich dabei, daß sie zwar große zukünftige Kreuze umarmen, aber die gegenwärtigen geringeren heftig fliehen.

Ist das nicht eine höchste Versuchung, in der Einbildung so tapfer zu sein, in der Ausführung jedoch so müde?

Gott bewahre uns vor solch eingebildetem Feuereifer, der in unserem Herzen eine eitle Hochachtung vor uns selber nährt.

Die großen Dinge liegen nicht immer an unserem Lebensweg, aber wir können zu jeder Stunde die kleinen ausgezeichnet vollbringen, das heißt mit großer Liebe.
Seht, dieser Heilige, der um Gottes willen einem armen durstigen Wanderer ein Glas Wasser reicht: er tut scheinbar nur wenig, doch die Gesinnung, die Freundlichkeit, die Sorgfalt, mit der er sein Werk beseelt, ist so vortrefflich, daß er dieses einfache Wasser in Wasser des Lebens, ja des ewigen Lebens verwandelt.

Die Bienen saugen aus den Lilien, den Schwertlilien und Rosen, doch nicht weniger Beute machen sie auf den kleinen Blüten des Rosmarin und Thymian. Sie sammeln darin nicht nur mehr, sondern auch besseren Honig; denn in diesen kleinen Kelchen ist der Nektar fester und hält sich besser.
So bestätigt sich auch in den niederen, geringeren Werken der Frömmigkeit die Liebe gewöhnlich häufiger und demütiger und deshalb nützlicher und heiliger.“

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5 Kommentare

  1. *Schluck* Das steht doch wieder einmal nur für mich hier. Ich danke dir.

  2. Will die gegenwärtige Gelegenheit nutzen und Dir zum Geburtstag Gottes Segen, Gesundheit und die Muße und schöpferische Kraft wünschen, diese schöne und eindrucksvolle Arbeit an Deinem Blog weiterzuführen:
    Du hast mit Deinen Gedanken und vor allem auch mit Deinem „Miss Marple Gespür“ für wundervolle, „dauerhafte“ Gebete und Texte „alter“ Vor- und Querdenker schon oft „made my day“!
    Ich freue mich auf mehr!

  3. Liebe Ankerperlenfrau!
    Ich möchte mich auch der Geburtstagsgratulation anschließen und dir viel, viel Segen fürs neue Lebensjahr wünschen!
    Hab Dank für diesen Blog, für die Zeit und Mühe, die du dafür aufwendest. Ich hab schon so viel Gutes für mich mitgenommen, dass ich nur „Vergelt’s Gott“ sagen kann…
    Alles Liebe!
    Regina

  4. Ich danke Euch sehr herzlich für die lieben Worte! Was für eine schöne Aufmunterung!

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