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Heiliger Ulrich, bitte für uns!

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Heiliger Ulrich, bitte für uns!

Heiliger UlrichDer Heilige Bischof Ulrich von Augsburg (* 890 in Wittislingen oder Augsburg; † 4. Juli 973 in Augsburg) wird am 4. Juli im ganzen Bistum gefeiert. Er ist einer der ersten kanonisierten Heiligen überhaupt, von Papst Johannes XV. um 993 dem Volk zur Verehrung ans Herz gelegt. Er erreichte ein – für die Zeit – geradezu biblisches Alter und wurde bereits zu Lebzeiten als heiligmäßig und mit besonderen Gnaden ausgestattet verehrt. In der Volksfrömmigkeit Süddeutschlands gehört er zu den meistverehrten Heiligen, der Bayerische Rundfunk nennt ihn in einem Bericht:

„Heiliger Volksheld“:

„Staatsmann, Bischof und Volksheld – kaum ein Heiliger vereint mehr Attribute auf sich als der Hl. Ulrich. Überaus beliebt, gilt der Augsburger Bischof auch heute noch als Beschützer der Bauern und Schutzheiliger für fast alle Lebenslagen.

890 in Dillingen geboren, entstammte Ulrich einer angesehen Adelsfamilie. Sein Vater hatte ihn für eine kirchliche Karriere vorgesehen und schickte ihn zum Studieren in die Abtei St. Gallen. Nach dem Studium übernahm Ulrich unter seinem Onkel, dem Bischof Adalbero von Augsburg, das Amt des Kämmerers. 923 schließlich wurde er selbst zum Bischof von Augsburg ernannt.

Kleriker und Staatsmann

Als Kirchenfürst zeigte Ulrich hohes Engagement und große soziale Verantwortung. Er kümmerte sich um Arme und Kranke, sorgte für Klöster und Geistliche. Er nahm Einfluss auf die liturgische Gestaltung und war emsiger Missionierer. Das Volk liebte ihn für seine Mildtätigkeit und Bescheidenheit.

Heiligenkalender_4.JuliAber auch als Staatsmann genoss Ulrich hohes Ansehen. Galt er doch zu seiner Zeit als einer der einflussreichsten Kleriker. Vom Volk verehrt und den deutschen Königen Heinrich I. und Otto I. hochgeschätzt, verteidigte der Bischof seine Heimatstadt Augsburg erfolgreich gegen die Ungarn.

Ulrichskreuz  um 1320

Ulrichskreuz
um 1320

Höhepunkt der Kämpfe bildete im Jahre 955 die Schlacht auf dem Lechfeld, vor den Toren von Augsburg. Sie markiert den endgültigen Sieg Ottos I. über die Ungarn und das Ende der jahrelangen Kriege. Nach diesem triumphalen Sieg zog sich Ulrich als Staatsmann weitestgehend zurück und widmete sich mehr seinen geistlichen und seelsorgerischen Aufgaben. Bis zu seinem Tod am 4. Juli 973 blieb Ulrich im Amt.

Helfer bei Fieber und Hagel

Ulrich gilt weit über die Grenzen Schwabens hinaus als einer der beliebtesten Heiligen. Er ist nicht nur Patron der Diözese Augsburg sondern auch Schutzheiliger der Fischer, Winzer und Weber. Er wird angerufen, wenn es um verschiedene Gebrechen und Unwägbarkeiten geht. Gleichgültig ob bei Fieber, Tobsucht, Ratten- oder Mäuseplagen, auch zum Schutz vor Hochwasser und Unwetter bitten ihn viele Gläubige um Hilfe. Deswegen finden am 4. Juli besonders auch in den Alpenregionen Ulrichs-Feiern und Segnungen statt.“

Rosenkranz 18./19. Jahrhundert  mit Ulrichskreuz

Rosenkranz
18./19. Jahrhundert
mit Ulrichskreuz

Das Ulrichskreuz gehört zu den am meisten verbreiteten Devotionalien in der Volksfrömmigkeit. Ein Segens- und Heiligenkreuz, das über Jahrhunderte in fast jedem Haushalt zu finden war. Ursprünglich war das Kreuz, in dem ein Kreuzpartikel eingelassen Ulrichskreuz_schlachtwar, das Pektorale des Heiligen. Der Papst hatte es Ulrich bei dessen zweiter Romreise 954 geschenkt. Der Überlieferung nach soll er es bei der Schlacht am Lechfeld (gegen die feindlichen Ungarn) segnend hochgehalten haben, um den Kämpfern Mut und Durchhaltekraft zu geben (wie Moses, der die Arme erhebt um Gottes Gnade für die Schlacht zu erwirken).
Historisch wird wohl von einem Ereignis Tage zuvor berichtet, als der Bischof ohne Panzer, und nur angetan mit seinem bischöflichen Ornat inklusive Pectorale, unversehrt durch den feindlichen Pfeilhagel ritt.
Das „Crux S. Udalricus“ galt nun vor allem als Schutzzeichen gegen „biblische Plagen“: Pest, Ratten- und Mäuseplage, Überschwemmung und Hochwasser. Von der Christusreliquie wurde das Kreuz im Laufe der Jahrhunderte zum „Ulrichskreuz“, zum Amulett mit wechselnden Segensformeln. Die Verehrung des Heiligen hat sich bis in unsere Tage gehalten. Zwei Ulrichskreuze aus Schwäbisch Gmünd in Silberfiligran, 18./19. Jahrhundert, wie sie an Wallfahrtsorten verkauft wurden:

Ulrichskreuz_schwaebisch_gmuendUlrichskreuz_filigran

 

 

 

 

 

 

 

 

Oft wurde es als Abschlußkreuz an Rosenkränzen genutzt. Das Kürzel für den Heiligen S(anctus) U(dalricus), meist in Silberrand aufgelegt und schwarz emailliert.
Auf Abb. 1 ist das Emaille erhalten, oft ist es jedoch herausgebrochen (wie Abb. 2).

Rosenkranz Schwäbisch Gmünd 18. Jahrhundert

Rosenkranz
Schwäbisch Gmünd
18. Jahrhundert

Und hier noch das Vorsatzblatt zum Monat Juli aus dem Heiligenkalender der Gebrüder Klauber (Kupferstecher zu Augsburg) aus der Mitte des 18. Jahrhunderts mit einem zeittypischen emblematischen Stich (daraus ist auch das Heiligenblatt des Hl. Ulrich entnommen):
Juli_HeiligenkalenderSiehe auch:
Ulrich von Augsburg und ausführlich Ökumenisches Heiligenlexikon

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