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Herz Jesu Mystik

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Herz Jesu Mystik

„Deus Caritas Est“ – Gott ist die Liebe, ist das Herz unseres Glaubens, so hat uns Benedikt XVI. erinnert. Ein Katholik, der nicht unablässig damit beschäftigt ist, welcher Liebe er „durch Ihn und mit Ihm und in Ihm“ teilhaftig wurde, ein Christ der nicht in beständiger Sorge um seine Liebesfähigkeit lebt, hat den Zentrum des Glaubens an Jesus Christus verfehlt.
Am Festtag der Heiligen Margareta Maria Alacoque darf ich ein emblematisches Andachtsbildchen aus dem 18. Jahrhundert zeigen, das ich sehr liebe:

Früchte eines offenen Herzens Andachtsbild Ende 18. Jahrh.

Früchte eines offenen Herzens
Andachtsbild Ende 18. Jahrh.

Die Heilige steht in der Tradition großer Herz Jesu Mystiker.

Hl. Margareta„Margareta wurde 1647 in der kleinen Stadt Lauthecour in Burgund geboren. Ihr Vater war Notar; sie war das fünfte von sieben Kindern. 1671 trat sie in das Kloster der Heimsuchung in Paray-le-Monial ein. Sie hatte ein strenges Noviziat, erfuhr aber schon früh auch mystische Gnaden. Sie wurde von ihrem göttlichen Lehrmeister in das Geheimnis der gottmenschlichen Liebe Jesu eingeführt und erhielt den Auftrag, die Verehrung des heiligen Herzens Jesu zu verbreiten. Die Einführung der Herz-Jesu-Freitage und des Herz-Jesu-Festes geht auf ihre Bemühungen zurück. Zunächst wurde sie freilich in dem vom Jansenismus beeinflussten Frankreich nicht verstanden. Auch in ihrem eigenen Kloster wurde sie angefeindet; erst allmählich überzeugten sich ihre Mitschwestern von der Echtheit ihrer Tugend und ihrer Visionen. Sie starb am 16. Oktober 1690.“ (Tagesimpuls Kloster Beuron)
Beeinflusst von der Spiritualität des Hl. Franz von Sales hatte sie ihre mystischen Erfahrungen vom brennenden Herzen Jesu.

Johannes Paul II. erinnert am Herz Jesu Fest 1999 an die Herz Jesu Weihe der Menschheit von 1899:

gebetszettel„Angesichts des Auftrags zur Neuevangelisierung sieht sich der Christ, der mit Blick auf das Herz Christi, Herr der Zeit und der Geschichte, sich ihm weiht und dadurch zugleich seine Brüder weiht, als Träger von Christi Licht. Von seiner Dienstbereitschaft beseelt, trägt er dazu bei, allen Menschen die Aussicht ihrer Erhebung zur eigenen, persönlichen und gemeinschaftlichen Erfüllung zu eröffnen. »Beim Herzen Christi lernt das Herz des Menschen den wahren und einzigartigen Sinn seines Lebens und seiner Bestimmung erkennen, den Wert eines wahrhaft christlichen Lebens begreifen, sich vor gewissen Entartungen des menschlichen Herzens schützen und die Liebe eines Kindes zu Gott mit der Liebe zum Nächsten vereinen« (Botschaft an die Gesellschaft Jesu, 5. Oktober 1986, DAS [1986], S. 1621).

Ich möchte all jenen meine Unterstützung und Ermutigung aussprechen, die – in welcher Position auch immer – die Herz-Jesu-Verehrung in der Kirche weiter pflegen, vertiefen und fördern; sie tun dies in einer Sprach- und Ausdrucksform, die unserer Zeit angemessen ist, damit diese Verehrung den künftigen Generationen in dem Geist, der sie immer beseelt hat, weitergegeben werden kann. Auch heute geht es darum, die Gläubigen dahin zu führen, ihren Blick in Anbetung auf das Geheimnis Christi, Gott und Mensch, zu richten, um zu Männern und Frauen verinnerlichten Lebens zu werden, zu Menschen also, die eine Berufung zum neuen Leben, zur Heiligkeit, zur Wiedergutmachung, die apostolische Zusammenarbeit zum Heil der Welt ist, empfinden und leben, Menschen, die sich auf die Neuevangelisierung vorbereiten, indem sie Christi Herz als Mittelpunkt der Kirche anerkennen: Die Welt muß unbedingt verstehen, daß das Christentum die Religion der Liebe ist.

Herz Jesu Vision der Hl. Margareta

Herz Jesu Vision der Hl. Margareta

Das Herz des Erlösers lädt uns ein, zur Liebe des Vaters zurückzufinden, der die Quelle jeder echten Liebe ist: »Nicht darin besteht die Liebe, daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat« (1 Joh 4,10). Die Liebe, die Jesus den Menschen schenkt, empfängt er unaufhörlich vom Vater, reich an Erbarmen und Mitleid (vgl. Eph 2,4; Jak 5,11).
Ganz besonders offenbart sein Herz die Großzügigkeit Gottes gegenüber dem Sünder. In seiner Reaktion auf die Sünde vermindert Gott seine Liebe nicht, sondern weitet sie aus in einem Akt der Barmherzigkeit, der zur Initiative der Erlösung wird.“ (Botschaft vom 11. Juni 1999)

Unser Andachtsbildchen spricht von den Früchten der Betrachtung des Heiligen Herzens Jesu. Eintauchend in die Liebe des Erlösers kann das offene Herz des Menschen nur „gute Frucht“ bringen. Diese „unio mystica“, die Verschmelzung von Schmerz und Liebe, von Leid und Erbarmen erzwingt geradezu die Freude am Herrn, den großen Lobpreis, die tiefe Dankbarkeit, erzeugt Handlung, Nachahmung, Nachfolge, tätige Liebe.

„Die Liebe ist kein Lieb, wan sie nit würcken thut.
Sieh diesen Baum, er muß, soll er recht heißen gut,
Nit bloß mit Blätteren der Anmuthungen prangen,
Sondern voll süßer Frucht der Tugend Wercken hangen.

Früchte eines offenen Herzens Andachtsbild Ende 18. Jahrh.

Früchte eines offenen Herzens
Andachtsbild Ende 18. Jahrh.

Liebe
Glaube
Hoffe
Verlange
Bereue
Dancke
Bette an
Demütige Dich
Opfere auf
Erfreue Dich
Hab Mitleiyden

Ein guter Baum bringt gute Früchte.
Amen.

Die Einführung des Barmherzigkeitssonntags in das Kirchenjahr durch Johannes Paul II. bedeutet eine weitere Vertiefung der Herz Jesu Frömmigkeit in unserem Glaubensleben. Auch die Hl. Faustyna ist in das Geheimnis der Herz Jesu Mystik eingetaucht und hat Zeugnis davon gegeben. Die göttliche Barmherzigkeit, die brennende Liebe unseres Herrn ist wohl am schwersten anzunehmen von einem verschlossenen oder verhärteten Menschenherzen. Werden wir nicht müde von der Liebe Gottes zu reden und Zeugnis abzulegen durch unser Tun und Lassen. Möge uns auch die Geduld geschenkt werden, die Wahrheit zu ertragen, von der das kleine Lied von Angelus Silesius (Johann Scheffler) spricht:
„Gott weil er groß ist,
gibt auch gerne große Gaben,
ach, daß wir Armen
nur so kleine Herzen haben…“

Herz_JesuSiehe auch:
Dives in misericordia

Über das göttliche Erbarmen

 

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