Rosenkranz + Pilgerzeichen

Gebet – Kunst – Geschichte

Ikone der Hoffnung

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Ikone der Hoffnung

Papst Franziskus hat am Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel folgende Worte über die Gottesmutter und das Rosenkranzgebet gesagt:

Romereports fasst zusammen:
„POPE FRANCIS
“Through the light of this beautiful icon, of our mother, we can analyze the message inside the today’s biblical readings. We can focus on three words, struggle, resurrection, hope.”

The first term, according to Pope Francis, addresses the inherent struggle between good and evil, and how Our Lady plays an important role in guiding the world along this struggle.

POPE FRANCIS
“Mary joins us, she fights at our side. She supports Christians in the fight against the forces of evil. Especially through prayer, through the rosary. Hear me out, the rosary… Do you pray the Rosary each day? I don’t know, are you sure? There we go!”

The Pope continued saying that Our Lady had shared in the struggles of her son, Jesus Christ. She suffered along with him, and so when Jesus resurrected, she was also given redemption.

POPE FRANCIS
“Our Mother, we can add, represents us. She is our Sister, our first Sister to be granted redemption and taken to Heaven.”

Because of her suffering and redemption, Our Lady is also the most iconic image of hope, Pope Francis said. She is close to those who suffer throughout the world, and she provides them the hope to overcome their struggle.“ (Hier der deutsche Text seiner Predigt!)

RosenkranzWarum zitiere ich diese Nachricht?
Weil „Sie“ behaupten, der Papst habe in seiner Homilie gegen Ideologen und „Zungenbeter“ jedes „repetitive Beten“, auch den Rosenkranz verworfen.
Ich habe den Link in einem traditionalistischen Blog aus den USA gefunden. Die Aurorin „outet“ sich als Traditionalistin und setzt sich in sehr ehrlicher und bewegender Weise mit den Ermahnungen Papst Franziskus über „Glaube, der zur Ideologie verkommt“  auseinander. Auch sie bemerkt, wie voreingenommen, ja hasserfüllt traditionalistische Kreise auf Papst Franziskus, den sie von Beginn an als „Modernisten“ ausgemacht haben, reagieren. Wie ermutigend, daß diese Selbstreflektion ausgerechnet durch Fehlbehauptungen über den Rosenkranz „losbricht“. Die „liebe alte“ Ankerkette des Glaubens bleibt eben ein „Stein des Anstoßes“ und zeigt den Gläubigen ganz.

Abbey Roads: The Devil on Blogger’s Shoulders. und
Catholic in Brooklyn: Are You Driven By Faith Or Ideology?
Tracy Transancos: The Head – Slapping Criticism of Pope Francis

Beide Artikel sind sehr lesenswert, wie ich finde. Für mich, die ich viele Anliegen und Nöte „traditionsliebender“ Katholiken teile, waren diese Texte eine große Erleichterung: ich konnte mir einfach nicht wirklich vorstellen, daß fromme katholische Menschen dauerhaft in einer Art und Weise hetzen, verleumden, tratschen und herabsetzen und damit ALLES konterkarrieren, wofür sie eigentlich stehen sollten.
shunWas man auf den einschlägigen Seiten der Traditionalisten bestimmter couleur zu lesen bekommt, dreht einem buchstäblich den Magen um und es veröffentlicht in einer eindrucksvollen Weise, wie ihre Betreiber gegenüber JEDEM Katholiken, der nicht ihre Ansichten teilt, gestimmt sind: die amerikanische Bloggerin blendet einen Button ein: „Can’t talk right now, I’m shunning you“ – Ich kann gerade nicht reden, weil ich dich meide. „Meidung“ meint hier sowohl soziale wie geistige, ja sogar „geistliche“ Zurückweisung („Ächtung“). Ich bin diesem Phänomen in ganzer Tragweite erst begegnet, seit ich in der Bloggerszene unterwegs bin. Ich kenne es aus Verhalten von Anhängern der Piusbruderschaft (liebende Gläubige, die aus Angst, Sehnsucht oder Treue dieser Gemeinschaft anhangen, sind hier nicht genannt!) in mehreren Nachbargemeinden. Da ich nicht betroffen war und die Vorfälle lange Jahre zurücklagen, kümmerte ich mich nicht weiter darum. Erst als ich dann beruflich mit „Opfern“ dieser Machenschaften zu tun hatte, erwachte meine „Alarmbereitschaft“ und mein Interesse.

Inzwischen sind die Stimmen aus diesem Lager wie aus dem ihrer „verdeckten“ Sympathisanten „Legion“. Die Protagonisten erlegen sich in Zeiten der weltweiten Vernetzung über das Internet,  keinerlei Diskretion oder Rüchsichtnahme mehr auf und „schießen aus allen Rohren“ auf Papst, Kirche, Bischöfe, Klerus und Gläubige. Wer nicht für sie ist, ist gegen sie und alle, außer ihnen, sind „Taufscheinkatholiken“. Der Papst mutiert zum „Antichrist“ und wird nach Kräften zum Schwätzer, Selbstdarsteller, ja Zerstörer der Kirche herabgewürdigt.

Wohlmeinende Freunde ermahnen mich, mir diese Auswüchse verzerrten katholischen Glaubens zu ersparen. Und es ist ja wahr: Gottes Werk ist unzerstörbar. Es ist eine Frage des Vertrauens in den Heiligen Geist und die Heiligen der Kirche.

Und doch: am Beispiel der amerikanischen Blogger sehe ich mich bestärkt. Es ist unsere Aufgabe – gerade als traditionsverbundene Katholiken – STOP zu sagen, wo die von Papst Franziskus gut beschriebenen Ideologen und Verleumder am (bösen) Werk sind. Sie verzerren das Antlitz der Kirche und damit das Antlitz aller Gläubigen zu einer zornigen, verachtungsvollen  Fratze. Sie entehren die Frohe Botschaft und das Zeugnis der Heiligen.

Hl.MichaelWir dürfen ihnen das nicht wehrlos oder ignorant durchgehen lassen.

Mary Griffin schreibt am Ende ihrer (Selbst-) Reflektion,
„My prayer is that they will truly pray as Pope Francis has exhorted us to do and get beyond their ideology, which is destroying them. We must remember that Satan can appear as an angel of light, and his greatest trick with believers is to make us believe that we are right and everyone else, especially Church hierarchy, is wrong. This is the genesis of all heresy. As the Apostle Paul warned us in I Cor. 10:12, „Let he who thinks he stands take heed lest he fall.“

It seems that no one is more sure of their „firm footing“‚ than Traditionalists, and therefore, no one should be questioning themselves on a regular basis more than Traditionalists. We need to constantly be asking ourselves and asking God to reveal to us whether we are truly following the lead of the Holy Spirit, or blindly following an ideology born of our pride and our fallen nature.“
und ich kann mich ihrer Warnung nur rückhaltlos anschließen.

Man kann nicht ständig das Evangelium, Kirchenväter, die Gottesmutter, Engel und Heilige und die Schönheit Katholischer Hochkultur im Munde führen und sich gleichzeitig gebärden, wie ein wildgewordener SA – Mann, der dem Papst faule Eier an den Kopf wirft.

…Jesus, der in seiner Kirche lebt und wirkt! (aus dem Trostreichen Rosenkranz)

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2 Kommentare

  1. Was ist mit angemessener Kritik? Finden Sie etwa alles, was dieser Papst macht, richtig? Seit er sagte „Es gibt keinen katholischen Gott“ bin ich sehr, sehr vorsichtig geworden. Ja, er sagt sehr tiefe, gute Dinge. Aber dann sagt er auch wieder Verwirrendes und Dinge, die man als häretisch ansehen kann. Soll man Ihrer Meinung nach keine Kritik üben und dem Papst, egal was er tut, blind hinterherlaufen? Was ist, wenn die Kommunion für sog. Geschiedene Wiederverheiratete eingeführt wird? Was, wenn der Zölibat fällt?

  2. Wie kommen Sie zu der Frage, ob ich eine kritiklose Person sein könnte, wenn ich mich an unsachlicher Kritik, Lügen und Wahrheitsverzerrungen, Fehlinterpretationen und Ausfällen in Gossenmanier (wir könnten auch sagen „Stürmer“ – Stil) stosse? Es sollte Ihnen aufgefallen sein, daß ich gerade „selbsternannte“ Päpste kritisiere.
    Ich unterliege nicht der irrigen Auffassung, daß die wirklichen Päpste fehlerlose Menschen sein müssen. Das hindert mich jedoch nicht daran, auf ihr Wort, Charisma (im umfassenden Sinne) und Vorbild zu hören. Auch kenne ich den Unterschied von pastoralen und „ex cathedra“ Äußerungen.

    Ich kenne Katholizismus mit Stil, mit mitteleuropäischen Manieren und ich werde katholisch geschminkten „Hetzmobs“ niemals Platz machen. Wer sich nicht mit den „Früchten des Heiligen Geistes“: caritas, gaudium, pax, longanimitas, bonitas, benignitas, fides, modestia, continentia AUSWEIST, der ist für mich kein ernstzunehmendes Gesprächsgegenüber in Glaubensdingen – und da ist mir auch die „Richtung“, die Herkunft oder der Stand egal: das gehört sich einfach nicht! Es gibt Äußerungsformen, die sind per se inkompatibel mit katholischer Lebensart – und punktum. „Wer schreit und pöbelt“ hat Unrecht – sehr bewährte Lehre aus meiner (katholischen) Kinderstube.

    Und ja, im Zweifelsfall „laufe ich dem Papst hinterher“ (gute alte Protestantenpropaganda übrigens: Katholiken denken nicht, „sie laufen nur blind dem Papst hinterher“ – sind Sie auch einer von jenen Konvertiten, die den Katholiken mal so richtig das Katholischsein erklären / beibringen wollen? Das war jetzt nicht „nett“, aber deutlich! Soviel zum Wort „Häresie“ – soweit ich das in fünfzig Jahren beobachten konnte, habe ich in den Päpsten der letzten 100 Jahre die vertrauenswürdigste und gewissenhafteste Autorität vor Augen, die mir (unter Menschen) begegnet oder bekannt geworden ist.

    Auf ihre Zölibat und Geschiedenen Frage gehe ich hier nicht ein, weil es nicht mein Stil ist, komplexe Fragen im „Schlagwortmodus“ zu behandeln. Zum Thema Zölibat finden Sie in diesem Blog meine erschöpfende Stellungnahme. Mehr habe ich (vorerst) nicht dazu zu sagen!

    P.S. Ich behalte mir vor, Kommentatoren mit squizzy Adressen in Zukunft von Diskussionen auf diesem Blog auszuschließen!

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