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Gebet – Kunst – Geschichte

Jugend vor Gott – Erklärung zum Rosenkranz

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Jugend vor Gott – Erklärung zum Rosenkranz

Jugend vor Gott

Jugend vor Gott

In meinem alten Pfadfindergebetbuch „Jugend vor Gott“ von Alfonso Pereira SJ (Ausgabe 1962) habe ich diese wirklich gute Einführung ins Rosenkranzgebet gefunden:

Der Rosenkranz

Rosenkranz Jugendbewegung 20. Jahrhundert

Rosenkranz
Jugendbewegung
20. Jahrhundert

Vor allem Eintönigen und Leierhaften schrickst du zurück. Das ist begreiflich und gut.

Aber der Rosenkranz braucht nicht mechanisch und leierhaft gebetet zu werden.

Im Gegenteil: Die Wiederkehr derselben Worte soll anregen zum Betrachten, zum Versenken in die Geheimnisse des Christus- und Marienlebens.
Die Ges
ätze des Rosenkranzes sind Grundgesetze unseres Glaubens, voll der Tiefe und Schönheit. Sie sollen auch Lebensgesetze für uns werden.

Maria ist die erste in der Nachfolge Jesu. Darum wollen wir ihrem Leben mit Christus auch unsere Wege ablauschen.

Wenn uns ein Bild gefällt, wenn wir es lieben, schauen wir es oft an. Ein Lied, das uns anspricht,wriederholen wir gern. Wenn ein großes Leid die Seele packt, wechseln wir im Gebet nicht gern mit den Worten.

Du mußt dir schöne Bilder der Rosenkranzgeheimnisse in deinem Geiste schaffen. Du mußt sie liebgewinnen, diese Taten des Herrn und seiner Mutter, ihre Freuden, ihre Leiden, ihre Herrlichkeit und Verklärung. Während du mit den Lippen das „Gegrüßet seist du, Maria“ wiederholst, verweilst du im Herzen, in deinen Gedanken und im Gemüte bei dem Geheimnis des einzelnen Gesätzes.

Am Schlüsselbund "Einmal Pfadfinder, immer Pfadfinder!"

Am Schlüsselbund
„Einmal Pfadfinder, immer Pfadfinder!“

Überdenke vor jedem Gesätz den Inhalt und die Bedeutung des Geheimnisses.

Wenn dir die Wiederholung zum natürlichen Herzensbedürfnis wird, dann ist der Rosenkranz nicht langweilig. – Das ist die Kunst des Rosenkranzbetens.

Dem Liebenden wird die Gegenwart des Geliebten niemals zu lang.

Wenn du den Rosenkranz betest, so sammle alle deine Sehnsucht, all dein Verlangen, dein und der Deinigen Leid, alle Wünsche deines Herzens und schließe sie ein in das Vaterunser und den Engelgruß.
(S. 212 – die falsche Rechtschreibung „Gesetz“ statt „Gesätz“ wurde für diesen Beitrag berichtigt.)

Auch 50 Jahre später halte ich den Text noch für „jugendgemäß“ und lesbar. Ich habe sehr gute Erinnerungen an das Pereira Gebetbuch, sowohl in der alten, wie in der neuen Ausgabe von 1979. Im Vorwort 1962 schreibt Pater Pereira (1916 – 1991):

“ Lass Dein Herz durchdringen von der Heiligkeit des göttlichen Geheimnisses, bis es ganz erfüllt ist von Dank, Ehrfurcht, Liebe, Hoffnung, Mut und Zuversicht.
Dieses Buch hat seinen Zweck erfüllt, wenn es überflüssig geworden ist und Du ohne Hilfe eines Gebetbuches leicht aus Deinem Herzen zu Gott findest.
Beten wir füreinander, daß wir rechte Beter werden!“

(Anmerkung: Alfonso Pereira SJ war der Bruder von Clemente Pereira, Jesuitenpater geboren 23. März 1911 Hamburg, gestorben 21. Januar 1990 Münster – Pereira, der ursprünglich das väterliche Import-Export-Geschäft übernehmen sollte, besuchte als gelernter Kaufmann in Hamburg die Oberstufe der Gelehrtenschule Johanneum. Sodann Eintritt in den Jesuitenorden (1933 Noviziat), Studium der Philosophie und Theologie in Valkenburg (Niederlande) und 1940 Priesterweihe. 1942 wurde er als Kaplan in die Pfarrei Christkönig in Trier gesandt und erhielt den Auftrag, die Flakhelfer im Raum Trier seelsorgerlich zu betreuen. An Aschermittwoch 1944 wurde Pereira wegen angeblicher Wehrkraftzersetzung verhaftet und nach 6 Wochen Gefängnis in Trier in das KZ Dachau überführt. Vor Kriegsende gehörte er zu den Häftlingen, die auf den „KZ-Todesmarsch“ in die Ötztaler Alpen geschickt wurden; er berichtete selbst über die tollkühne Rettungsaktion durch drei Jesuiten am 29. April 1945. Für ihn blieb ein lebenslanges Häftlingstrauma zurück. – Von Juni 1945 bis Oktober 1947 war Pereira Jugendseelsorger in der Diözese Trier. 1948 wurde er in das Aloisiuskolleg Bad Godesberg versetzt. Das war der Beginn seines neuartigen Schülerapostolats: während der nächsten zwanzig Jahre veranstaltete er in Gymnasien etwa 1500 Schülerwochen (Vorträge, Gespräche, Gottesdienste), an denen nach vorsichtiger Schätzung 750.000 Schüler u Schülerinnen teilnahmen. Der Erfolg Pereiras erklärt sich durch den Auszug aus dem kirchlichen Raum ins Schulmilieu und die besonderen Chancen der Nachkriegszeit; vor allem aber aus seinem Wesen: er entsprach kaum dem Typus des Jugendseelsorgers; er wirkte durch seine Art, jungen Menschen zu begegnen und mit und zu ihnen zu reden, eher hanseatisch-nüchtern, ruhig und aufrichtig.
Quelle: Trierer biographisches Lexikon

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das Buch ist überarbeitet und neu verlegt:
PEREIRA, ALFONSO; SCHWIKART, GEORG:
Jugend und Gott. Gedanken und Gebete.
Kevelaer: Butzon & Bercker; Düsseldorf: Verlag Haus Altenberg, 2012, 271 S.  € 12,95; ISBN 978-3-7666-1515-9; 978-7761-0284-0

Eine Sammlung von Gedanken, Gedichten und Gebeten, die über Jahre hinweg schon unzählige junge Menschen im Glauben begleitet hat, ist vom Verlag Haus Altenberg und Butzon & Bercker 2012 gemeinsam neu aufgelegt worden. Erstmals zusammengestellt wurden die Texte bereits 1956 von P. Alfonso Pereira SJ; damals sind sie unter dem Titel „Jugend vor Gott“ erschienen. Ab 1971 wurden sie als „Jugend mit Gott“ verkauft, später hieß die Sammlung dann „Jugend und Gott“. Nun hat Georg Schwikart das Büchlein komplett überarbeitet, um manche neue (darunter viele eigene) Texte ergänzt und in einem Format für die Hosentasche neu herausgegeben…. Salesianer Don Boscos )

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