Rosenkranz + Pilgerzeichen

Gebet – Kunst – Geschichte

Katholisches „branding“ am neuen Gotteslob

| 2 Kommentare

Katholisches „branding“ am neuen Gotteslob

Zum ersten Advent diesen Jahres wurde das Neue Gotteslob in vielen Diözesen deutscher Sprache eingeführt. Da solch‘ einschneidende Ereignisse nur selten passieren, zuletzt 1975, will ich es hier nicht unerwähnt lassen. Das „alte Gotteslob“ war in meinen Augen durchaus nicht veraltet und bei der Ankündigung, daß es eine Neufassung geben solle, hatte ich doch gewisse Befürchtungen…die nicht eingetroffen sind. (Das Gute an Befürchtungen ist, daß man immer angenehm überrascht wird.)
gl_1Von außen besehen wirkt das Buch etwas „mächtig“ und hinterläßt eher den Eindruck evangelischer Gesangbücher. Als Liebhaberin des zierlichen Andachtsbuches bedauere ich das etwas. Da mein Buch immer in einer Lederhülle „verschwindet“, habe ich mir die Kirchenausgabe gekauft. Die bordeauxrote Lederausgabe mit Goldschnitt wirkt geringfügig leichter, einen großen Unterschied sehe ich nicht.

Mit Lederhülle und Einlagen bringt mein Buch stolze 950 Gramm auf die Waage und damit ist es beim Gang durch die Dunkelheit zur Abendmesse ein veritables „Selbstverteidungungs-accessoire“ (vorausgesetzt man trägt es in einer zum Schleudern geeigneten Handtasche). Aber Spaß beiseite: es ist deutlich größer als sein Vorgänger und das hat sich positiv im Inneren niedergeschlagen, da ist einfach mehr Platz.

Entstanden ist ein gut strukturiertes und in Satz und Typographie schön gelungenes Buch mit zahlreichen Querverweisen, einer Konkordanz enthaltener biblischer Texte, gute Quellenangaben und sogar ein Glossar für „Kirchenferne“ und „Newbies“. Jeder Abschnitt im Buch ist durch ein rotes Vorsatzblatt mit eigenem Inhaltsverzeichnis gekennzeichnet, was das Finden eindeutig erleichtert.
IMG_0340 Als „die Ankerperlenfrau“ galt mein erster Blick der Anleitung zum Rosenkranzgebet und ich bin sehr zufrieden: der Rosenkranz wird erklärt wie ihn die Kirche betet und für uns Deutsche ist der unentbehrliche „trostreiche Rosenkranz“ weiterhin erhalten. Gelungen!
Die eingestreuten modernen Graphiken sind nicht so mein Fall und so bin ich gleich nach Erwerb des Buches daran gegangen, es nach meinem Geschmack zu personalisieren: ich nenne das im Titel scherzhaft „katholisches branding“.
Hier einige Beispiele (wenn Sie die Bilder anklicken, werden sie vergrößert gezeigt):
gl_2gl_3gl_4gl_5gl_6gl_7gl_8gl_9gl_10gl_11gl_12gl_14gl_16 gl_15Insgesamt 32 Andachtsbilder haben so einen festen Platz gefunden und können schon nicht mehr beim Blättern herausfallen. Sollte einer meiner Leser einen ähnlich „anarchischen Akt“ planen, dann empfehle ich den Fotokleber „fixo gum“ (dünn aufgetragen und schnell eingeklebt durchfeuchtet er nicht das Dünndruckpapier, die Bilder lassen sich wieder herauslösen und Klebereste rückstandslos entfernen).
Die Bindung des Buches hat die Verschönerungsaktion gut „weggesteckt“, es liegt weiterhin flach und klafft nicht auf. Dem Einlegen weiterer relevanter Andachtsbilder steht nichts im Wege.
Wie bereits 1975 gibt es textverändernde Eingriffe, die ich nicht gebraucht hätte… aber meine Vorlieben sind im „Chor der Vorlieben“ eben nur gleichrangig. Was ich im Stammteil vermisst habe, finde ich erleichtert im Eigenteil meiner Diözese wieder. Jetzt wurde auch der Evergreen „Segne Du Maria“ ins Gotteslob aufgenommen und das wird zum Einbruch meiner Besucherzahlen hier führen, war es doch das meistgesuchte Stichwort (neben Rosenkranz Tattoo).
gl_17Es ist nicht leicht, ein geliebtes altes Andachtsbuch „aufzugeben“, das – in meinem Fall mehr als 30 Jahre – durch „dick und dünn“ mitgegangen ist, aber ich glaube, daß das neue Gotteslob das Zeug hat, bald im Herzen seiner Nutzer anzukommen. Mag sein, daß ein bißchen Personalisierungsarbeit den Vorgang beschleunigt: viel Freude dabei!

Print Friendly, PDF & Email

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.