Rosenkranz + Pilgerzeichen

Gebet – Kunst – Geschichte

Maria Laetitia – Marias Freuden

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IMG_1344Maria Laetitia, die Freuden Marias, ist ein Gedenktag im Franziskanerorden. Vielleicht ist Ihnen schon aufgefallen, daß in den franziskanischen Orden (Franziskaner, Kapuziner, Klarissen) ein Rosenkranz mit sieben Gesätzen zum Habit gehört.

Das Marienlexikon* schreibt dazu:
„Das Fest der sieben Freuden Mariens am 5. Juli pflegten vor allem die Franziskaner. Dazu zählen meist Verkündigung, Heimsuchung, Geburt Christi, Anbetung der Könige, Darstellung im Tempel, Auferstehung Jesu und Marias Aufnahme in den Himmel, wobei Anzahl und Art der Geheimnisse manchen Wandlungen unterworfen sind. Fast immer aber sind Verkündigung, Geburt Christi, Anbetung der Könige und Darstellung im Tempel enthalten. Häufig sind die sieben Freuden den sieben Schmerzen Marias zugeordnet.“

Gebetet wird der Franziskanerrosenkranz nach den Regeln des ROSARIUM VIRGINIS MARIAE, allerdings mit 7 x 10 Ave Maria mit folgenden Clausulae, die allesamt auch bei Dominikus von Preussen vorkommen:

Jesus, den du, o Jungfrau, vom Hl. Geist empfangen hast. (Lk 1, 35-38)
Jesus, den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast. (Lk 1, 41-45)
Jesus, den du, o Jungfrau, in Bethlehem geboren hast. (Lk 2, 16-19)
Jesus, den du, o Jungfrau den drei Weisen zur Anbetung gezeigt hast. (Mt 2, 9-11)
Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast. (Lk 2, 46 ff)
Jesus, der von den Toten auferstanden ist. (Mt 28, 7 ff)
Jesus, der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat. (Kol 1, 12)

Die Gebetsworte können, je nach Region und Orden, variieren: gerne wird auch gebetet, „den du o Jungfrau voller Freude…“. Halten Sie es, wie es ihrer Sammlung und Betrachtung am besten dient.

Detail Apsismosaik S. Maria Maggiore, Rom © A. Wolf

Detail Apsismosaik Assumptio Mariae
S. Maria Maggiore, Rom
© A. Wolf

Die „Sieben Freuden Marias“ entsprechen in der Gebetsweise der „Sieben Schmerzen Korone“ und bilden in dieser Polarität den franziskanischen Rosenkranz.
Was ist eine Korone, fragen Sie? Es heißt Kranz oder Krone und wird zur Unterscheidung von DEM Rosenkranz der Kirche gebraucht. Wenn man also an der Perlenschnur betet, ohne genau Form und Abfolge des „Rosarium Mariae“  einzuhalten, sprechen wir von einer Korone.
Beide Bezeichnungen, „Rosarium“ und „Corona“,  sind eine schöne Anlehnung an die Legende vom Ursprung des „Kranzgebetes“ an der Perlenschnur und entspringen der Marienminne des Spätmittelalters.

* Marienlexikon Band II, S. 538 (Hrsg.Remigius Bäumer / Leo Scheffczyk, St. Ottilien 1989)
Siehe auch: „Vena vivida – lebendige Quelle, Texte zu Klara von Assisi und ihrer Bewegung, Werkstatt Franziskanische Forschung, Münster 2008 – Anm. S. 85

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