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Maria Victoria – Maria vom Siege

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Maria Victoria – Maria vom Siege

Am 7. Oktober haben wir das Fest „Maria Rosenkranz“ oder einfach „Rosenkranzfest“ gefeiert. Ein Blogger fragte: „Sollen wir den 7. Oktober feiern?“
Er fragt so, denn eigentlich erinnert das Datum an den Sieg in der Seeschlacht bei Lepanto gegen die Osmanen. Mein Heiligenkalender aus dem 18. Jahrhundert zeigt uns das eindrücklich mit einem emblematischen Bild  von Gottfried Bernhard Göz (1708 – 1774), Verlag Gebrüder Klauber, Augsburg (um 1740).

Maria Victoria Kupferstich um 1740

Maria Victoria
Kupferstich
um 1740

Ursprünglich heißt der Gedenktag „Unsere liebe Frau vom Siege“.
Das 20. Jahrhundert hat uns Kampf und Sieg zu verhassten Worten werden lassen, weil dieses Jahrhundert fast ausschließlich verachtungswürdige Kämpfe und „Siege“ vorzuweisen hat. Der „ritterliche Kampf“ darf in der Moderne als ausgestorben gelten und die Postmoderne läßt einen nur Schlimmeres erwarten als das Zeitalter von „Drohnen“ und gesichtlosen Cyber War Bedrohungen.

Und doch, es gibt ihn, den guten Kampf. Selten ist er nach außen zu führen (obwohl auch das zu unserem Leben gehört), doch tagtäglich ist er in unserem Inneren präsent: der „böse Feind“ umlagert und belauert uns mit Versuchungen, bösen Gedanken, destruktiven Leidenschaften wie Habgier, Neid und Eifersucht. Üble Nachrede, Verleumdung, Ehrabschneidung – wer hätte noch nie diese Gifte gekostet, ob als Täter, Mittäter, gleichgültiger Zuschauer, applaudierendes Publikum? Ja, wirklich das ist ein Kampf und wer könnte uns besser beistehen, als Unsere liebe Frau ohne Sünde? „Maria vom Siege“, die sternbekränzte Mutter, die der Schlange den Kopf zertritt, steht uns nicht in ungerechten blutigen Kämpfen bei und schon gar nicht in der Schande des Machterwerbs mit unlauteren Mitteln…da leidet sie als Schmerzensmutter an der Seite des Gekreuzigten, harrt aus in Fürbitte und Erbarmen.

Maria vom Siege: das heißt heute, wie eh und je, Mutter des Sieges im Kampf gegen das Böse. Und auch nur so stimmt das dem Hl. Pater Pio zugeschriebene Wort vom „Rosenkranz als Waffe“. Die ständige Betrachtung des Lebens Jesu Christi im Angesicht des einzigen Menschen, der ohne Sünde war, ist unser Halt im Kampf, unser Anker im Sturm der Anfechtungen. Der Beistand der Gottesmutter ist uns sicher im Kampf gegen den Teufel und seine Verführungen: Sie wird nicht zulassen, „daß Christi Licht in den Getauften Finsternis werde und wir am Ende unseres Lebens dastehen, wie Bäume, die keine Frucht getragen, wenn wir darum bitten und beten, auch den Rosenkranz beten.

Vor vielen Jahren hat mir eine alte Frau einen Denkspruch hinterlassen (der Autor ist mir nicht bekannt) und er drückt eine wichtige Wahrheit aus:

Ganz ohne Versuchung
darf der Diener Gottes hier nicht leben,
denn keiner erhält die Siegeskrone,
der nicht gehegt hat –
und keiner kann siegen,
der nicht gekämpft hat –
und keiner kann kämpfen,
der nicht angegriffen wurde.

Und Paulus?

Den Schwachen bin ich ein Schwacher geworden, damit ich die Schwachen gewinne. Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise einige rette.
Ich tue aber alles um des Evangeliums willen, um an ihm Anteil zu bekommen.
Wisst ihr nicht, dass die, welche in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber einer den Preis empfängt? Lauft so, dass ihr ihn erlangt!
Jeder aber, der kämpft, ist enthaltsam in allem; jene freilich, damit sie einen vergänglichen Siegeskranz empfangen, wir aber einen unvergänglichen.
Ich laufe nun so, nicht wie ins Ungewisse; ich kämpfe so, nicht wie einer, der in die Luft schlägt; sondern ich zerschlage meinen Leib und knechte ihn, damit ich nicht, nachdem ich anderen gepredigt, selbst verwerflich werde. (1 Korinther 9,22)

 

Mutter der Völker RV1Maria vom Siege,
Unsere liebe Frau vom Rosenkranz,
lehre mich den guten Kampf zu kämpfen.
Laß mich niemals ermüden in der Betrachtung der Heilsgeheimnisse im Rosenkranzgebet.
Führe mich zu Deinem Sohn, halte mich wach.
Verhilf mir zur Gnade der wachsenden Nachfolge Deines Sohnes unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus.
Amen.
(Dieses schlichte Bild der Gottesmutter von M.E. Stapp zeigt Maria gekrönt, wie auf den alten Bildern der „Maria Victoria“ – ihr Sieg sind unsere Gebete!)

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