Rosenkranz + Pilgerzeichen

Gebet – Kunst – Geschichte

Mutter Maria und die Hl. Katharina – Rosenkranzanhänger aus dem Spätbarock

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Mutter Maria und die Hl. Katharina – Rosenkranzanhänger aus dem Spätbarock

Eine stillende Gottesmutter und die hl Katharina von Alexandrien – die Lust des Spätbarock an schönen heiligen Frauen

Rosenkranzmedaillon in gezackter Silbermontur, zwei gemalte Miniaturen hinter geschliffenem Glas (evtl. Bergkristall), 4 x 4,4 cm, um 1760, süddeutsch – vielleicht das Geschenk eines liebenden Mannes an seine junge Frau in guter Hoffnung – und da sind die Schönen:

Maria lactans
Rosenkranzanhänger
spätbarock

Maria lactans (auch: Galaktotrophousa, Mlekokapitelniza, Stillende Gottesmutter, Seliger Schoß) bezeichnet das Bildmotiv der stillenden Maria.

Im byzantinischen Reich und auch in Westeuropa des 14. und 15. Jahrhunderts wurde dem Bildtypus der Maria lactans folgende Bedeutung beigemessen: Das Christuskind ist Gott, der über die Brust der Mutter mit der Menschheit in Verbindung tritt.

Eine der frühesten christlichen Statuen einer stillenden Madonna dürfte die aus dem ersten Jahrtausend stammende Nossa Senhora da Nazeré (Unsere Liebe Frau von Nazareth) in Nazaré, Portugal sein.

Bei den barocken Brunnenkapellen einiger Wallfahrtsorte wird das Wasser durch die Brüste der Marienfigur geleitet, so in der Wallfahrtskirche Mariahilf ob Passau, in der Quelle von Rengersbrunn oder in Maria Ehrenberg.

Bei Laktationsschwierigkeiten oder Mastitis war es in einigen Regionen Brauch, vor einer Maria-Lactans-Darstellung zu beten und wächserne Nachbildungen der eigenen Brüste als Weihegabe zu opfern.

Auch in der Ikonographie des Weltgerichtes spielt das Motiv der Maria lactanseine bedeutende Rolle. Im sogenannten Interzessionsbild (Bild der Fürbitte) zeigt die Madonna ihre freie Brust dem richtenden Sohn, um ihn für die Gläubigen als Kinder Gottes daran zu erinnern, dass sie ihn einst gestillt hatte. Eine Abwandlung des Motives in Rückenansicht befindet sich im Zentrum von Raffaels Transfiguration („Verklärung Christi“, 1517 Rom, Pinacoteca Vaticana), die kürzlich von Gregor Bernhart-Königstein als Weltgericht (Weltverklärung) identifiziert werden konnte. Maria mit befreitem Rücken zeigt hier ihrem in roter Knechtsgestalt herabgestiegenen Sohn die freie Brust, um ihn für die Gruppe der Sünder daran zu erinnern.

Katharina von Alexandrien
Märtyrerin
gehört zu den 14 Nothelfern

Katharina von Alexandrien, Märtyrerin,

* in Zypern (?)
† 307 (?) in Alexandria in Ägypten

Gedenktag 25. November                                                                                                    Hier mit den Attributen Schwert und Krone abgebildet – auf das Rad als Zeichen des Martyriums hat man bei diesem Medaillon wohl mit Rücksicht auf die beschenkte Frau gerne verzichtet…

Am Kathrein-Tag endete früher die Zeit des Viehs auf der freien Weide und begann die Schafschur, Mägde und Knechte bekamen ihren Lohn ausbezahlt. Ab dem Katharina-Tag durfte früher im alpenländischen Raum zur Vorbereitung auf Weihnachten und noch bis zur Fastnacht nicht getanzt werden: Kathrein stellt das Tanzen ein. Die Schneiderinnen in Pariser Modehäusern heißen bis heute nach ihr Cathérinettes und feiern den Tag mit Champagner; kleinere Betriebe lassen ihre Angestellten zum Gottesdienst gehen und anschließend zur Statue ziehen, die sie mit einem grün und gelb geschmückten Hut verzieren; früher steckten dann Jungfrauen, die schon 25 Jahre alt waren, Nadeln in diesen Hut, was ihnen noch im Lauf des Jahres einen Mann bescheren sollte; grün steht für die Hoffnung, gelb für das Blut der Katharina, das in Milch verwandelt war.

Patronin:

der Mädchen, Jungfrauen, Nonnen, Heiratswilligen und Ehefrauen; im Mittelalter der Ritter; der Ammen, Philosophen, Theologen und Gelehrten, Lehrer und Studenten, Redner und Advokaten, Bibliothekare, Wagner, Müller, Bäcker, Töpfer, Gerber, Spinner, Tuchhändler, Seiler, Schiffer, Buchdrucker, Sekretäre, Anwälte, Notare, Waffenschmiede, Schuhmacher, Frisöre, Näherinnen, Scherenschleifer und aller Berufe, die mit Rädern zu tun haben; der Krankenhäuser, der Hochschulen und Bibliotheken; der Feldfrüchte; bei Migräne, Kopfschmerzen und Krankheiten der Zunge; für die Auffindung Ertrunkener
1969 wurde der Gedenktag Tag auf Grund des wahrscheinlich rein legendären Charakters der Person von Katharina als Feiertag aus dem römischen Kalender gestrichen, 2001 wurde sie wieder in den Generalkalender aufgenommen.
(Zitiert nach Wikipedia und Ökumenisches Heiligenlexikon)
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