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Pilgermedaillen + Reliquien von Therese von Lisieux

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Pilgermedaillen + Reliquien von Therese von Lisieux

Teresita_iAlle Texte dieses Artikels sind dem
Apostolischen Schreiben von B. Johannes Paul II. DIVINI AMORIS SCIENTIA zur Proklamation der hl. Theresia vom Kinde Jesus und vom Heiligen Antlitz zur Kirchenlehrerin
(Absatz 8 – 10) entnommen.
Zur Freude aller, die den „Kleinen Weg“ und das Leben der Heiligen studieren, sind in den Text Abbildungen von Devotionalien aus 100 Jahren eingestreut.

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8. Mit ihrer einzigartigen Lehre und ihrem unverkennbaren Stil erscheint Theresia als echte Lehrmeisterin des Glaubens und des christlichen Lebens. Durch ihre Schriften strömt belebend, wie durch die Aussagen der Heiligen Väter, die katholische Tradition, deren Reichtümer sich, wie wiederum das II. Vatikanische Konzil bestätigt, »in Tun und Leben der glaubenden und betenden Kirche ergießen« (Dei Verbum, 8)

Teresita_gWenn die Lehre Theresias von Lisieux in ihrer literarischen Gattung und ihrer Erziehung und Kultur sowie den besonderen Verhältnissen ihrer Zeit entsprechend aufgenommen wird, erscheint sie in einer providentiellen Einheit mit der ureigensten Tradition der Kirche, sowohl hinsichtlich des Bekenntnisses des katholischen Glaubens als auch der Förderung des durchaus echten geistlichen Lebens, das allen Gläubigen in einer lebendigen und zugänglichen Sprache vorgelegt wird.

Teresita_fSie hat in unserer Zeit die Schönheit des Evangeliums aufleuchten lassen; sie hatte die Sendung, die Kirche, den mystischen Leib Christi, kennen und lieben zu lehren, und hat dazu beigetragen, die Seelen von den Härten und Ängsten der jansenistischen Lehre zu heilen, die mehr dazu neigte, die Gerechtigkeit Gottes als sein göttliches Erbarmen zu betonen. In der Barmherzigkeit Gottes hat Theresia alle göttlichen Vollkommenheiten betrachtet und angebetet, denn »selbst die Gerechtigkeit Gottes scheint mir (mehr vielleicht als jede andere Vollkommenheit) in Liebe gekleidet zu sein«.

Thérèse pinxit

Thérèse pinxit

So ist sie zu einem lebendigen Abbild jenes Gottes geworden, der, wie die Kirche es im Tagesgebet am 26. Sonntag im Jahreskreis formuliert, »omnipotentiam suam parcendo maxime et miserendo manifestat« (seine Macht vor allem im Erbarmen und im Verschonen offenbart) (vgl. Missale Romanum).

Wenn Theresia auch keine ganze und eigentliche Sammlung von Lehren vorzulegen hat, so leuchten doch aus ihren Schriften außergewöhnliche Lichtblitze der Lehre auf, die, gleichsam durch die Gnade des Heiligen Geistes, die Offenbarung in ihrem innersten Mark in einzigartiger und neuer Sicht erfassen und die Unterweisung auf hervorragende Art darbieten.
Der Kern ihrer Botschaft ist das Geheimnis Gottes selbst, der die Liebe ist, des dreieinigen, in sich unendlich vollkommenen Gottes. Wenn die echte, christliche, geistliche Erfahrung im Einklang sein muß mit den offenbarten Wahrheiten, in denen Gott sich selbst und das Geheimnis seines Willens mitteilt (vgl. Dei Verbum, 2), dann muß man bestätigen, daß Theresia die göttliche Offenbarung fortschreitend erfahren hat bis hin zur Kontemplation der erhabensten Wahrheiten unseres Glaubens und deren Fülle im Geheimnis des dreifaltigen Lebens.

teresita_devotionDen Gipfelpunkt bildet als Quelle und Ziel die erbarmende Liebe der drei göttlichen Personen, wie die Heilige es hauptsächlich in ihrem »Akt der Weihe an die barmherzige Liebe« zum Ausdruck bringt. An der Basis steht, auf seiten des Menschen, die Erfahrung, in Jesus Adoptivkind des Vaters zu sein.

Darin liegt die eigentliche Bedeutung der geistlichen Kindschaft: in der vom Heiligen Geist bewirkten Erfahrung, Kind Gottes zu sein. Ferner befindet sich an der Basis, uns gegenüber, der Nächste, alle anderen, an deren Heil wir mitarbeiten müssen mit und in Jesus, mit dieser seiner barmherzigen Liebe.

Teresita_bDurch diese geistliche Kindschaft macht man die Erfahrung, daß alles von Gott kommt, zu Ihm zurückkehrt und in Ihm bleibt, zum Heil aller Menschen, im Geheimnis der barmherzigen Liebe. Das ist die Botschaft der Lehre, die die Heilige hinterließ und die sie selbst gelebt hat.

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Wie zu allen Zeiten bei den Heiligen der Kirche, so war auch in Theresias geistlicher Erfahrung Christus die Mitte und die Fülle der Offenbarung. Theresia hat Jesus gekannt, sie hat ihn mit der Leidenschaft einer Braut geliebt und sich dafür eingesetzt, daß auch andere ihn liebten. Sie ist in die Geheimnisse seiner Kindheit eingedrungen und in die Worte seines Evangeliums, in die Passion des leidenden Gottesknechtes, die sie in die Züge seines heiligen Antlitzes eingeprägt fand, in den Glanz seines Lebens in der Herrlichkeit und in seine eucharistische Gegenwart. Sie hat die Liebe Christi besungen, wie sie das Evangelium in vielfacher Weise darstellt (vgl. Gedichte, 24, »Jésus, mon Bien-Âimé, rappelle-toi!«).

Teresita_relicTheresia hat in besonderer Weise Licht empfangen über die Wirklichkeit des mystischen Leibes Christi, über die Vielfalt seiner Charismen, über die Gaben des Heiligen Geistes und die überragende Kraft der Liebe, die gleichsam das Herz der Kirche ist, wo sie ihre Berufung als Kontemplative und Missionarin entdeckte (vgl. Ms B 2r–3v).

Teresita_jSchließlich muß unter den besonders ihr ureigenen Kapiteln ihrer geistlichen Wissenschaft noch die weise Untersuchung erwähnt werden, die Theresia über das Geheimnis und den Weg der Jungfrau Maria unternahm, wobei sie zu Ergebnissen kam, die der Lehre des II. Vatikanischen Konzils im 8. Kapitel der Konstitution Lumen Gentium und dem, was ich selbst in meiner Enzyklika Redemptoris Mater vom 25. März 1987 schrieb, sehr nahe stehen.

Teresita_vestments9. Die Hauptquelle ihrer geistlichen Erfahrung und ihrer Lehre ist das Wort Gottes im Alten und Neuen Testament. Das bekennt sie selbst und hebt dabei besonders ihre leidenschaftliche Liebe zum Evangelium hervor (vgl. Ms A 83v). In ihren Schriften zählt man mehr als tausend Bibelzitate, über vierhundert aus dem Alten und über sechshundert aus dem Neuen Testament.

saint-therese-of-lisieux37aObgleich sie nur unzulänglich vorbereitet war und keine geeigneten Hilfsmittel für das Studium und die Auslegung der heiligen Bücher zur Hand hatte, widmete Theresia sich voll Glauben und einzigartigem Eifer der Betrachtung des Wortes Gottes. Unter dem Einfluß des Heiligen Geistes gewann sie zu ihrem eigenen und anderer Nutzen eine tiefschürfende Kenntnis der Offenbarung. Durch die Liebe, mit der sie sich in die Heilige Schrift versenkte – gern hätte sie sich Kenntnisse in Hebräisch und Griechisch angeeignet, um Geist und Buchstaben der heiligen Bücher besser zu erfassen –, hat sie erkennen lassen, wie wichtig die biblischen Quellen für das geistliche Leben sind. Sie hat die Ursprünglichkeit und Frische des Evangeliums bekanntgemacht und eine kluge geistliche Auslegung des Gotteswortes im Alten und Neuen Testament gepflegt. So entdeckte sie verborgene Schätze und machte sich Worte und Episoden zu eigen, manchmal nicht ohne übernatürliche Kühnheit, so, wenn sie z.B. beim Lesen der Schriften des hl. Paulus (vgl. 1 Kor 12–13) ihre Berufung zur Liebe daraus entnahm (vgl. Ms B 3r–3v). Erleuchtet durch das Wort der Offenbarung hat Theresia geniale Seiten über die Einheit von Gottes- und Nächstenliebe geschrieben (vgl. Ms C 11v–19r) und sich hineinversetzt in das Gebet Jesu beim Letzten Abendmahl als Ausdruck seiner Bitte um das Heil aller (vgl. Ms C 34r–35r).

Teresita_aIhre Lehre stimmt, wie ich bereits sagte, mit der Lehre der Kirche überein. Von Kindheit an wurde sie von ihrer Familie zum Gebet und zur Teilnahme an der kirchlichen Liturgie erzogen. Bei der Vorbereitung auf ihre erste Beichte, auf die Erstkommunion und auf das Sakrament der Firmung zeigte sie eine außerordentliche Liebe zu den Glaubenswahrheiten und lernte den Katechismus fast Wort für Wort auswendig (vgl. Ms A 37r–37v). Am Ende ihres Lebens schrieb sie mit ihrem eigenen Blut das Apostolische Glaubensbekenntnis als Ausdruck ihrer vorbehaltlosen Treue zum Glauben nieder.

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als_novizin_1889Außer den Worten der Schrift und der Lehre der Kirche waren Theresias geistliche Nahrung von Jugend an auch die Unterweisungen der Nachfolge Christi, die sie, wie sie selbst sagt, fast auswendig kannte (vgl. Ms A 47r). Entscheidend für die Verwirklichung ihrer Berufung als Karmelitin waren die geistlichen Schriften der Gründerin, Mutter Theresia von Jesus, besonders jene, die die kontemplative und kirchliche Bedeutung des Charismas des theresianischen Karmels darlegten (vgl. Ms C 33v). Doch in ganz besonderer Weise zog Theresia ihre geistliche Nahrung aus der mystischen Lehre des hl. Johannes vom Kreuz, der ihr wahrer geistlicher Lehrer war (vgl. Ms A 83r). Es ist also nicht zu verwundern, daß auch sie, eine ausgezeichnete Schülerin in der Schule dieser beiden Heiligen, die später zu Kirchenlehrern erklärt wurden, schließlich eine Lehrerin des geistlichen Lebens wurde.

teresita_1210. Die geistliche Lehre Theresias von Lisieux hat zur Ausbreitung des Reiches Gottes beigetragen. Mit ihrem Beispiel der Heiligkeit, der vollkommenen Treue zur Mutter Kirche, der vollen Gemeinschaft mit dem Stuhl Petri wie auch mit den besonderen Gnaden, die sie für viele Missionare und Missionarinnen erlangte, hat sie einen außerordentlichen Dienst für die erneuerte Verkündigung und Praxis des Evangeliums Christi und für die Ausbreitung des katholischen Glaubens unter allen Völkern der Erde geleistet.

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Man muss das Gute um sich herum aussäen, ohne sich zu beunruhigen, ob es wächst.
Hl. Theresia vom Kinde Jesu

Heilige Theresia vom Kinde Jesu, bitte für uns um ein offenes Herz.

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