Rosenkranz + Pilgerzeichen

Gebet – Kunst – Geschichte

Sankt Antonius, Du Wundermann…

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Sankt Antonius, Du Wundermann…

Andachtsbildchen 1918

Andachtsbildchen
1918

Am 13. Juni ist der Gedenktag des Heiligen Antonius von Padua (* 15. August 1195 in Lissabon; † 13. Juni 1231 in Arcella bei Padua), den ich in diesem „Jahr des Glaubens“ auf Reisen verbracht habe. Ich möchte nicht versäumen, einem meiner Lieblingsheiligen meine Referenz zu erweisen, wenn auch nachträglich.

Früher war es der Brauch, daß am Ausgang jeder Kirche eine Figur des Heiligen stand, mit oder ohne Jesuskind, und daneben ein Kässlein für die Armen, das sogenannte „Antoniusbrot“.
Hier in Oberschwaben heißt es: „Antonius Du Wundermaa‘, fihr mi an das xyz (Verlorene) naa‘! Eine alte Freundin sagt immer: „Der Antonius will Geld sehen, sonst läßt er Dich lange suchen…!“  Der Volksglaube hängt am „Schlampertoni“ und die Kirche verehrt den Kirchenlehrer, der vom Heiligen Antonius 3Franziskus selbst seinen Auftrag erhielt:  „Antonius entstammte einer portugiesischen Adelsfamilie. Sein Namenspatron ist der spätantike Wüstenvater Antonius der Große. Mit 15 Jahren wurde er Augustiner-Chorherr. Er studierte in Lissabon und Coimbra und empfing die Priesterweihe. 1220 trat er in den Franziskanerorden über und ging als Missionar nach Marokko. Wegen einer Krankheit musste er Marokko wieder verlassen; durch einen Sturm gelangte er nach Sizilien, lebte dann einige Zeit als Einsiedler bei Assisi, wo er auch 1221 am Generalkapitel der Franziskaner teilnahm. Hier traf er den Ordensgründer Franz von Assisi. Antonius fiel durch seine außergewöhnliche Redebegabung auf. Daher wurde er beauftragt, in Italien den Albigensern und Waldensern und in Südfrankreich den Katharern zu predigen. 1227 kehrte er nach Oberitalien zurück, wo er als Bußprediger, Ordensprovinzial und an der Universität Bologna als Lektor der Theologie für die Franziskaner wirkte. Von seinen zahlreichen Aufgaben und Reisen erschöpft, zog er sich 1230 von seinen Ämtern zurück. Er starb am 13. Juni 1231 bei Padua.“ (Wiki)

Antonius von Padua M.E. Stapp Grabmal Dr. Franz Weber Stadtpfarrer zu Ravensburg

Antonius von Padua
M.E. Stapp
Grabmal

St. Antonius

Antonius, du Wundermann,
der so vielen helfen kann,
wer hat dir die Wundermacht,
Minderbruder, zugebracht?

Bist ein armer Mensch, wie wir,
Wunderkraft kommt nicht aus dir,
ist ein Ding von Gottes Gnad,
die uns all erschaffen hat.

Was du bist, bist du vom Licht,
dessen Strahl sich in dir bricht;
Sonne groß und Spiegel klein,
mehr als Mensch kannst du nicht sein.

Aber Gottes große Güt‘
in dem Herzen gern erblüht,
das wie deines sich ihm weiht,
kühn für alle Ewigkeit.
(Josef Weiger)

Viele Heilige werden nur regional verehrt, doch manche Heilige der Kirche bleiben auf wundersame Weise über Zeit und Ort hinaus im Herzen der Gläubigen. So ein Volksheiliger ist „d’r Toni“.

Der Heilige wird in zärtlicher Nähe zum Kinde Jesus dargestellt, das ihm meist ins Ohr flüstert. Auch Habit der Franziskaner, Lilie (Symbol der Unschuld), blaue Blume (Symbol der Treue) und Heilige Schrift (Symbol des Gehorsams gegenüber Christus) sind Attribute, die man bei seinen Abbildungen findet. Für Kinder ist er von früh an ein Heiliger, den sie verstehen: er hilft den Armen, hört auf das Kind Jesus, und hilft dem Schlamperle suchen – wer brauchte solche Hilfe nicht? Im reifen Glauben sieht man dann den unermüdlichen Prediger und Lehrer, der nicht müde wurde, das Evangelium und den Glauben zu verkünden. Also auch für uns im „Jahr des Glaubens“ ein Vorbild und ein Leitstern.Antonius 1(ein Klappbildchen um 1910, der Heilige spricht mit dem Jesuskind)

Nicht zu vergessen: Gehen Sie nicht achtlos an ihm vorbei in der Kirche, Sie haben ja gehört, er will Geld für die Armen sehen! Wenn Sie in Ihrer Gemeinde Verantwortung tragen, dann sehen Sie darauf, daß SEIN Geld nicht zur allgemeinen Kollekte gekippt wird, sondern wirklich an die Ärmsten geht. Aus eigener Erfahrung kann ich bezeugen: er wird es Ihnen danken…

Antonius Rosenkranz 18. Jahrhundert

Antonius Rosenkranz
18. Jahrhundert

Ein Bild des Heiligen Antonius findet man recht regelmäßig an alten Rosenkränzen. Auch das ist ein Beleg für die Verbreitung seiner Verehrung.

Silberrosenkranz  1919

Silberrosenkranz
um 1920
Geschenk zur Kommunion

St._Antonius_MedailleDiese kleine Antoniusmedaille findet man bis heute im Devotionalienhandel. Auch hier das zärtliche Lauschen auf die Worte des Kindes Jesus (entsprechend einer mystischen Erfahrung des Heiligen).

G e b e t
Heiliger Antonius! Die Wunder, die Du wirktest, verschaffen Dir Ruhm. Du durftest unseren Herrn in Gestalt eines Kindes in die Arme schließen. Erwirke mir von seiner Güte die Gnade, um die ich Dich von ganzem Herzen bitte. Du warst so gut zu den armen Sündern. Schau nicht auf meine Fehler, sondern auf meinen Glauben und mein Vertrauen. Denke an mich und und das Heil meiner Seele und bitte für mich zur Ehre Gottes. Mir liegt so viel an der Bitte, die ich Dir ans Herz lege. Zum Beweis meiner Dankbarkeit verspreche ich Dir, mich in Zukunft mehr an die Lehre des Evangeliums zu halten und mein Leben dem Dienst an den Armen zu weihen. Du hast sie so sehr geliebt und liebst sie noch. Segne mein Versprechen und hilf mir, es treu zu halten, so lang ich lebe. Amen. (nach Leo XIII.)

Andachtsbilder  St. Antonius um 1910

„Sonne groß und Spiegel klein“
Andachtsbilder
St. Antonius
um 1910

(Mit bemerkenswertem Lichtreflex vom Fotographieren heute abend…irgendwie sehr passend, ach d’r Toni…er mag halt Fehler und macht immer das Beste daraus!)
Und HIER gibt es noch eine interessante Betrachtung zu unserem Heiligen!

Das Gedicht von Josef Weiger ist entnommen: „Begegnungen in Mooshausen – Romano Guardini, Josef Weiger, Maria Knöpfler und Maria Elisabeth Stapp“, Hrsg. Gerl, Prégardier, Wolf; Weißenhorn 1989

 

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2 Kommentare

  1. Wobei ich mich hin und wieder ein wenig der Zweifel plagt, ob der Inhalt der Opferstöcklein in den heute manchmal ziemlich verluderten Antonius-Ecken tatsächlich in konkrete Caritas eingemünzt wird …

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