Rosenkranz + Pilgerzeichen

Gebet – Kunst – Geschichte

Segne Du Maria

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In meiner Kindheit im Bistum Speyer wurde nach jedem Gottesdienst ein Marienlied gesungen. Ich fand diesen Brauch sehr schön. Und wir hatten wunderschöne, zu Herzen gehende Lieder im Gesangbuch. „Segne Du Maria“ war eines davon. Nicht mehr ganz „politisch korrekt“ in unserer nüchternen Zeit, aber ich habe es sehr gern.

Heute abend im Allerseelen – Gottesdienst haben wir es gesungen:

 

 

 

 

 

 

 

 

Segne Du Maria

Segne Du Maria, segne mich Dein Kind.
Daß ich hier den Frieden, dort den Himmel find!
Segne all mein Denken, segne all mein Tun,
|: Laß in Deinem Segen Tag und Nacht mich ruhn!:|

2. Segne Du Maria, alle die mir lieb,
Deinen Muttersegen ihnen täglich gib!
Deine Mutterhände breit auf alle aus,
|: Segne alle Herzen, segne jedes Haus!:|

3. Segne du, Maria, die mir wohlgetan,
laß für ihre Treue sie den Lohn erfahr’n.
Was sie mir erwiesen, o vergilt es du.
|: Jede Gnadengabe wende ihnen zu.:|

4. Segne Du Maria, jeden der da ringt,
Der in Angst und Schmerzen, Dir ein Ave bringt.
Reich ihm Deine Hände, daß er nicht erliegt,
|: Daß er mutig streite, daß er endlich siegt!:|

5. Segne du, Maria, alle die voll Schmerz,
gieße Trost und Frieden in ihr wundes Herz.
Sei mit deiner Hilfe nimmer ihnen fern;
|: Sei durch Nacht und Dunkel stets ein lichter Stern.:|

6. Segne Du Maria, unsre letzte Stund!
Süße Trostesworte flüstre dann Dein Mund.
Deine Hand, die linde, drück das Aug uns zu,
|: Bleib im Tod und Leben unser Segen Du!:|

7. Segne du, Maria, Mutter Gottes mein,
lass mich hier auf Erden dir befohlen sein.
Führe mich zu Jesus, deinem Sohne hin,
|: Daß in seiner Liebe ich geborgen bin.:|

Schön!

Zum Ursprung: ich zitiere Michael Fischer!

„Segne du, Maria

Bei dem Lied „Muttersegen“ mit dem Textbeginn „Segne du, Maria“ handelt es sich um ein bis in die Gegenwart weitverbreitetes Marienlied, das 1870 von der Erbauungsschriftstellerin Kordula Wöhler gedichtet wurde. Bekannt geworden ist es nach dem Ersten Weltkrieg durch die Vertonung des Regensburger Kirchenmusikers Karl Kindsmüller.
I. Die Autorin des Liedes Kordula Schmid geb. Wöhler (Pseudonym: Cordula Peregrina) wurde 1845 als Tochter eines protestantischen Theologen und Lehrers in Mecklenburg geboren. Ihre Biographie ist durch die Auseinandersetzung um ihre Konfessionszugehörigkeit bestimmt: Im Juli 1870 konvertierte sie gegen den Willen ihrer Eltern zum Katholizismus. In diesem Zusammenhang ist auch die Entstehung des Marienliedes „Segne du, Maria“ anzusiedeln, das die Autorin kurz vor dieser Lebenswende am 31. Mai verfasst hat. Da der Erstdruck bislang nicht ausfindig gemacht werden konnte, bleibt die ursprüngliche Textgestalt (besonders die Zahl der Strophen) unsicher.
II. Theologisch nimmt das Lied auf den Topos der geistlichen Mutterschaft Mariens Bezug. Maria wird in dem Text um Segen und Beistand angefleht. Vorausgesetzt wird, dass die Gottesmutter auch die Mutter aller Gläubigen ist und deshalb um ein gutes Leben und einen guten Tod angerufen werden darf. Offen bleiben muss, ob das Lied im Zusammenhang mit der für das 19. und beginnende 20. Jahrhundert beobachteten „Feminisierung der Frömmigkeit“ (in bezug auf die Marienverehrung und auf die Trägerinnen dieser Verehrung) gesehen werden kann.
III. Vertont wurde das Lied zwischen 1916 und 1926 von Karl Kindsmüller. Der 1876 in Niederbayern geborene Lehrer und Kirchenmusiker ist auch als Komponist zahlreicher geistlicher Lieder hervorgetreten. Als „Muttersegen“ tituliert erschien das Lied in einer Ausgabe für Singstimme und Tasteninstrument. Da das Todesdatum der Dichterin (6. Februar 1916) auf dem Blatt vermerkt ist, muss der Druck jüngeren Datums sein. Eine andere Melodie, wie die im katholischen „Mädchenliederbuch“ (Regensburg 1919) vorgeschlagene von Josef Poll (1873–1955), konnte sich nicht behaupten.
IV. Im Laufe des 20. Jahrhundert hat sich das Lied schnell verbreitet, wobei die Zahl und der Bestand der Strophen (von drei bis acht) starken Schwankungen unterliegt. Abgedruckt wurde es in geistlichen Liedersammlungen, teilweise auch in Diözesangesangbüchern, etwa im Münchener Gesangbuch von 1926.
Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) geriet die traditionelle, emotional aufgeladene Marienfrömmigkeit zunächst in eine Krise. Trotzdem wurde das Lied ab 1975 von zahlreichen Bistümern in die Eigenteile bzw. in die später erschienenen Anhänge des Einheitsgesangbuches „Gotteslob“ aufgenommen (zum Teil mit theologischen Korrekturen wie im Bistum Eichstätt). Die weite Verbreitung des Liedes durch Kleinschriften und Liedblätter hält bis in die Gegenwart an. Gesungen wird es bei Wallfahrten und Maiandachten, als Schlusslied von Eucharistiefeiern und Totenmessen. Im Bereich des volkstümlichen und volksreligiösen Musikbetriebs gibt es zudem Platteneinspielungen.
V. Die Umdichtung „Segne, du Maria, unsern Priesterstand“ bittet für Priester. Diese in Kleinschriften und im Internet kursierende Liedfassung ist allerdings auf einen kleineren Kreis von Rezipienten beschränkt, der in konservativ-klerikal ausgerichteten Zirkeln zu suchen ist. Das dort entfaltete Priesterbild und die verwendete Sprache dürften bei den meisten Katholiken und selbst bei den Kirchenleitungen auf wenig Akzeptanz stoßen.
MICHAEL FISCHER
(Juli 2005)“
Quelle: www.lyrik-und-lied.de, dort auch ein Überblick über die Versionsgeschichte!

 

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