Rosenkranz + Pilgerzeichen

Gebet – Kunst – Geschichte

Sieben Schmerzen Mariens – das Gebet der Mütter

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Sieben Schmerzen Mariens – das Gebet der Mütter
 Hintergrund und Anleitung

Corona
Sieben Schmerzen Mariens
Karneol / Messing, neu gekettelt mit Medaillen des 20. Jahrhunderts

Mater Dolorosa

„Das Gedächtnis der Schmerzen Mariens ist ein Gedenktag im liturgischen Kalender, der am 15. September begangen wird. Der Gedenktag hat eine eigene Sequenz, das berühmte, vielfach vertonte Stabat Mater: Christi Mutter stand mit Schmerzen (Gotteslob Nr. 584), und findet seine bildliche Darstellung in der Mater Dolorosa, der Schmerzensmutter.

Die Sieben Schmerzen Mariens sind das Pendant zu den Sieben Freuden Mariens, derer am Tag Maria Laetitia gedacht wird.“ (nach Wiki)

„Das Fest der Sieben Freuden Mariens am 5. Juli pflegten vor allem die Franziskaner. Dazu zählen meist Verkündigung, Heimsuchung, Geburt Christi, Anbetung der Könige, Darstellung im Tempel, Auferstehung Jesu und Mariens Aufnahme in den Himmel, wobei Anzahl und Art der Geheimnisse manchen Wandlungen unterworfen sind. Fast immer aber sind Verkündigung, Geburt Christi, Anbetung der Könige und Darstellung im Tempel enthalten. Häufig sind die sieben Freuden den sieben Schmerzen Mariens zugeordnet.“ (Marienlexikon)
Aufgrund dieser Feststellung gehe ich davon aus, daß diese Devotion ursprünglich franziskanischer Tradition entspringt (Corone der Franziskaner mit 7 x 10 Ave), obwohl er in der Literatur den Serviten zugeordnet wird.

„Bis in die Gegenwart wird die Korone des Servitenordens häufiger gebetet, die auch „Rosenkranz der Sieben Schmerzen“ genannt wird.¹ Sie besteht (außer einer dem Rosenkranz analogen Einleitung) aus 7 Vaterunser und 49 Aves, die in 7 „Gesätzen“ gegliedert sind.² Die Vaterunser werden nicht durch Perlen, sondern durch Medaillen repräsentiert. Jede Medaille zeigt auf einer Seite das Bild der Gottesmutter mit dem von 7 Schwertern durchbohrten Herzen und auf der anderen die Darstellung je eines der 7 Schmerzen. Die Servitenkorone entstand entgegen früheren Ansichten der Forschung als festgefügte Form wohl erst im 17. Jahrhundert.

  1. 1724 wurde die Servitenkorone von Papst Benedikt XIII. durch eine eigene Bulle (Exponi nobis, 22. September) privilegiert.
  2. Stephan Beissel: Geschichte der Verehrung Marias im 16. und 17. Jahrhundert. Freiburg i. Brsg. 1910, S. 40.“

(aus: Heinz Finger, „Der heilige Rosenkranz“ 2003)

Anleitung zum Gebet

Beter mit Maria

Zunächst beten wir die Eröffnung, den Glaube – Liebe – Hoffnung – Absatz, wie beim klassischen Rosenkranz, siehe Anleitung

Anstelle des Credo kann bei der Abschlußmedaille (die bei dieser Corone das Kreuz ersetzt) gebetet werden:

O Herr komm mir zu Hilfe, Herr, eile mir zu helfen!

Dann folgen 7 x 7 Ave Maria mit den folgenden Klauseln (Gesätzen). Das Vater Unser wird an den Medaillen gebetet (wie große Perle klassischer Rosenkranz) und das „Ehre sei dem Vater“ wie gewohnt zum Ende jeden Gesätzes.

Darstellung des Herrn

1) Weissagung des Simeon (Darstellung des Herrn, Lk 2,21 – 40)

…Jesus, von dem Dir, o Mutter,* der greise Simeon geweissagt hat…

Flucht nach Aegypten

2) Flucht nach Ägypten (Flucht vor Herodes Mt 2,13 – 23)

…Jesus, mit dem Du, o Mutter, nach Ägypten geflohen bist…

Flucht und Jesus im Tempel

3) Verlust des zwölfjährigen Jesus im Tempel (Jesus lehrt im Tempel, Lk 2,41 – 51)

…Jesus, den Du, o Mutter, mit Schmerzen gesucht hast…

Kreuzweg

4) Jesus begegnet seiner Mutter am Kreuzweg („Dir aber wird ein Schwert durch die Seele dringen“ Lk, 2,35)

…Jesus, dem Du, o Mutter, auf seinem Leidensweg begegnet bist…

Kreuzigung

5) Kreuzigung und Tod Jesu (Jesus stirbt am Kreuz, Mt 27,45-50,54)

…Jesus, unter dessen Kreuz Du, o Mutter, ausgeharrt hast…

Kreuzabnahme

6) Jesus wird vom Kreuz genommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt (Beweinung Jesu, Joh 19,38)

…Jesus, dessen Leichnam man Dir, o Mutter, in den Schoß gelegt hat…

 

 

 

 

 

Grablegung

7) der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt (Grablegung Jesu, Mt 27,59-61)

…Jesus, den Du, o Mutter, ins Grab geleitet ( oder gelegt) hast…

 

Zum Abschluß nochmals das „Ehre sei dem Vater“ und das Kreuzzeichen.

Mit einer kurzen Stille die Betrachtung nachklingen lassen.

* das „O Mutter“ wird in Italien von Betern hinzugefügt und ich finde das sehr passend und stimmig, daher ist es in dieser Anleitung enthalten.

Zu dieser „Sieben – Schmerzen“ – Corone wurde, wie zum „Schmerzhaften Rosenkranz“ eine „Pieta“ bzw. „Vesperbild“ betrachtet. Solche Darstellungen findet man in vielen Formen (figürlich oder gemalt) als Teil der Volkskunst auch in privaten Haushalten. In der Betrachtung stehen drei Ereignisse aus der Kindheit Jesu und vier Stationen des Kreuzweges im Mittelpunkt. Schmerzen der Mutter Jesu, die besonders Mütter (Eltern) nachfühlen können, in denen sie sich mit ihren Sorgen und Schmerzen um die eigenen Kinder wiederfinden.

Mater Dolorosa

Das Gebet war bis ins 20. Jahrhundert verbreitet und man kann gut nachvollziehen, wie es die Eltern in den schlimmen Zeiten gebetet haben. Trauernde, Leidende, Eltern in Angst um ihre Kinder identifizieren sich mit den Schmerzen Mariens und finden Trost, wenn sie das „Stabat Mater“ betrachten.

Sicher ist diese Corone neben dem klassischen Rosenkranz Unserer lieben Frau am meisten verbreitet gewesen in der Volksfrömmigkeit, bei den Müttern, den Familien.

Ein bewegendes Gebet, auch heute.

18. Jahrhundert
Holz / Messing

 

19. Jahrhundert
Holz / Messing

19. Jahrhundert
Kunsthorn / Messing

20. Jahrhundert
Perlmutt / Messing

 

 

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für die Veröffentlichung und Erläuterung zum
    Schmerzhaften Rosenkranz!

    Regina Kroy

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