Rosenkranz + Pilgerzeichen

Gebet – Kunst – Geschichte

Sieben Schmerzen – noch ein Kleinod

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Sieben Schmerzen – noch ein Kleinod

karneol 7Vor einiger Zeit habe ich die Corone von den

Sieben Schmerzen Mariens, dem Gebet der Mütter 

hier beschrieben. Nun sind mir auch dazu sieben Andachtsbilder „in die Hände gefallen“, die ich Ihnen nicht vorenthalten will.

Unser Pfarrer hat in der Maiandacht gestern etwas knurrig gesagt, immer werde nur von den sieben Schmerzen geredet, nie von den Freuden Mariens. Er nenne uns jetzt die drei (!) Freuden Mariens: Geburt, Auferstehung, Himmelfahrt…Ich musste ein bißchen grinsen und dachte, na, da hätten Sie mal diesen Blog lesen sollen – – – die Franziskaner waren da (wie immer) schneller: in ihrer Betrachtung wurden immer neben den sieben Schmerzen die sieben Freuden Mariens betrachtet (Verkündigung, Heimsuchung, Geburt Christi, Anbetung der Könige, Darstellung im Tempel, Auferstehung Jesu und Mariens Aufnahme in den Himmel) mit eigenem Festtag am 5. Juli. Also: „Wer hat’s erfunden…?“

In feiner Handschrift (so fein, wie ich nur davon träumen kann) steht auf der Rückseite des jeweiligen Bildes eine Betrachtung zu jedem Schmerz, jedem Schwert, das die Seele der Mutter durchdringen wird, während sie die Passion ihres Sohnes begleitet.

Von Joseph Janssens (Belgien, 1854 – 1930) gemalt und von der Gesellschaft für christliche Kunst, München unter Nr. 152 – 158 herausgegeben, gibt es Anhaltspunkte, daß diese Bilder aus der Zeit des Ersten Weltkrieges oder kurz danach stammen.

…Jesus, von dem Dir, o Mutter, der greise Simeon geweissagt hat…

I…Jesus, mit dem Du, o Mutter, nach Ägypten geflohen bist…

II…Jesus, den Du, o Mutter, mit Schmerzen gesucht hast…

III…Jesus, dem Du, o Mutter, auf seinem Leidensweg begegnet bist…

IV…Jesus, unter dessen Kreuz Du, o Mutter, ausgeharrt hast…

V…Jesus, dessen Leichnam man Dir, o Mutter, in den Schoß gelegt hat…

VI…Jesus, den Du, o Mutter, ins Grab geleitet ( oder gelegt) hast…
VII

Wie bereits in meinem Artikel über die „Corone der Mütter“ angedeutet, machen die Texte sehr nachvollziehbar, warum besonders Mütter und Väter diese Devotion darbrachten. Auch wenn Bilder und Gebete nicht mehr unserem „Zeitgeschmack“ entsprechen, so ist es doch lohnend, sich mit dieser anrührenden Form der Volksfrömmigkeit zu befassen. Die Corone selbst bete ich gerne, da sie wie der Rosenkranz „Evangelium am Schnürchen“ ist.

neu 3(Jetzt bleibt nur zu hoffen, daß Sie eine schnelle Internetverbindung haben und nicht beim Laden der vielen Bilder die Lust verlieren…)

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4 Kommentare

  1. Wenn ich Bilder dieser Art sehe, dann spüre ich immer die ‚Kinderfrömmigkeit‘, also den kindlichen Glauben von damals, der noch in mir ist. Ich habe solche Bilder immer sehr geliebt und werds wohl auch zukünftig… 🙂

    • Ja, so geht’s mir auch. Ich erinnere mich gut, wie ich als Kind stundenlang meine Bildchen angeschaut habe – je bunter und kitschiger, desto besser. Am Tollsten war es, wenn Kinder mit dem Kind Jesus zusammen waren. Vor zwei Jahren habe ich einem Kommunionkind ein altes Schließenbüchlein „Zur Kommunion“ in gotischer Schrift und mit lauter kleinen Bildchen geschenkt und habe gesagt, wenn Du diese Schrift lesen kannst, dann bist Du groß! Zwei Wochen später rief die Mutter an: „ich soll Dir von P. sagen, daß sie es jetzt lesen kann…:-)
      Es ist diese Süße: http://rosenkranzbeten.info/rosenkranzbeten/begegnung-rosenkranz/

  2. Im Internet habe ich das obige Motiv „Aufopferung im Tempel“ als 1913 geschriebene Postkarte gefunden, aus dem gleichen Verlag, allerdings ohne gedruckten Text unter dem Bild. Die Motive müssen also auf jeden Fall bereits vor dem ersten Weltkrieg erschienen sein.
    Ich hätte die Entstehung der Serie vom Stil her zeitlich schon im ausgehenden 19. Jahrhundert oder gleich am Anfang des 20. Jahrhunderts angesiedelt (so 1895 bis ca. 1910).
    Ich vermute aber, dass sie später auch noch einige Zeit lang immer wieder nachgedruckt wurden.
    Im grossen Internetauktionshaus wird er wohl meistens „Jozef Janssens“ geschrieben.
    Viele Grüsse
    eine interessierte Blogleserin

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