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Gebet – Kunst – Geschichte

Skandal um einen Rosenkranz

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Skandal um einen Rosenkranz

Ein Lehrstück

"Et nunc"  screenshot 1

„Et nunc“
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Ein katholischer Blogger namens Jos.M.Betle / „et nunc“ mokiert sich in einem Artikel über ein Bild von Papst Franziskus, das diesen mit einem Rosenkranz über dem Ohr zeigt.  Die Bildunterschrift titelt „Was soll der Unsinn“ und der Schreiber suggeriert, man habe in dem gegenwärtigen Stellvertreter Jesu auf Erden, dem Nachfolger des Heiligen Petrus wohl einen „Kabarettisten, Komiker, oder Zyniker“  vor Augen, der öffentlich Clownerien im Sinn hat, dem es an Respekt vor dem Heiligen fehlt und der nur als Selbstdarsteller punktet. Der Schreiber, Betreiber mehrerer Blogs, die sich schwerpunktmäßig mit ehrwürdigsten Heiligen, Kirchenvätern und Klostertraditionen beschäftigen, häufig auch mit Anstands- und Moralfragen aus katholischer Weltanschauung, zeigt hier, um es so zurückhaltend wie möglich zu formulieren, sein wahres Gesicht und stimmt in die UNKATHOLISCHE

"Et nunc" screenshot 2

„Et nunc“
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Hetze und Verleumdung gegen Papst Franziskus ein.  Bei seiner von Feindseligkeit und ideologischer Verblendung geleiteten „Analyse“ mit Formulierung „katholischen Volkszornes“ („Als Katholik fordere ich:…“) und beherzter „Vade retro“ – Gebärde („Bei Priestern, die solche und ähnliche Verhaltensweisen an den Tag legen, bin ich schon seit Jahren nicht mehr zur Hl. Messe gegangen.“) übersieht er vollkommen das Offensichtliche:
ein alter Mann von 76 Jahren, verkürztes Bein, Hüftschaden, Atemvolumen dank eines resezierten Lungenflügels vermindert, steht auf einem fahrenden Jeep  und hält mit beiden Händen eine Stange als einzige Stütze.  Da geschieht etwas und in Überraschung läßt er los: leicht zu sehen an

"Et nunc" screenshot 3

„Et nunc“
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Körperhaltung und gespreizter Hand (jedenfalls für jemanden, der Bewegungsmuster alter Leute kennt, ist die Bewegung eindeutig und nicht mißzuverstehen).
Aber unser „Weiser aus dem Bloggerland“ weiß es besser und selbst als ihn jemand auf den peinlichen Irrtum hinweist, er bleibt stur: „Zwischen Beiden (Papst Benedikt und Papst Franziskus) liegen Welten“ und, so orakelt er unheilschwanger weiter „vielleicht noch mehr…“.

So leid es mir tut, aber das ist genau der Zungenschlag, die Fehlhaltung, die ich unter anderem im Artikel „Das Leben der Anderen“ beschrieben habe: unsachliche Rede, gespickt mit ad hominem (Nicht-) Argumenten, kurz Herabsetzung, Geringschätzung, ja Verachtung zum Zwecke der Beeinflussung und Stimmungsmache…und sonst nichts.

Der alte Mann mit dem geworfenen Rosenkranz am Ohr (gleich kommt die wahre Geschichte, die vom Humor der Engel zeugt, die ihre Hand schützend über diesen Papst halten) ist ein Mensch und er bekleidet das höchste und von Gott gestiftete Amt in der Heiligen Römischen Katholischen Kirche.

Wer hat nun keinen Respekt vor jedem Menschen? Wem fehlt es am Respekt vor dem Heiligen?

Und damit sind wir bei einer verallgemeinerbaren Einsicht über Tugend-, Ordnungs- und Sittenwächter: sie neigen dazu ihre eigenen Schattenseiten auf andere zu projezieren, sie bekämpfen das eigene der- Sünde- verfallen- sein im Nächsten und setzen andere herab, um sich selbst zu erhöhen. Semper idem!

Papst Franziskus hat just heute in S. Marta goldene Worte zu dem Phänomen gefunden:

Papst Franziskus„Ein Christ, der Jünger der Ideologie wird, hat den Glauben verloren. Dies unterstrich Papst Franziskus in seiner heutigen Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“. Der Papst warnte nach dem Bericht von „Radio Vaticana“ vor einer Haltung des „Schlüssel in der Tasche und Tür zu“. Das fehlende Gebet führe dazu, den Glauben aufzugeben und der Ideologie und dem Moralismus zu verfallen.

„Weh euch Gesetzeslehrern! Ihr habt den Schlüssel der Tür zur Erkenntnis weggenommen. Ihr selbst seid nicht hineingegangen, und die, die hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert“: Franziskus ging bei seinen Betrachtungen vom heutigen Tagesevangelium und dieser Warnung Jesu aus (Lk 11,47-54). „Wenn wir unterwegs sind und vor uns eine verschlossene Kirche finden“, so Franziskus, „haben wir ein merkwürdiges Gefühl, da eine verschlossene Kirche nicht zu begreifen ist“. Manchmal würden Erklärungen hierfür gegeben, die jedoch nur Vorwände und Rechtfertigungen seien. Die Wirklichkeit aber sei, dass die Kirche verschlossen ist, damit die Leute, die vorbeikommen, nicht eintreten könnten. Und was noch schlimmer sei: „Der Herr, der drin ist, kann nicht herausgehen“.
Im heutigen Evangelium spreche Jesus von diesem „Bild des Verschlossenseins“. Dabei handle es sich um das Bild für jene Christen, die den Schlüssel in der Hand haben, ihn jedoch wegtragen und die Tür nicht öffnen. Mehr noch: „Sie bleiben an der Tür stehen und lassen nicht eintreten“. Auf diese Weise jedoch würden auch sie nicht eintreten. Dazu führe das Fehlen des christlichen Zeugnisses – „und wenn jener Christ dann ein Priester, ein Bischof oder ein Papst ist, ist es noch schlimmer“.

Der Papst fragte sich, wie es dazu kommen könne, dass ein Christ dieser Haltung des „Schlüssel in der Tasche und Tür zu“ verfällt: „Der Glaube geht da sozusagen durch einen Destillierkolben hindurch und wird zur Ideologie. Und eine Ideologie ruft nicht zusammen. In den Ideologien ist Jesus nicht da: seine Zärtlichkeit, Liebe und Milde. Und die Ideologien sind starr, immer. Ideologien jeder Richtung: starr. Und wenn ein Christ zum Jünger der Ideologie wird, hat er den Glauben verloren: er ist nicht mehr Jünger Jesu, er ist Jünger dieser Denkhaltung, davon… Und deshalb sagt Jesus ihnen: ‚Ihr habt den Schlüssel der Tür zur Erkenntnis weggenommen’. Die Erkenntnis Jesu hat sich in eine ideologische und auch moralistische Erkenntnis verwandelt, weil diese da die Tür mit vielen Vorschriften verschlossen“.

Jesus habe es gesagt: „Ihr legt den Menschen viele Sachen auf die Schultern. Doch nur eines ist notwendig“. Das also sei der „geistlich-geistige“ Prozess dessen, der den Schlüssel in der Tasche und die Tür verschlossen wolle:

Herz_Jesu„Der Glaube wir zur Ideologie und die Ideologie erschreckt, die Ideologie verjagt die Menschen, sie entfernt, sie entfernt die Menschen und sie entfernt die Kirche von den Menschen. Aber das ist eine schwere Krankheit, die der ideologischen Christen. Es ist eine Krankheit, doch sie ist nicht neu, nicht wahr? Bereits der Apostel Johannes sprach davon in seinem ersten Brief. Die Christen, die den Glauben verlieren und die Ideologien vorziehen. Ihre Haltung ist: starr werden, Moralisten, Moralapostel, doch ohne Güte. Und dann kann die Frage aufkommen, nicht? Warum kann ein Christ so werden? Was geschieht im Herzen jenes Christen, jenes Priesters, jenes Bischofs, jenes Papstes, dass er so wird? Einfach das: jener Christ betet nicht. Und wenn da kein Beten ist, machst du die Tür immer zu“.

Der Schlüssel, der die Tür des Glaubens öffne, „ist das Gebet“, so Franziskus: „Wenn ein Christ nicht betet, dann geschieht dies. Und sein Zeugnis ist ein hochmütiges Zeugnis“. Wer nicht bete, sei hochmütig und stolz, „einer, der seiner selbst sicher ist. Nicht bescheiden. Er sucht seine eigene Beförderung“. Wenn ein Christ dagegen bete, entferne er sich nicht vom Glauben, denn er spreche mit Jesus. Der Papst fügte hinzu: „Ich rede vom Beten, nicht vom Gebete hersagen, denn diese Gesetzeslehrer sagten viele Gebete her, um auf sich aufmerksam zu machen“. Jesus dagegen erkläre: „Wenn du betest, dann geh in dein Zimmer und bete zum Vater im Verborgenen, von Herz zu Herz“ (vgl. Mt 6,6: „Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten“).

Eines sei das Beten, so der Papst abschließend, etwas anderes das Hersagen von Gebeten: „Diese Leute beten nicht, sie verlassen den Glauben und verwandeln ihn in eine moralistische, kasuistische Ideologie ohne Jesus. Und wenn ein Prophet oder ein guter Christ sie tadelt, tun sie dasselbe, was sie mit Jesus getan haben: ‚Als Jesus das Haus verlassen hatte, begannen die Schriftgelehrten und die Pharisäer, ihn mit vielerlei Fragen hartnäckig zu bedrängen (diese Ideologen sind feindselig), sie versuchten, ihm eine Falle zu stellen (sie sind gefährlich), damit er sich in seinen eigenen Worten verfange’ (vgl. Lk 11,53-54). Sie sind nicht durchsichtig.

Ach ja, die Ärmsten, das sind Leute, die sich mit Hochmut beschmutzt haben. Bitten wir den Herrn um die Gnade, erstens: dass wir nie aufhören zu beten, um den Glauben nicht zu verlieren; zweitens: das wir bescheiden bleiben. Und so werden wir nicht verschlossen werden, zu Verschlossenen, die den Weg zum Herrn versperren.“ (Transskription Armin Schwibach, kath.net)

 

Und jetzt die wahre Geschichte über den skandalösen Rosenkranz.
Der Stern titelt:
„13. Oktober 2013
Wie der Papst mit dem Ohr einen Rosenkranz fängt

Papst Franziskus hat auf dem Petersplatz eine Heilige Messe mit über 150.000 Gläubigen gefeiert. Dabei gab es einen kleinen „Zwischenfall“, den der Heilige Vater aber mit Humor nahm.“, und stellt eine Fotoserie der AFP von dem geistesgegenwärtigen Fotografen Vincenzo Pinto zur Verfügung.

© AFP, Vincenzo Pinto

© AFP, Vincenzo Pinto
Rosenkranz kommt geflogen

©AFP, Vincenzo Pinto Der Papst nimmt das "Flugobjekt" vom Ohr

©AFP, Vincenzo Pinto
Der Papst nimmt das „Flugobjekt“ vom Ohr

©AFP, Vincenzo Pinto Er versteht lachend, was passiert ist und steckt - laut Zeugenbericht - den Rosenkranz ein

©AFP, Vincenzo Pinto
Er versteht lachend, was passiert ist und steckt – laut Zeugenbericht – den Rosenkranz ein

© AFP/Vincenzo Pinto ...Fatima Tag halt...

© AFP/Getty Images
…Fatima Tag halt…

Wenn das am Tag Unserer Lieben Frau von Fatima in Rom kein Humor der Engel ist, dann weiß ich auch nicht!
Und das einzige, guter Herr Betle, was man daraus lernen kann ist, dieser Papst hat verflixt große Ohren – nicht nur zum Rosenkranzfangen, sondern auch zum Hinhören bei Euresgleichen. Und vielleicht haben Sie Lust Ihre C.S. Lewis – Lektüre etwas aufzufrischen…und das Räsonnieren über „geistliche Zwerge“ etwas zurückzunehmen!
Um Antwort wird gebeten!

Siehe auch: Verleumdung und Was geht das dich an

Und, liebe Leser und Rosenkranzfreunde, der Rosenkranz der seligen Jungfrau Maria darf niemals zum „Hersagen“ benutzt werden. Wer sich seiner inneren Haltung unsicher ist, soll mit dem Rosenkranz um die gemäße Herzenshaltung bitten, oder bei anhaltendem Zweifel einen im Gebet erfahrenen Seelenführer / Beichtvater zu Rate ziehen!
Auch mancher Text in diesem Rosenkranz Blog mag Ihnen helfen, das eigene Beten besser zu verstehen und bisher Unbekanntes zu erlernen.

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