Rosenkranz + Pilgerzeichen

Gebet – Kunst – Geschichte

Johannes Paul II. – Rosenkranz

31. Oktober 2012 von ankerperlenfrau | Keine Kommentare

Mein „Lieblingsrosenkranz“…

„Unser Papst“

Hier stelle ich ein Rosenkränzchen vor, zu dem ich eine besondere Beziehung habe: es ist mein „Johannes Paul – Rosenkranz“. Und er kam auf wunderliche Weise in meinen Besitz. Eigentlich wollte ich 2005 ein kleines Konvolut mit Pilgermedaillen kaufen. Besonders eine kleine Silbermedaille der Hl. Theresia von Lisieux hatte es mir angetan. Als ich dann das Paket in Händen hielt, lag ein Rosenkranz mit einfachen weißen Glasperlen und einem Mittelstück und einem Kreuz im Stil der 80er Jahre dabei: mit Wappen und Wahlspruch von Johannes Paul II. Es war kurz nach seinem Tod, ich war noch traurig, kam mir irgendwie „verlassen“ vor und dann diese unerwartete Überraschung….

Verlassen?

Wir hatten doch dann kurz später unseren „deutschen“ Papst, diesen herrlichen Theologen in der Tradition eines Romano Guardini….

Aber, aufgewachsen mit dem „traurigen“ Paul VI., war Johannes Paul II. „unser“ Papst. Man konnte sich an ihm reiben, konnte ihn zu „konservativ“ finden, um dann wieder überrascht zu werden, wie frisch, unkonventionell und „jung“ er war. Er passte in kein Schema. 1978 – 2005, das war eine unglaublich lange Zeit, eine atemberaubende geschichtliche Epoche und mehr als mein halbes Leben. Er war immer da, er war der Bleibende, er war die Stimme, die man immer hörte, bis zuletzt. Ganz und gar Person, ansprechbar, präsent…

„Man kann nicht nur auf Probe leben, man kann nicht nur auf Probe sterben. Man kann nicht nur auf Probe lieben, nur auf Probe und Zeit einen Menschen annehmen.“  Predigt, Köln 15. November 1980

Rom, 4.4. 1979
Erste Mittwochs – Audienz mit 50.000 Menschen auf dem Petersplatz
Foto: A. Wolf

Er war irgendwie „immer da“, hat uns Orientierung und Maßstäbe gegeben und hatte das nötige „standing“, war „Papa“, der auch Jugend „aushält“. Für gläubige Jugend war diese Zeit geprägt von einer „jungen“, kraftvollen Mutter Teresa, einem rührigen Frère Roger und eben diesem dynamischen Papst. Das Engagement für die Jugend hat man ihnen voll und ganz abgenommen. Die „Generation  JP II“ ist jünger, hat die Umwälzungen, die Dramatik der Zeit nicht erlebt: für sie war er „der gute Opa“. Für meine Generation war er Herausforderung und geistiger Führer. Niemand konnte ihn überhören…

Aber jetzt zu dem Rosenkranz:

50 cm lang, 5 Gesätze, Weißdrahtkettelung, einfache weiße Glasperlen, Kreuz: Edelstahl 4,3 x 2,3 cm, auf der Vorderseite die Umrisse des Gekreuzigten, auf der Rückseite das Wappen des Papstes;  Mittelstück: gleiches Material, 1,8 x 1,3 cm, vorne im Umriß das Porträt der Gottesmutter, hinten „TOTUS TUUS“ der Wahlspruch des Papstes.                Im Jahr 2008 habe ich in  „St. Johann im Lateran“ einen schönen silber-gekettelten Rosenkranz aus Rauchquarzperlen (0,5 cm) gekauft, der von Papst Benedikt geweiht ist und noch in Rom wurde er mit  Kreuz und Mittelstück von   „Il Papa“ versehen.

Sieben Medaillen zieren ihn:

– Gedenkmedaille des Vatikan zur Seligsprechung von Mutter Teresa,

– Gedenkmedaille des Vatikan zur Heiligsprechung von Pius a Pietrelcina mit einem sehr schönen Porträt des alten Papstes;

– Herz Jesu Bild der Sr. Faustina Kowalska,

– Fatima Medaille zur Erinnerung an das Marianische Jahr ’87/’88

– zwei Medaillen Vatikan / Assisi mit Porträts von Johannes Paul II. in verschiedenen Lebensaltern,

– Benediktusmedaille aus St. Paul vor den Mauern – Wallfahrt im Paulusjahr

Eine grosse Hilfe

„Das Rosenkranzgebet, das seine Wurzeln auch im deutschen Sprachraum hat, ist gerade für den Menschen unserer Zeit eine grosse Hilfe. Es vermittelt Ruhe und Sammlung; es trägt unser Leben hinein in die Geheimnisse Gottes, es trägt ihn hinein in unser Leben. Denken und Fühlen lösen sich allmählich aus der Bedrängnis und Vordergründigkeit unserer Probleme und Interessen und öffnen sich immer mehr dem Wirken Gottes. Die Worte, die wird dabei sprechen, können unsere ganze Aufmerksamkeit ausfüllen; sie treten aber auch gerne zurück und werden zum äusseren Rahmen, der vor Ermüdung und Zerstreuung schützt, zur Grundmelodie, welche vieles in uns zum Klingen bringt.“  Angelus, 29. Oktober 1979

„Der Rosenkranz ist ein fortlaufendes Betrachten des Antlitzes Christi mit Marias Augen. Er wurzelt im Evangelium selbst, steht in vollem Einklang mit der Inspiration des II. Vatikanischen Konzils und steht auf der gleichen Linie wie die Weisung, die ich im Apostolischen Schreiben „Novo Millennio Ineunte“ gegeben habe: Es ist notwendig, dass die Kirche »hinausfährt« in das neue Jahrtausend, ausgehend von der Betrachtung des Angesichts Christi.“   Angelus, 29. September 2002

4. April 1979
Foto: A. Wolf

„Viva Il Papa“ und „Santo Subito“, das waren Rufe, die von Herzen kamen. Wie schön, daß der Papst, der so sehr zu meiner Biographie gehörte, nun als Seliger weiter für mich da ist. Mein kleines „Wunder – Geschenk“ – Rosenkränzchen erinnert mich!

„Die mütterliche Gegenwart Marias war für die Apostel eine Erinnerung an Christus: In ihren Augen war das Antlitz des Erlösers eingeprägt; Ihr unbeflecktes Herz bewahrte seine Geheimnisse, von der Verkündigung bis zur Auferstehung und Himmelfahrt über sein öffentliches Wirken, sein Leiden und seinen Tod.
In diesem Sinne kann man sagen, dass das Rosenkranzgebet im Abendmahlssaal entstanden ist, denn dort haben die ersten Christen begonnen, mit Maria das Antlitz Christi zu betrachten, indem sie an die verschiedenen Begebenheiten seines irdischen Lebens zurückdachten.
Möge der Rosenkranz immer stärker als christologisches und kontemplatives Gebet entdeckt und aufgewertet werden!Regina Caeli, 25. Mai 2003

Johannes Paul II.
in Pompeji
Oktober 2003

 

Seliger Johannes Paul II. bitte für uns!

„Denn was ist eigentlich der Rosenkranz? Er ist ein Kompendium des Evangeliums, das uns ständig zu den wichtigsten Ereignissen im Leben Christi zurückführt, um uns sein Geheimnis gleichsam »einatmen« zu lassen. Der Rosenkranz ist ein bevorzugter Weg der Kontemplation. Er ist sozusagen der Weg Marias. Denn wer kennt und liebt Christus mehr als sie?“

Ansprache beim Beten des Rosenkranzes in Pompeji, 7. Oktober 2003

 

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