Rosenkranz + Pilgerzeichen

Gebet – Kunst – Geschichte

Und sagte kein einziges Wort

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Und sagte kein einziges Wort…

ist der Titel eines sehr bewegenden Romans von Heinrich Böll, den ich in meiner Jugend gelesen und nie vergessen habe. Ich borge ihn mir für mein kurzes Resümee zu den zwei Jahren, die der Blog „Rosenkranz + Pilgerzeichen“ nun existiert.

Hieronymus Bosch Die sieben Todsünden © wiki commons

Hieronymus Bosch
Die sieben Todsünden
© wiki commons

Im „Jahr des Glaubens“, das Papst Benedikt XVI. 2012 ausgerufen hatte, waren alle Katholiken ermutigt, Zeugnis von ihrem Glauben, von der Schönheit des Glaubens abzulegen. Zum Fest des Hl. Ignatius von Antiochien 2012 ging dann dieser Mini – Blog online, nachdem ich mich durch die technischen Details des Vorhabens gewurschtelt hatte.

Was hatte ich zu geben im großen Chor der Gläubigen?

Liebe zur Kirche Jesu Christi, meines Retters?
Liebe zum Rosenkranzgebet der Kirche, dem unablässigen Jesusgebet lateinischer Tradition, dem ich mehr verdanke, als ich weitersagen kann?
Liebe zu Heiligen und Weisen, die meine Leitsterne waren und sind?
Liebe, Verehrung, Wertschätzung und Dankbarkeit…?

Aber: es hat mir zunehmend die Sprache verschlagen. Wer sich in die große Räuberhöhle, das Internet begibt, wer soziale Netzwerke wie facebook und dergleichen frequentiert, muß darauf gefasst sein unter die katholische Räuber zu fallen.

Was rauben sie?
Zur Zeit kann man es sehr schön studieren an dem Diskussionsschaum, der über der in Rom tagenden Familiensynode brodelt.

In einer Religion, die gleichzeitig als Weisheitsschule diente, deren Kultur und Lebensweise auf persönliche Reifung, Überwindung von Leidenschaften mit dem Ziel der Befähigung zu Mitgefühl, Unterscheidung, Güte, Klarheit (oder besser Nüchternheit) zielte, da würde man geduldig und betend dem Rat der Weisen, dem Konzil der Ältesten vertrauen und ihren Ratschluß abwarten. Erst dann würde man bewerten, kommentieren, Stellung beziehen.

Nein, so ist es nicht bei uns. Der öffentliche Diskurs der Katholiken ist geprägt und zerrissen von allen Leidenschaften und Niedrigkeiten, die wir vom Politikzirkus, diesem Haifischbecken aus Überheblichkeit, Machtgier, Habgier, Ehrsucht und Geltungsdrang kennen. Nichts ist zu billig im Ringen um Meinungsbildung – Kardinal Kasper ist Rassist?

Von Pfarrgemeinderat bis Synode in Rom: erschreckend ist nur, daß unser Glaube nicht mehr „neue Menschen“ macht. „Seht, wie sie sich lieben“ ist nirgendwo in der Räuberhöhle. Sie ringen nicht mit sich – Jakob und Engel – sie wollen andere niederringen. Sie leiden nicht an den eigenen Fehlern, sie wollen nur den sündigen Bruder berichtigen. Zurechtweisung nennen sie das und wähnen sich im Heiligen Geist – die Strippenzieher.
Eine seelische Entwicklungsstörung? Oder doch Ausweis des Versagens im eigenen Glaubensleben? Spirituelle Krise?

Wo Geistesgaben und -früchte sind, da stecken sie an, verbreiten, vermehren sich – Reich Gottes in der Zeit. Alles wächst und gedeiht in diesem Licht, wird stärker, reifer.

Die Räuber verbreiten um sich herum Unfrieden, Ödnis, Zweifel und Mißtrauen. Daran erkennt man Räuber: alle Leidenschaften (Zorn, Neid, Habgier, Trägheit, Eitelkeit, Begehrlichkeit, Maßlosigkeit, Feigheit, Täuschung) gedeihen in ihrer Nähe, ja, und sind auch ansteckend.

Darum, liebe Freunde und Leser dieser völlig unbedeutenden Seite:
Laßt Euch nicht irre machen von den 10 000 Irrtümern und den Lautsprechern, die sie verbreiten (mögen sie auch noch so fromm oder wissend tun…).
Vertraut Eurer Wahrnehmung, Eurem Herzen: man kann die „Liebe – Räuber“ spüren im eigenen Inneren – hört auf die Stimme, geht weg von den Friedlosen, die nur ihre Interessen verfolgen.
Nichts gegen einen guten Kampf, aber weg von jeder Niedertracht.

IMG_1026Betet den Rosenkranz, schmiegt Euch an das mütterliche Herz der Maria von Nazareth und schaut auf das Heilswerk des Herrn.
Ruht Euch aus in der Wahrheit und Klarheit „wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so lechzt meine Seele o Gott nach DIR.“
Laßt das Geläut der Leute – Gottes Werk ist unzerstörbar. Hören wir, wenn es Zeit ist, was der Rat der Ältesten und der Heilige Vater lehrt.
Schweigen und lauschen, nicht stören mit Lärm und Getöse aus der Räuberhöhle.

Jesus, der als König herrscht. (Offb. 19,6)

Jesus, der in seiner Kirche lebt und wirkt. (Eph. 1, 22-23)

Jesus, der wiederkommen wird in Herrlichkeit. (2 Petr 3,8–13)

Jesus, der richten wird die Lebenden und die Toten. (Röm 2,1–11)

Jesus, der alles vollenden wird.
(1 Kor 15,35–58)

Das sagt Euch in aller Liebe zur Kirche und nach zwei Jahren in der „Räuberhöhle“
Eure Ankerperlenfrau

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4 Kommentare

  1. Zwei Dinge, liebe Ankerperlenfrau …

    Ganz so räuberhöhlig würde ich die virtuellen Netze der Katholiken aber nicht sehen. Natürlich gibt es wüste Sachen, bei denen man nur den Kopf schütteln kann, aber es gibt auch viel und meines Ermessens Schönes und Gutes, das man nicht aus dem Blick verlieren sollte … auch auf Seiten, die in einigen Fällen über die Stränge schlagen mögen. Fratzbuch-Profile und mehr noch Blogs sind ja auch immer Orte, in denen jemand nicht zuletzt seine persönliche Be- und Empfindsamkeit mit anderen teilt; das heißt auch: es schlagen gelegentlich sehr subjektive Momente auf – und das ist ja nicht einmal schlecht, weil es die Suppe würzt (gewiß natürlich: man kann sowohl verderbtes Gewürz oder zu viel davon reingeben, keine Frage).

    Was nun die Synode betrifft: Ganz freisprechen kann man die Organisatoren aber auch nicht, wenn es im Kirchenvolk rumort. Da wurde hinter sehr verschlossenen Türen getagt, derweil die Öffentlichkeitsarbeit ein Witz war. Dazu kam der keineswegs unbegründete Verdacht, daß die Versammlung manipuliert werden sollte. Auch Kardinal Kasper spielt dabei keine rühmliche Rolle, angefangen von jenem theologisch sehr fragwürdigen Impulsreferat im Vorfeld mit all den Pirouetten in der Anwendung von Belegstellen aus der Tradition … über den Versuch, Kritik daran als „Kritik am Papst“ zu denunzieren … bis hin zu diesem unsäglichen Dementi (den Satz über die Afrikaner finde ich zumindest von der Stoßrichtung her nicht einmal so anstößig, denn es ist Kaspers gutes Recht gewesen, den Erfahrungshorizont anderer Kulturkreise als in der Frage nicht zielführend zu bezeichnen, wenngleich man’s auch hätte anders sagen können … aber dann dieses Dementi: Man muß auch zu dem stehen, was man gesagt und getan hat).

    Zuletzt nun aber auch: Herzlichen Glückwunsch und Gottes Segen, daß Du trotz „Räuberhöhle“ bloggest. In diesem Sinne: Auf die nächsten kommenden Jahre – mögen es noch viele und viele schöne werden!

  2. Liebe Ankerperlenfrau! Ich will hier einen Text wiedergeben, den ich irgendwo gelesen habe: ….Wer aber die Keller der menschlichen Existenz kennt und darunter leidet, dem kann die geistliche Erfahrung zuteil werden: „Die Gott lehren will, die führt er in die Hölle und wieder heraus. Die das erlitten haben, das sind die Allergelehrtesten gewesen.“ Der angefochtene Mensch braucht sich von den dämonischen Mächten seiner Tiefenperson, von der Gewalt des Bösen nicht mehr ängstigen zu lassen. „Das Alte ich vergangen, siehe es ist alles neu geworden.“(2 Kor.5,17)
    „Dem Toren fehlt der Sinn für die Weisheit.“
    „Darum ist eine werbende Verkündigung der Wahrheit nicht so wichtig.“
    „Die Wahrheit setzt sich auch allein durch.“

    „Gott hat viele Gesichter.“
    „Wer die Wahrheit sucht, der sucht – und findet Gott.“
    Edith Stein
    Bleibe cool!
    „Gottes Macht zu helfen ist so groß, dass er immer einen Weg und eine Hilfe für dich hat.“ Selma Lagerlöf

  3. Gebet von Wilhelm Willms
    Entschiedenheit für Gott!

    Gib, dass von der Kirche, diesem gefundenen Schatz ein neuer Glanz in unser Leben kommt – auch in das Haupt und die Glieder dieser Kirche – damit wir uns nicht verzetteln in allzu vieles, damit wir uns an nichts verlieren.

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