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Gebet – Kunst – Geschichte

Welch ein schönes Gebet mit sozialem Charakter

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Welch ein schönes Gebet mit sozialem Charakter

Nuntius Angelo Roncalli aus Paris an seine Nichte Guiseppina, 21.1.1948

j23_xxxx_001„Was Du mir seit dem vergangenen Oktober geschrieben hast, macht mich immer noch froh. Bleibe weiter dem „Vaterunser“, dem „Ave Maria“ und dem „Ich glaube an Gott“ wie auch dem „Ehre sei dem Vater“ treu. Sie enthalten Worte und Gedanken voll himmlischer Nahrung und würzen unsere Tage.
Schau, je mehr ich an Tagen zunehme, desto mehr koste ich diese Gebete: und ich spreche sie langsam, ohne Übertreibung, oder ich verweile, während ich sie spreche, ohne auf den Buchstaben zu achten bei einer Wahrheit oder einer Anmutung, die eine innere Verbindung mit dem Herrn herstellt.
Und dann das „Gegrüßest seist Du Maria“! Welch ein schönes Gebet von sozialem Charakter! Kaum beginnt man es zu beten, so ist es, als vereinigten sich alle Seelen der ganzen Welt mit uns und das Gebet wird wahrhaftig weltweit.
Neben dem Gebet gibt es dann all die Verrichtungen des alltäglichen Lebens, und auch die sollen mit gutem Willen und mit Schwung, aber ohne Übereifer ausgeführt werden.
Wenn wir bei der Gewissenserforschung auf manch Unvollkommenes stoßen, nun gut: dann verdemütigen wir uns, ohne uns niederdrücken zu lassen, und beginnen von neuem mit gutem Mut und immer mit Fröhlichkeit.“

(aus: Briefe an die Familie, Bd.II, Hrg. L. Capovilla, Freiburg 1970)

Ab und an, wenn ich so in den Briefen blättere und herumlese, dann erstaunt mich immer wieder, wie einfach und auf jede Person bezogen Roncalli schreibt. Theologe, Bischof, Nuntius und doch nimmt er sofort die Sprache des „geistlichen Vaters“ und des väterlichen Onkels an. Man kann diese Texte, besonders die Briefe an die Familie ohne weiteres Kindern vorlesen – sie verstehen es.

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