Rosenkranz + Pilgerzeichen

Gebet – Kunst – Geschichte

Wir begreifen das Evangelium, wenn wir es leben

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Wir begreifen das Evangelium, wenn wir es leben

rosenkranzbetenDie Lebenserfahrungen aus dem Evangelium gewinnen wir im Hören und Schauen des Wortes. Im Rosenkranzgebet kann das Evangelium durch die Hände ins Herz kommen.{…}

Beim freudenreichen Rosenkranz öffnen wir die Hände für sein Kommen in die Welt. An der Hand Marias werden wir Zeuge ihres immer neuen JA zum Willen Gottes.
Im Lichtreichen Rosenkranz berühren wir Jesus in seinem öffentlichen Leben. Wir gehen seine Wege mit.
Wir fühlen mit unseren Händen Jesu Einsamkeit und Schmerz, wenn wir den schmerzhaften Rosenkranz beten.
Bei der Betrachtung des glorreichen Rosenkranzes greifen wir mit den Händen nach unserer Zukunft, die er verheißen und geschenkt hat.
Wir strecken unsere Hände dem entgegen, der in den trostreichen Geheimnissen bei uns ist und uns entgegenkommt.

Wer den Rosenkranz betet, macht Erfahrungen. Dieses Gebet ist eine eigene Art, das Evangelium zu meditieren und zu verinnerlichen. Es führt in das Geheimnis des Glaubens ein und lässt uns darin wohnen. Es ist eine Weise, das Evangelium zu schmecken (‚Weisheit‘, lateinisch sapientia, kommt von ’schmecken‘, sapere), so dass es Lebensinhalt werden kann. Die einzelnen Gesätze können sich mit unserem Leben verbinden und die Liebe wachsen lassen.

Pfingsten_Andachtsbild_SpanienDen du, o Jungfrau, geboren hast – der Gedanke an die Neugeborenen unserer Tage weckt Verantwortung für das Leben. Ein solcher Gedanke kann tief nach innen gehen und zur Lebenshaltung werden. Irgendwann verbindet er sich mit dem Gebet und der Betrachtung dieses Geheimnisses.

Der für uns Blut geschwitzt hat – die Angst und die Einsamkeit Jesu erinnern an die vielen, die als Verfolgte in dieser Welt leben. Daraus kann eine Gebetsverbundenheit mit diesen Menschen entstehen.

Der uns den Heiligen Geist gesandt hat – wir haben Anteil am inneren Leben Gottes und die anderen Menschen auch. Aus diesem Blickwinkel lernen wir, den anderen mit den Augen Gottes zu sehen.

Wo solche und ähnliche Erfahrungen sich mit der Betrachtung der Rosenkranz – Geheimnisse verbinden – und das geschieht mehr durch ‚Eingebung‘ als durch ‚Nachdenken‘, wird das Evangelium für unsere Zeit lebendig. Geistliche Prägung bringt christliches Handeln hervor. Das Rosenkranzgebet war immer ein Lob- und Dankgebet auf die Heilstaten Gottes. Im Loben und Danken aber sind wir Gott am nächsten.

aus: Heinrich Janssen, Perlen des Gebets, Der Rosenkranz – Hinführung und geistliche Deutung, Freiburg 2003

Ich höre sehr oft, daß Menschen vor dem Rosenkranzbeten zurückschrecken, weil sie die Erfahrung machen, daß immer wieder Ablenkungen und ungeordnete Gedanken vom Gebet und der Betrachtung wegführen. Sie meinen dann, ihr Gebet sei unnütz, entgleite ins Plappern.
Vielleicht hilft es, wenn Sie sich vorstellen, daß jetzt der Moment ist, Menschen ins Gebet einzuschließen, für die Sie sonst vielleicht nie gebetet hätten. Nicht jeder „ablenkende“ Gedanke ist Zerstreuung. Es kann sein, daß der Heilige Geist eine Frage, einen Auftrag in Ihr Herz legt. Nur Mut, beten Sie weiter und nehmen Sie die Menschen, die Ihnen einfallen mit in die weitere Betrachtung und vielleicht wird Ihnen geschenkt, daß Sie sie mit den „Augen Gottes“ anschauen können. Wäre das nicht ein Segen, wenn sich beim Rosenkranzbeten Sorge, Groll, Vorwurf gegenüber einem Menschen in Fürbitte verwandeln könnte?

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